Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, …

was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den Menschen, der ihn benutzt, aus?

– Albert Einstein

Meinen ersten richtigen Schreibtisch bekam ich im Alter von ungefähr 10. Er war durchaus als praktisch zu bezeichnen, da seine Platte nicht nur höhenverstellbar sondern auch in allen erdenklichen Winkeln neigbar war. Kombiniert mit einer überaus robusten Plastikoberfläche in einem dezenten Schulflurbodenbelag-Grau machte ihn dies zu einem echten Allrounder: man konnte ihn als Staffelei, Whiteboard, Tisch oder Raumtrenner benutzen. Sogar an eine hochschiebbare Stifte-am-Wegrollen-hindern-Leiste aus echtem rot lackierten Kruppstahl war gedacht worden. Wirklich praktisch. Wie das so ist, sind praktische Dinge meist nicht schön. Und wie das auch so ist, hat man, wenn man mit 20 in die erste eigene Wohnung zieht andere Sorgen als diese geschmackvoll einzurichten.

Ich platzierte meinen Tisch vor 5 Jahren also neben meinem Fenster, schraubte ein CD-Regal an die Wand darüber und drapierte alles, was nirgendwo anders Platz fand, irgendwie darauf… Stiftebecher, Brillenputztücher, Hörspiel zum Thema Drogenvermeidung usw. – das klingt erstmal nach kreativem Chaos, kam chaotischem Chaos aber viel näher. Ordnung allein hätte wenig genützt, da der besagte Tisch ebenfalls keine Augenweide mehr war: abgeplatzter Lack, Dreck hinter der Stifte-Wegroll-Sicherungsleiste, Kratzer im Grau und über die Federn der Mechanik möchte ich gar nicht schreiben. Die zu Säubern war nämlich tatsächlich ein Ding der Unmöglichkeit. Ersatz musste her.

So begab ich mich nach Schweden und kehrte zurück mit Linnmon, Ullrik, Ekby Alex und Kleinkram, an dem man einfach nicht vorbeigehen kann. Ich bin eine Sklavin des Ikea-Nestbautriebs! Linnmon, meine neue Platte, wurde fachmännisch von meinem Vater gekürzt, da es keine in Tiefe und Länge passende gab; mein alter Schreibtisch aus der Wohnung geräumt und der neue aufgebaut. Darüber an die Wand kam noch ein Regal. Wenn man eine kleine Wohnung hat, muss man eben stapeln. Ich präsentiere euch hiermit dann die neue Kommandozentrale, links wie es bisher aussah (natürlich waren in dem CD-Regal CDs) und rechts der neue Anblick:

alter Schreibtisch  neuer Schreibtsich

 

2 Kommentare

  1. Schick ist’s geworden! Und das mit der Ikea-Abhängigkeit kenne ich nur zu gut… wenn ich mich hier so umgucke, wäre unsere Wohnung ohne Ikea recht spärlich eingerichtet. *ahem*

    Was steht da auf deinem Wallpaper drauf?

  2. Danke schön.

    Meine Wohnung wird auch von Ikea dominiert. Aber warum auch nciht, die Sachen sind ja auch schön, praktisch und preiswert.

    Das Wallpaper ist ein Bild von Banksy, einem britischen Graffitti-Künstler. Darauf steht „I’m out of bed and dressed – what more do you want?“

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