Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere

Zu Weihnachten bekam ich zwei Kinogutscheine. Sowas möchte ich ungern verkommen lassen, daher schleppte ich umgehend am gestrigen Abend einen Freund erst ins Restaurant und anschließend in den letzten Teil der Hobbit-Reihe.

Was habe ich erwartet?

Nachdem mir der vorige Teil der Reihe nicht all zu sehr zusagte, erwartete ich nicht gerade viel. Ich hoffte lediglich auf ein paar tote Zwerge, mehr Kämpfe und weniger Kinderkram.

Worum geht’s?

Der Hobbit: Smaugs Einöde endete damit, dass Smaug, der sprechende Drache, seinen Geldspeicher verließ und sich aufmachte, die Seestadt niederzubrennen. Gesagt, getan, es dauert nicht lange und da sieht’s aus wie Dresden ’45. Allerdings findet Smaugs Schreckensherrschaft ein jähes Ende durch die fähigen Hände Bards (Luke Evans, kennt man aus „Die drei Musketiere“ und „Dracula Untold“). Der Tod des Drachens spricht sich recht schnell rum und nun will jeder ein Stück vom großen Goldkuchen abhaben: Elben und Orks beziehen Stellung vor dem einsamen Berg, in dem die Zwerge unter Führung Thorin Eichenschilds das Gold bewachen. Dieser wird immer paranoider und sieht gar nicht ein, etwas von seinem Schatz zu teilen. Außerdem ist er besessen von der Suche nach dem Arkenstein, der sich bereits seit dem vorigen Teil der Trilogie sicher in Bilbos (Martin Freemann – „Per Anhalter durch die Galaxis“, Dr. Watson aus der britschen Sherlock-Holmes-Serie) Tasche befindet. Und der Hobbit hat damit etwas ganz anderes vor…

Bewertung

8/10

Meine Gebete wurden erhört: endlich gibt es Blutvergießen. Die Schlacht der fünf Heere ist m. E. der beste Teil der Reihe. Das liegt nicht nur daran, dass er der düsterste und mit Abstand brutalste ist, sondern vor allem an großartig choreografierten Kämpfen und Bildern – das „Herr der Ringe-Gefühl“ ist viel präsenter.

Leider sieht man doch, dass Peter Jackson sich weniger um echte Bilder bemüht hat als um Computertechnik. Und auch, wenn da natürlich viel mehr möglich ist, als vor 15 Jahren, als Herr der Ringe gedreht wurde, ist es doch nicht real.

Insgesamt kann man sich das Finale der Hobbit-Trilogie allerdings sehr gut anschauen, auch, wenn man einen der vorigen Teile nicht gesehen oder verdrängt hat. Und weil ich Spaß im Kino hatte gibt’s ganze acht Pünktchen.

11 Kommentare

  1. Mae govannen, Mara.
    Nach der Sottise, unter der man/frau den ersten Teil subsummieren könnte, fällt eine Steigerung natürlich leichter. Obschon nicht wenige Meinungen auch im Finale einen Mangel an Seele feststellen.

    Eigentlich schade, daß die selbe Kernmannschaft daran gescheitert ist das Mittelerde-Feeling auch in dieser Verfilmung zu verankern.
    Ob Guillermo del Toro als Regisseur besser ausgearbeitet hätte?
    Peter Jackson ist auf jeden Fall wieder einmal dem optischen Overkill erlegen (‚King Kong‘).
    Böse Zungen meinen ja, daß ein Final-Cut zu einem 130 Minuten-Film, näher an der Wahrheit läge.
    Aber Köche haben ja gern ihre Suppe mit Wasser gestreckt.

    Wie sieht’s am Mount Kleenex aus?

    bonté

    1. Aloha!

      Die Erkältung wird so langsam besser…

      Dass del Toro evtl. die bessere Wahl gewesen wäre, habe ich auch schon gehört. Ich kann dazu nicht viel sagen, da ich gerade keinen seiner Filme im Kopf habe… die Herr der Ringe-Filme hat Peter Jackson ja auch hinbekommen, daher überrascht es mich, dass es beim Hobbit dann irgendwie nicht so geklappt hat.

      15 Minuten weniger… ja, da hätte man was rauslassen können. Aber ich schalte schon „Die Rückkehr des Königs“ konsequent nach der Vernichtung des Rings ab. Das End-Geschnulze mit knienden Königen und abreisenden Hobbits muss ich mir nicht geben. Ich weiß, wie’s endet und wirklich schön finde ich die Szenen nicht bzw. nur beim ersten Mal.

