2017 – Der obligatorische Jahresrückblick

Da ist er wieder, der alljährliche Jahresrückblick

Geschehen

Bundestagswahl • Ehe für alle • drittes Geschlecht wird abgesegnet • Netz-Durchsuchungs-Gesetzt ebenfalls • Cannabis auf Rezept: jetzt nicht mehr nur für Selbstzahler • #MeToo-Wahnsinn • Plastiktüten werden kostenpflichtig • Macron gewinnt gegen Le Pen • In Hamburg wird „protestiert“ – randaliert trifft es eher • die Suche nach einem Jugendlichen Mörder aus Herne hält das Internet in Atem • Air Berlin ist pleite • Spanien zeigt bei der Abstimmung der Katalanen, wie Demokratie geht • Kurz gewinnt in Österreich • Helmut Kohl, Chester Benington, Roer Moore und Tom Petty sterben

Gesehen

Im Kino war ich insgesamt 11x, wobei die meisten Kinobesuche in der ersten Hälfte des Jahres stattfanden. Mein Liebling war dabei eindeutig King Arthur: Legend of the Sword, wobei mich aber auch Kong: Skull Island zu überzeugen wusste und vor allem: Überraschte.

Serienmäßig habe ich einiges ausprobiert, zum Beispiel die Frauenknast-Serie Orange is the new black und das Klon-Abenteuer Orphan Black. Begeistert war ich von beidem nur anfangs und stellte das Weiterschauen daher rasch ein. Westworld war nett, die erste Staffel ist aber auch in sich abgeschlossen. Natürlich führte ich mir mal wieder ein wenig Walking Dead zu Gemüte und am Ende des Jahres auch einige Folgen Navy CIS. Und genau dies brachte mich dann auf meinen Gewinner dieses Jahres: während NCIS zu den beliebtesten Serien gehört – natürlich mit entsprechend hoher Bezahlung für Werbung, Darsteller und Produktion – schafft die Serie es nicht, durchgehend gut zu sein. Abhauende Darsteller werden durch längst vergessene Figuren kompensiert, die Storys werden immer unglaubwürdiger usw. Jetzt mag man sagen „Naja, die sind jetzt in der 13. Staffel, das ist ja auch ganz schön schwer“. Dann antworte ich: Supernatural. Ich kenne keine Serie, die so lange (ebenfalls 13 Staffeln) gleichbleibend gut ist. Die Handlung mag schwachsinnig sein, aber das Drumherum passt: sympathische Charakter, gute Musik, großartige Anspielungen auf Kunst, Kultur und Zeitgeschehen – ich schaue immer wieder gern ein paar Folgen. Egal, ob alt oder neu.

Gelesen/Gehört

Ach du je, ich habe dieses Jahr so dermaßen viele Hörbücher gehört… In Erinnerung geblieben sind zum Beispiel die David Hunter-Romane von Simon Beckett, Cornelia Funkes Tintenwelt-Reihe (wobei ich noch beim letzten Band bin) und die Krimis von Jussi Adler-Olsen.

Gespielt

Das gibt’s wenig neues im Bereich der PC-Spiele, dafür umso mehr in Gesellschaft. Vorm Bildschirm gab’s ab und zu mal ein wenig Don’t Starve, wobei ich mich eher schlecht als recht schlage.

Am Tisch habe ich dieses Jahr am häufigst gespielt: Munchkin, Carcassone, The Game, Siedler, Ohne Furcht und Adel, Anno Domini. Hinzu kamen noch ettliche andere Spiele, die wir nur mal ausprobiert oder einmalig gespielt haben.

