Ant-Man

In Ermangelung anderer Alternativen besuchte man Ant-Man, nachdem der Wunsch, ins Kino zu gehen, aufgekommen war.

Was habe ich erwartet?

Ich bin ja nicht der größte Marvel-Fan. Ein paar der Figuren sind ganz ok – na gut, es beschränkt sich ziemlich auf Iron Man, der ja wenigstens auch bei den Avengers mitmischt. Die meisten anderen Filme waren mir aber zu kindisch. Von Ant-Man erwartete ich also auch nicht gerade viel.

Worum geht’s?

Der Physiker Henry Pym (Michael Douglas – Sag kein Wort, Haywire) hat die sog. Pym-Partikel entwickelt, mit denen es möglich ist, den Abstand zwischen den Atomen zu verringern. Dadurch schrumpfen Gegenstände und Personen, behalten ihre Kraft aber bei. Das ganze kombiniert mit einem Anzug macht einen Menschen zu einem Soldaten in der Größe einer Ameise – den Ant-Man. Pyms ehemaliger Lehrling Darren Cross (Corey Stoll – Non-Stop, Lucky Number Slevin) arbeitet weiter an der Entwicklung der Pym-Partikel. Auch er hat einen Anzug entwickelt, den Yellowjacket, der dem des Ant-Man nicht unähnlich ist.

Scott Lang (Paul Rudd – Das ist das Ende, Nachts im Museum) wurde gerade aus dem Gefängnis entlassen. Er ist Meisterdieb und Vater einer kleinen Tochter, die er finanziell nicht unterstützen kann. Um Kontakt zu dieser haben zu dürfen, benötigt er Geld, möchte dieses allerdings fortan auf ehrliche Weise verdienen. Die Jobsuche erweist sich nicht gerade als erfolgreich, weshalb Lang die Chance ergreift, zusammen mit seinen Freunden noch einmal einen gewinnversprechenden Einbruch durchzuziehen. Ziel ist ein Tresor im Haus eines reichen Wissenschaftlers – Henry Pym. Dort befinden sich aber nicht die erhofften Reichtümer sondern lediglich ein Anzug. Als Lang diesen anlegt, findet er sich schon bald darauf in Ameisengröße in einer Badewanne wieder. Unter strenger Beobachtung von Pym – dieser ist nämlich in der Lage, Ameisen zu kontrollieren und zu seinen Komplizen zu machen.

Währenddessen hat Cross es geschafft, sich selbst zu schrumpfen. Er möchte die Technologie als Waffe benutzen, woran Pym ihn hindern möchte. Dazu braucht er aber die Hilfe eines neuen Ant-Man – wie praktisch, dass Lang schon bereit steht.

Bewertung

6/10

Im Prinzip wurde meine Erwartung erfüllt, es gibt Marvel-typisches Actionkino, zwischendrin ein paar Lacher und etwas Emotion, für meinen Geschmack aber zu lieb und vorhersehbar. Es macht also auch Spaß, zuzuschauen, mehr als einmal muss ich das aber nicht haben.

Was bei Ant-Man den Unterschied macht, ist die Größe des Helden und der Verwüstung. Diese ist nämlich zur Abwechslung mal nicht global oder zumindest national, sondern beschränkt sich auf ein einziges Haus. Außerdem ist der Perspektivwechsel von den winzigen Kämpfern, die sich mit Spielzeugautos bewerfen zu der Kinderzimmer-Totalen jedesmal wieder interessant. Da liegt aber auch gleichzeitig mein größer Kritikpunkt: Gerade am Anfang wird die Kleinheit des Protagonisten nicht ausreichend genutzt. Eine zweisekündige Begegnung mit einer Ratte hätte man wunderbar ausbauen können, ebenso die Größe der Wassermassen in die Badewanne oder den Kampf ums Überleben zwischen den normalen Menschen. Stattdessen wird hier auf Superameisen, die mit Kameras und Stromleitern bestückt sind, gesetzt. Schade.

Das macht Vergleiche mit Filmen wie Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft auch geradezu frevelhaft. In diesem wird die Atmosphäre des Kleinseins viel besser ausgeschöpft und genutzt, als in Ant-Man. Und gerade das wäre im 3D-Kino doch das Spannende. Eine Spinne in der Größe eines Pferds, baumhohe Grashalme…

Für Marvel-Fans sicher ein Muss und wer’s eilig hat und unbedingt ins Kino möchte, findet hier auch Erlösung von animierten, gelben Tictacs oder beim Anblick eines Strippers hysterisch kreischenden Frauen. Aber in den kommenden Wochen laufen auch Filme an, von denen ich mir weit mehr verspreche.

 

2 Kommentare

  1. Salut, Mara.
    Erneut ein Beitrag Hollywoods zur Verwurstung des Superhelden-Genres – Motto: Wir steigen erst vom Gaul wenn der ein Kadaver ist. Paralyse-Kino…
    Ich vermute, daß der unaufgeregte Fünfziger-Film ‚The Incredible Shrinking Man‘ mehr Substanz & Einsichten aufbieten kann. Aber, Denken ist im Popcorn-Movie eher nicht veranlagt.

    Auf cineastische Besserung!

    bonté

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