Die Katze war krank

Ein wirkliches Drama spielte sich ab im Hause Sir Henry & Mara. Nachdem ich wieder gesundet bin von den multiplen Mittelohrentzündungen war der Kater an der Reihe. Betroffen waren jedoch nicht seine Ohren sondern sein Magen. Als ich von der Arbeit heimkam, wurde ich nicht miauend begrüßt sondern ein schlapper Stubentiger umstrich meine Beine um mir kurz darauf vor die Füße zu brechen. Bei genauerer Inspizierung meine Wohnung stellte sich heraus, dass das wohl nicht das erste Erbrechen war sondern eher das zwanzigste.

Und ich bewundere wirklich jeden, der dann ein, zwei Blätter Küchenrolle nimmt und mit bloßen Händen die Miezekotze wegwischt. Ich kann das nicht. Die Kotzroutine beinhaltet in meinem Fall nicht nur Latexhandschuhe und Unmengen Küchentücher sondern auch extra Mülltüten, die nach der Entsorgung umgehend verschlossen und aus der Wohnung gebracht werden. Zum Glück kotzt der Sir nicht so oft.

Da auch weiteres Futter erbrochen wurde, verordnete ich mit Hilfe von Dr. Google eine Nulldiät bis zum nächsten Tag. Nur Wasser gab’s noch und ja, diese Maßnahme wurde mir übel genommen.

Weil sich leider keine Besserung ergab, fuhr ich am kommenden Tag, einem Donnerstag, zu unserer Tierärztin: Ich verfrachtete den bereits wenig begeisterten Sir in die Transportbox und schleppte ihn unter Protestgeheul durch’s Treppenhaus zum Auto.

Doch der wahre Spaß war nicht die von jämmerlichem Miauen begleitete Fahrt oder das Sitzen im Wartezimmer mit einem Pärchen mit Britsch Kurzhaar-Katzen, die dachten, sie hätten seltene, hochwertige Rassekatzen und jeder wolle dies wissen und möglichst viele Informationen darüber übermittelt bekommen wollen… sondern im Untersuchungsraum.

Ich dachte bis lang, ich hätte eine liebe Katze, als die Tierärztin aber den Bauch abtastete – eine Tierarzthelferin hielt den Sir fest – machte er Geräusche, die ich bisher bei keiner Katze gehört habe: ein dumpfes Knurren das sich über ein heulendes Miauen zu einem schrillen Kreischen steigerte. Dazu warf er sich herum und fauchte so sehr, dass ihm Speichelfäden aus der Schnauze spritzten. Eine zweite Tierarztheleferin verließ aufgrund der Geräuschkulisse ihren Platz an der Anmeldung und eilte zur Hilfe. zu zweit schafften sie es, das Tier zu fixieren, so konnte die Ärztin feststellen, dass es sich um einen Infekt handelte. Es gab dann noch eine Spritze gegen die Übelkeit und unter Fauchen und Hauen ging es zurück in die Box. Im Wartezimmer starten mich die Britisch Kurzhaar-Besitzer an wie zwei Renault Twingos. (⊙.⊙)

Eigentlich sollte der Kater noch etwa 2 – 3 Stunden nüchtern bleiben, er sah das aber nicht ein: als ich in der Küche war, stürzte er an mir vorbei und griff sich eine seiner Futtertüten. Er riss sie auf, das ganze Futter ergoss sich über den Boden und dann begann er zu schlingen. Das das drinnen blieb, gab ich ihm auch wieder regulär sein Abendessen.

Ein, zwei Tage war er noch etwas sauer auf mich, kuscheln verweigerte er und war auch nicht begeistert von der Idee, zu mir zu kommen, wenn ich ihn rief. Inzwischen ist aber alles wieder gut, er schmust sich wie immer an mich, spielt und frisst – wobei er im Moment eine Diät machen muss. 9kg wiegt er jetzt und das ist schon irgendwie zuviel…

Die Katze will raus

Diese Worte kennt fast jeder Katzenbesitzer. Zumindest, wenn er mit jemandem zusammenlebt, der ihm diese Information übermittelt. Meist, mit der Intention, dass der Angesprochene der Katze den Wunsch erfüllt. Daraufhin folgt dann kurz später: „Die Katze will rein„. Oder: „die Katze will an den anderen 3 Seiten des Hauses schauen, ob es da auch regnet.“

Ich ging davon aus, dass es im Sommer kein Problem ist, der Katze den Wunsch nach relativem Draußen (relativ, da es sich nur um den Balkon handelt) dauerhaft zu gewähren. Lässt man halt die Tür offen, ist ja nicht kalt. Dann kamen die Wochen mit 35°C und mehr und ich wusste: isolierte Türen haben auch bei Wärme einen Sinn. Zum Glück war auch dem Kater nicht so sehr nach dem Besuch des Südbalkons, zumindest nicht tagsüber.

