Hard Powder

Beim letzten Kinobesuch sah ich den Trailer zu Hard Powder. Kam mir alles irgendwie bekannt vor, sah aber nach einem witzigen Actionfim aus, also ging’s bei nächster Gelegenheit ins Lichtspielhaus.

Davor

Tatsächlich entpuppte sich der Film als ein Remake von Einer nach dem anderen, einer skandinavischen Actionkomödie von 2014. Was ihn von anderen aktuellen Remakes (Ziemlich beste Freunde, Friedhof der Kuscheltiere usw.) unterscheidet ist, dass der Regiesseur, Hand Peter Moland, des Originals hier erneut Hand anlegte.

Dass ich Einer nach dem anderen gesehen habe, ist schon eine Weile her. Ich wusste nur noch, dass es um eine Mafia-Geschichte ging, in der ein Mafioso nach dem anderen getötet wurden.

Dabei

  • Die Hauptrolle übernimmt Liam Neeson, den kennt man als rachsüchtigen Vater aus der 96 Hours-Reihe
  • Laura Dern über nimmt die Darstellung seiner Frau, die kennt man zum Beispiel aus Star Wars: Die letzten Jedi
  • In den Nebenrollen finden sich eine Menge weiterer Namen, von denen mir aber keiner bekannt war.

Darum geht’s

Der Sohn des Schneepflugfahrers Nels Coxman (Neeson) wird mit einer Überdosis Heroin im Körper tot aufgefunden. Nach dem ersten Schock findet Coxman zufällig heraus, dass die örtliche Drogenmafia den Tod zu verantworten hat. Er macht sich daran, jeden ausfindig zu machen, der zum Mord an seinem Sohn beigetragen hat – und zu töten. Schnell herrscht in der hiesigen Mafia eine gewisse Irritation ob der verschwundenen Kameraden. Ein Schuldiger wird gesucht und bei den Indianern vermutet, die ihrerseits auch illegale Geschäfte tätigen… die Gruppen beginnen sich zu bekriegen und auch die Polizei bemerkt, dass da was nicht stimmt…

Danach

Bewertung: 8/10

Das Fazit fällt recht kurz aus: spaßige Actionkomödie, für die man aber einen Sinn für schwarzen Humor braucht. Ich hatte einige Szenen des Originals länger und ausführlicher in Erinnerung. Vielleicht verlangen die USA da schnellere Schnitte?

Gut gefallen hat mir, dass bei den brutalen Szenen oft mehr auf Klang als auf Bild gesetzt wird: es reicht, wenn man das melodische Klimpern von Zähnen hört, die auf Marmor purzeln. Oder ein blutig-feuchtes Husten. Das muss man nicht sehen.

Schöner Film für einen Kinoabend. Angenehm fand ich auch die Kurzweiligkeit. Man merkt gar nicht, dass man immerhin 118 Minuten im Kinosaal verbracht hat. Ist auf jeden Fall besser, als umgekehrt. Und für die, die nicht so für’s Ausgehen zu haben sind, gibt’s ja auch noch das Original für den Filmabend auf dem heimischen Sofa.

Glass

Ich war endlich wieder im Kino, und dazu noch in einem nigelnagelneuen! In Remscheid hat ein CineStar eröffnet, das haben wir uns angeguckt. Der Hund des besten Freundes, dessen Anschaffung uns im vergangenen Jahr daran hinderte, öfter ins Kino zu gehen, wurde derweil mittels Kamera und Mikrofon auf’s Handy gestreamt. Stasi-Methoden zur Hunde-Überwachung.

Davor

Wegen M. Night Shyamalan gehe ich nicht ins Kino. Aber ich habe vor 3 Jahren ja Split gesehen und fand James McAvoy beeindruckend. Außerdem war es mal wieder Zeit für einen Film. Warum also nicht dieser?

Die eher miesen Kritiken schreckten mich nur mäßig ab. Geschmäcker sind ja verschieden. Zur Vorbereitung habe ich mir extra nochmal Split und Unbreakable zu Gemüte geführt, das sollte bitter nötig sein. Beide Filme sind nicht schlecht, daher war ich gespannt, was mich erwartet.

Dabei

  • Bruce Willis als David Dunn, bekannt aus der Stirb Langsam-Reihe
  • James McAvoy in der gleichen Rolle (23 unterschiedliche Persönlichkeiten) wie in Split
  • Samuel L. Jackson als Mr. Glass, zuletzt gesehen in Kong: Skull Island
  • Sarah Paulson als Psychiaterin, die hat einer der Hauptrollen in American Horror Story und spielt die Schwester der Protagonistin in Birdbox
  • Spencer Treat Clark als Joseph Dunn. Die Rolle hat er schon als Kind in Unbreakable gespielt.

Darum geht’s

Zwei Jahre nach den Geschehnissen aus Split hält „Die Horde„, wie sich die um die Bestie gescharten Persönlichkeiten Kevin Wendell Crumbs (McAvoy) inzwischen nennen, die Stadt in Atem. Immer wieder verschwinden junge Frauen und werden leblos aufgefunden. Nicht nur die Polizei sucht nach der Horde auch David Dunn (Willis) ist auf der Jagd nach ihr: er ist zwar gealtert aber inzwischen felsenfest davon überzeugt, ein Superheld zu sein, da er nach wie vor über extreme Kraft verfügt und nicht verletzt werden kann. Mit der Hilfe seines Sohnes Joseph (Clark) spürt er die multiple Persönlichkeit auf. Doch während er sich mit der Bestie kloppt, taucht die Polizei auf. In Begleitung einer Psychiaterin (Paulson). Diese ist auf psychisch Kranke spezialisiert, die sich für Superhelden halten – in der örtlichen Psychiatrie wird bereits Mr. Glass (Jackson) behandelt. Und dieser bekommt nun Gesellschaft in Form von Dunn und der Horde…

Danach

Bewertung: 7/10

Glass ist kein Superhelden-Film, das sollte einem klar sein, bevor man ihn sieht. Wenn man Split und vor allem Unbreakable mochte, wird man allerdings auch hier Spaß haben: es wird viel mehr gesprochen als gekämpft. Und während der Therapie der drei „Helden“ zweifelt man sogar als Zuschauer an deren übermenschlichen Fähigkeiten.