Gemacht

Ich habe angefangen, Volkshochschulkurse zu besuchen! Bisher kann ich verbuchen: Wassergymnastik, Tai Chi – Qi Gong, Bogenschießen, Nachtfotografie. Außerdem bin ich 30 geworden und habe das gefeiert – gleich 2x! Einmal mit der Familie und den engsten Freunden und einmal im Freundeskreis. Mein Auto war kaputt und wurde repariert (siehe Bilder), über den TÜV kam es auch. Ich habe eine Gehaltserhöhung bekommen und war das erste mal seit Jahren wieder schwimmen – was prompt zu meiner ersten Sportverletzung führte. Von dieser merke ich immer noch was, wenn ich den Arm längere Zeit stark anwinkel.

abGebildet

Das gab’s zu Weihnachten

Eine richtig ordentliche Erkältung. 2 Monate nach der letzten. Ich vermute, die erstmalig erfolgte Grippeimpfung ist schuld daran. Grippe bekomme ich zwar nicht, bin dafür aber verschnupft. Derzeit beschränkt es sich aber größtenteils auf Husten, sehr zum Leidwesen meiner Stimme. Wirklich viel reden konnte ich schon Weihnachten nicht mehr, teilweise krächzte ich nur so vor mich hin. Jetzt bin ich quasi zum Schweigen verdammt – was blöd ist, wenn man einen telefonlastigen Job hat. Zum Glück hat die Pharmalobby diese Marktlücke erkannt und Lutschtabletten entwickelt, die im Mund einen Schleim bilden, der den Hals schützen und die Heiserkeit beseitigen soll. Klingt eklig, ist es auch. Und hilft nur so mittelmäßig.

Heute habe ich dann auch prompt verschlafen, ich habe das Wick Medi-Night als Schuldigen in Verdacht. Gut, was soll schon passieren, wenn man sich eine Mischung aus hochprozentigem Schnaps und Schlafmittel reinzieht? ¯\_(ツ)_/¯

Ansonsten war Weihnachten ereignislos. Meine Geschenke bestelle ich ohnehin schon seit Jahren selbst – dieses Jahr gab es ein Spiel (Dixit) – und gebe sie meiner Mutter zwecks verpacken und unter den Baum legen oder kaufe sie mir einfach selbst: weitere drei Spiele – allerdings für den PC. Die Titel: DeathComing, Life is strange: before the storm und Ori and the blind forest. Meine Oma kaufte wie gewünscht einen Elefantenfuß (die Pflanze) und legte den obligatorischen Süßkram dazu, außerdem gab’s ein Hörbuch – das neueste von Marc Elsberg, dem Autor von Black Out – und ein sehr schönes Postkarten-Set mit Bildern von Maria Sybilla Merian. Für ein kurzes „Ui“ sorgte mein Bruder: sein Päckchen enthielt einen echt stattlichen Beutel Gras. Dachte ich. Bis ich es umdrehte und sich mein Weed als Zitronenverbene-Tee entpuppte.

Das größte Fiasko geht auf’s Konto des gehobenen Restaurants, in welchem wir am 1. Weihnachtsfeiertag mittags einkehrten. Auf Grund eines Fehlers auf der Website war das Lokal fast leer – vier Tische waren besetzt und es ist weiß Gott kein kleiner Laden. Die Speisekarte umfasste 3 Vorspeisen und 5 Hauptgerichte. Perfekte Voraussetzungen für ein schnelles Essen, sollte man meinen. Dennoch warteten wir fast 2 Stunden auf unsere Bestellung und waren bereits im Begriff zu gehen, da die Gäste für’s Kaffeetrinken fast schon vor der heimischen Tür standen… vermutlich hoffte man, so den Getränkeumsatz anzukurbeln,

Das Essen frustriert mich auch in meinem derzeitigen Zustand am Meisten: ich schmecke nämlich nichts. Und das ist bei den ganzen Leckereien, die Weihnachten aufgefahren werden, echt ätzend.

 

Es weihnachtet sehr.

Ich fühle mich so richtig weihnachtlich. Damit meine ich nicht „besinnlich und von christlicher Nächstenliebe durchflutet“ sondern eher „dem Geschenkewahn verfallen und vollgefressen„.

Was mich im Einzelnen weihnachtlich stimmt?