Aber damit stand fest, dass eine Katzenklappe her muss. Für die Balkontür. Und die ist aus Glas. Einfach ’nen Loch reinsägen und Klappe rein? Geht nicht. Ich wusste von einer Bekannten meiner Mutter die für den Spaß einen höheren dreistelligen Betrag bezahlt hat.

Das Problem bei den modernen Fenstern ist, dass sie isolierend wirken. Wärme, Kälter und Lärm bleiben dort, wo man sie haben möchte – wahlweise drinnen oder draußen. Diese Isolierung wird erzeugt, in dem zwischen zwei Glasscheiben Argon oder Krypton eingeschlossen werden, sowie ein Trocknungsmittel, damit sich keine Feuchtigkeit in der Scheibe bildet. Macht man da ein Loch rein, macht sich das Gas auf und davon, der isolierende Effekt geht verloren (und damit schlimmstenfalls die Energieeffiziensklasse des bewohnten Gebäudes).

Um eine Katzenklappe in eine Glastür zu bekommen, braucht man also einen Glaser. Ich suche mir einen solchen, dessen Mitarbeiter kam und maß die Tür aus und machte dann einen sinnvollen Vorschlag: statt die Klappe direkt in die Scheibe einzusetzen, wollte er eine kleinere Scheibe und eine Holz-/Kunststoffplatte an die Stelle der alten Scheibe setzen. Unten die Platte, oben das Glas und in der Platte die Klappe. Sieht zwar nicht so schön aus, kostet aber nur ein Drittel der Variante, bei der die Klappe ins Glas eingebaut wird.

Ich beauftragte die Arbeiten und besorgte selbst eine Katzenklappe, die ich dem Glaser brachte. So ist sichergestellt, dass alle Ansprüche befriedigt werden, es gibt ja einen ganzen Haufen unterschiedlicher Klappen: für große Katzen, verschließbare, sogar solche, die nur Katzen mit bestimmten Chips reinlassen…

Zwei Wochen später wurde die neue Scheibe und die Platte eingesetzt. Zwei Männer kamen und bauten die alte Scheibe direkt in meiner Wohnung aus – die wird quasi nur in der Tür eingeklemmt. Man löst den Rand und kann sie rausnehmen. Genauso landeten die neue Scheibe und die Platte mit der Klappe in der Tür. Die alte Scheibe behielt ich natürlich, sie steht im Keller.

Gekostet hat der Spaß 300€. Nicht gerade billig aber eben nur ein Drittel der  hübscheren Einbauweise.

Und so sieht’s aus:Dass die Klappe nicht mittig platziert ist, gefällt mir ganz gut. Ich habe vor der Tür einen Fliegenvorhang hängen, der aus zwei Teilen besteht, in der Mitte geht man durch. So musste ich nur eine der Hälften hochstecken, damit die Kater die Tür passieren kann. Und dass ich die Klappe mit Klammern offen halte… ja, dafür gibt’s auch einen Grund. Der Sir kennt wohl keine Katzenklappen und ich habe es noch nicht geschafft, ihm die Funktionsweise dieses Systems zu vermitteln. Hoffentlich wird das noch was, bevor der Winter kommt…

Wie kommt das Katzentier mit der Hitze zurecht?

Wir haben in den letzten Wochen ja alle geschwitzt, einige mehr (die ohne Ventilator) und einige weniger (die mit Ventilator). Ich gehöre nicht nur zur zweten gruppe, ich gehöre auch zu den Glücklichen, die während der schlimmsten Hitze Urlaub hatten. Was ich gemacht habe? nun, es beinhaltet ein „flix“… nein, ich bin nicht für ’n Mettbrötchen mit dem Flixbus über Hamburg nach Chemnitz gezuckelt. Ich habe Netflix abonniert und die Zeit vor meinem Fernseher und Ventilator verbracht.

Und genau dort befand sich auch der Sir. In Rückenlage damit der Wanst angepustet wird. Zum Glück ist es inzwischen abgekühlt, ich glaube, sonst hätte er irgendwann begonnen, sich hangelnd fortzubewegen und auf seinem Bauch wären Algen gewachsen. Wir haben uns im Übrigen darauf geeinigt, die Balkontür tagsüber geschlossen zu halten. Eigentlich wollte ich den Balkon dauerhaft zugänglich machen, das ist aber je nach Außentemperatur eher ein schlechter Plan – damit dennoch ein ständiger Zutritt zum Raucherbereich gewährleistet werden kann, habe ich mittlerweile eine Katzenklappe einsetzen lassen. Das war ist erwähnenswert, weil es sich um eine Glastür handelt. Wie sowas abläuft und was ich bezahlt habe, erzähle ich demnächst.

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