Dass Bruce Willis kein potentieller Oscargewinner ist und Samuel L. Jacksons Rolle als sedierter Rollstuhlfahrer keine großen schauspielerischen Leistungen verlangt, war vorhersehbar. Allerdings auch, dass James McAvoy das rausreißen würde – die Wechsel der verschiedenen Persönlichkeiten fand ich schon in Split beeindruckend. Etwas schade ist, dass Glass da sehr viel auf Muskelmasse und Schnittführung setzt, statt dem Darsteller freie Hand zu lassen – der kann solche schweren Rollen spielen!

Es empfiehlt sich allerdings, die Trilogie (bestehend aus Unbreakable, Split und Glass) komplett zu sehen oder sich zumindest noch gut an die Filme zu erinnern. Insbesondere die Geschichte um David Dunn und Mr. Glass hatte ich kaum noch auf dem Schirm – gut, dass ich sie nochmal gesehen habe. Einige Zusammenhänge werden nicht nochmal erläutert und Details spielen eine große Rolle, um Glass zu verstehen. Das macht den Film auch nicht zur ersten Wahl für einen spontanen Kinoabend.

Ob eingefleischte Fans von M. Night Shyamalam auf ihre Kosten kommen, kann ich nicht so richtig beurteilen. Bekannt wurde dieser ja mit überraschenden Enden und Plottwists. Genau sowas erwartet man aber eben auch von seinen Filmen und da ist The Sixth Sense wohl das Maß aller Dinge – daran zu kommen ist natürlich schwer. Ein bisschen versucht Glass es zumindest, ein zwei kleine Überraschungen gibt es, aber einen „BOAH“-Effekt hat der Film nicht.

Fazit: Wenn man auf dichte Thriller steht und/oder wissen möchte, wie es mit den Helden und Antagonisten der ersten Filme weitergeht, ist man in Glass gut aufgehoben. Zum Zwischendurch-gucken sollte man wohl lieber einen anderen Film wählen.

Ant-Man And The Wasp

Ins Kino gehe ich in den letzten Monaten eher selten. Dafür gibt es auch einen Grund: mein bester Freund, der mich häufig ins Kino begleitet hat, ist seit einigen Monaten behundert. Er hat sich im Januar einen Welpen zugelegt, der konnte natürlich erstmal nicht so lange allein bleiben. Inzwischen hält er ein paar Stunden durch, da sind häufigere Film-Begutachtungen bereits geplant.

Zuvor ging’s aber am Dienstag in Ant-Man And The Wasp.

Davor

Ant-Man finde ich deutlich angenehmer als die meisten anderen Marvel-Filme. Den Unterschied macht für mich, dass es nicht um globale Zerstörung und das Ende allen Lebens geht, sondern sich die Bedrohung im Kleinen abspielt – im wahrsten Sinne des Wortes! Außerdem finde ich genau diese Szenen – große Dinge ganz klein – optisch sehr interessant.

Dabei

  • Paul Rudd – der auch das Drehbuch für den ersten Ant-Man und dieses Teil verfasst hat, als Ant-Man
  • Michael Douglas als Dr. Henry Pym
  • Evangeline Lily – hat auch im zweiten und dritten Teil des Hobbits mitgespielt
  • Michael Peña – den kennt man aus ziemlich vielen Filmen, z. B. Nur Noch 60 Sekunden oder Der Marsianer
  • Laurence Fishburn als Bill Foster

Darum geht’s

Dr. Pym (Douglas) hat seine Frau vor Jahren im subatomaren Raum verloren. Nachdem Ant-Man von dort zurückgekehrt ist, forscht Pym zusammen mit seiner Tochter (Lily) an einer Möglichkeit, auch seine Frau zurückzuholen. Diese kommuniziert derweil mit Scott Lang, der sein Haus eigentlich nicht verlassen darf – tut er aber trotzdem, denn er wird von Pym entführt und um Hilfe gebeten.

Leider ist das Vorhaben, einen stabilen Tunnel in die Quantenebene zu bauen, schwieriger als gedacht, denn nicht nur der Schwarzmarkthändler Sonny Burch sondern auch Pyms ehemaliger Partner Bill Foster und sein Schützling Ghost haben Interesse an Pyms Labor…

Danach

Bewertung: 7/10

Ich fand diesen Teil etwas besser als den letzten Ant-Man, er kommt schnell zur Sache und weist wenige Längen auf, die es auszusitzen gilt. Außerdem lebt sein Humor nicht von offensichtlichen Witzen und Dialogen sondern ist oft subtiler.

Die Action-Szenen machen Spaß, allerdings  hätte ich mir mehr Verkleinerung gewünscht. Gerade die Verfolgungsjagden im Matchbox-Auto-Format sind mal was anderes – schade, dass dieses Potential nicht genutzt wird.

Aber: Ant-Man and The Wasp macht Spaß und knüpft an die Handlung von Avengers: Infinity War an – ist also vermutlich ohnehin nötig, um nachfolgende Filme zu verstehen.

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