1. Stress bei der Arbeit

Ich arbeite mit dem Einzelhandel zusammen, um genau zu sein reparieren wir Kassentische. Also ich nicht, ich sitze ja im Büro, aber unsere Monteure. Kassentische sind die Dinger mit dem Förderband, auf das ihr im Supermarkt an der Kasse euren Krempel legt. Weihnachten ist auch dieses Jahr völlig überraschend im Dezember, da ist bekanntlich in den Geschäften die Hölle los – und somit auch bei uns, da genau dann Kassentische repariert werden müssen – zum Beispiel die, die seit Mai kaputt sind und seitdem als Lager für Kartons dienen…

2. Weihnachtsmärkte & Terrortheater

Dem Bochumer Weihnachtsmarkt habe ich bereits einen Besuch abgestattet und ein Brötchen mit Flammlachs gegessen. Ob ich zum mittelalterlichen Lichtermarkt nach Dortmund fahre, weiß ich noch nicht. Wenn, dann eher spontan. Abgesehen von Fotomotiven und Futter interessieren mich solche Konsumentemagnete ja weniger. Spannend ist in diesem Jahr aber der Umgang mit der Terrorgefahr. In Bochum wurden die Betonklötze bspw. in Geschenkpapier (naja, es ist eher Geschenkplane, damit kein Idiot seine pyromanischen Vorlieben daran auslebt) eingepackt. Weil das freundlicher aussieht.

3. Schnee

Gestern schneite es hier das erste Mal. Abends dann auch „richtig“, mit weißen Straßen und Verkehrschaos. Und ich hatte dank Strumpfhose und hohen, offenen Schuhen auch richtig viel davon, denn wir hatten…

4. Weihnachtsfeier

Wie in vielen Firmen gibt’s auch bei uns eine Weihnachtsfeier. Letztes Jahr waren wir das erste Mal kegeln und essen – leider, wie sich herausstellte, im falschen Lokal. Denn nach nur 3 Gläsern war die Cola alle. Vom Essen ganz zu schweigen. Um dieses Fiasko nicht zu wiederholen, wählten wir dieses Jahr ein anderes Restaurant, ebenfalls mit Kegelbahn.

5. Geschenkeshopping

Ich habe Geschenke gekauft. Und Geschenkpapier. Und Geschenkband. Ohne die Wohnung zu verlassen. Nun warte ich auf den Versand des ganzen Zeugs. Der Einfachheit halber verschenke ich ein Buch sogar zweimal, weil ich es so toll fand. Auch ansonsten beschränkt es sich hauptsächlich auf Literatur – das ist in meiner Familie denkbar einfach.

6. Wichteln

Unter einigen Leuten, mit denen ich mich öfter treffe, steht Anfang Dezember wichteln an. Schrottwichteln, um genau zu sein. Das heißt: jeder packt was ein, worüber sich ein anderer vielleicht noch freut und dann wird ausgelost, wer welches Päckchen bekommt. Für mich bedeutet das: einen Karton hinstellen, das Jahr über alles da rein, was meine Oma anschleppt, zukleben, Geschenkpapier drum, fertig. So verschenkte ich dieses Jahr: ein Blechschild mit dem Spruch drauf „Diät mache ich erst wieder, wenn mir der Schal nicht mehr passt“, einen Kalender zum Ausmalen, ein Duftglas mit solchen Stäbchen drin, ein Buch „1111 unnütze Fakten über Sex“ und ein Lack-Halskorsett (so eine Art Halsband zum Schnüren). Ratet mal, welche zwei Dinge ich nicht von meiner Oma bekommen habe.

7. Streit

Bei einem Freund gibt’s zu Weihnachten Kaninchen, bei vielen Deutschen Kartoffelsalat und Würstchen, bei uns gibt es Streit. Meine Mutter und ich haben uns bereits angeschrien wegen des Essens, wie es Tradition ist. Meine Tante möchte Wildschwein machen, meine Mutter findet das zu aufwändig und möchte Salat und Würstchen, meine Tante mag keinen Salat, meine Oma will unbedingt was machen und ich soll Nachtisch machen, möchte aber nicht. Grund genug, bereits 4 Wochen vor Heiligabend anzufangen, zu diskutieren. Und natürlich ist Essen gehen am 25.12. erwünscht. Hat schonmal wer versucht, Anfang Dezember für den ersten Weihnachtsfeiertag einen Tisch zu reservieren?

8. „Ich bin hier und Bethlem ist weit“

Endlich wieder „Weihnachtsmann vom Dach“ von den Toten Hosen hören können!

Allen meinen Lesern wünsche ich eine stressfreie und schöne Adventszeit!

 


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