      Grüße!

      1. …sieh mich erfreut um Deiner Gesundheit Besserung.

        Del Toro, wegen externer Rechte-Kabeleien nach Jahr & Tag vom Hobbit zurückgetreten, ist der Richtige um verquere Phantasien mit eben solchem, gepiercten Leben zu füllen. ‚Pan’s Labyrinth‘ oder beide ‚Hellboy‘-Teile, um Beispiele zu nennen.
        Apropos – Neil Marshalls ‚Doomsday‘ schon goutiert?

        Ich dachte an doch mehr als nur „15 Minuten“; eben die Hobbit-Trilogie auf 2 Stunden 10 eingedampft…
        Anmerkenswerterweise sind für mich jetzt die LotR-extended-Fassungen die perfekteren Filme. Wenn Galadriel sich in den Grauen Anfurten auf die große Reise macht, glüht mir immer die Romantikader auf. Yep.

        bonté

        1. Huhu!

          „Pan’s Labyrinth“ habe ich nie gesehen… wollte ich immer mal, ergab sich aber irgendwie nicht. „Hellboy“ fand ich jetzt aber nicht so besonders, muss ich sagen.

          „Doomsday“ kenne ich, ja, die Erinnerung ist allerdings eher dürftig. Einzelne Szenen habe ich aber im Kopf.

          Ah, ich dacht du meintest nur den letzten Teil. x) Den ersten Film fand ich noch ganz ok, der zweite war schrecklich, der dritte wiederum ganz gut. Also hätte man für mcih den zweiten getrost weglassen können.

          Auf die Extended-Fassungen bin ich auch scharf, aber die sind ja leider nicht gerade billig… am Liebsten dann auch noch über’n Beamer geschaut. Oh, ich habe zwei Freunde, die Herr der Ringe nie sahen…

          Grüße

          1. …’Hellboy‘ is fun. ‚Pan’s Labyrinth‘ dagegen absolute Düsternis, menschlicher Verzweiflung…

            Nüchtern betrachte ist „Doomsday“ ein solider Endzeitler. Aber ich schätze Rhona Mitra doch sehr.

            Im Grunde sind die Extended-Teile LotR der Directors-Cut, mußte Jackson den Kinos doch entgegen kommen. Die jammerten demonstrativ immer noch über die Kurzfassung.

            bonté

            1. Oha. Dann wird’s wohl Zeit, dass ich mir „Pans Labyrinth“ mal zu Gemüte führe. Düsternis und Verzweiflung klingen schonmal nach einem unterhaltsamen Abend. Wo wir schon dabei sind: Menschenfeind gesehen?

              Nicht jeder kann mit langen Sachen umgehen, das ist halt nur was für echte Kenner. Aber klar, viele werden bestimmt von einem Film jenseits der drei Stunden abgeschreckt. Die Aufmerksamkeitsspanne Vieler ist ja auch kaum lang genug, um ein Brötchen zu essen ohne zu vergessen, was man gerade tut.

              Grüße!

              1. …nope. Aber in Anbetracht der eben gelesenen Inhaltsangabe kann ich mir besagten Film in etwa vorstellen.
                Der Protagonist wäre demnach einer denjenigen, die jeweils ALLE anderen für ihr Scheitern verantwortlich machen können. Aber nie ihr eigenes Handeln hinterfragen wollen.
                „Liebenswert“ macht ihn definitiv die Einsicht, daß er seine Tochter umbringen müße – ein Gottes-Komplex auch noch!
                Ein Film, der mir flauschig die Galle fluten könnte, denke ich.

                bonté

                  1. …da reichte mir vorab bereits die Erwähnung einer detailierten Vergewaltigungsszene…
                    Die „Lars von Triers“ der Filmszene können mir nix wirklich näherbringen.

                    bonté

                    1. Diese Szene ist auch das einzig „sehenswerte“ an dem Film. Ganz anders: Verblendung. Ebenfalls eine detaillierte Vergewaltigungsszene, aber der Rest des Films ist auch nicht schlecht… an sich, finde ich, sollte man sowas zeigen (dürfen?), auch, wenn es Menschen vielleicht an die Grenzen ihrer Aufnahmefähigkeit, respektive ihres Verständnisses bringt, sowas passiert eben und das Thema darf keinen Halt vor der Kunst machen.

                      Immerhin metzeln Vergewaltigungsopfer nicht anschließend harmlose Künstler nieder.

                      Grüße!

  2. …daß unsägliche Verbrechen geschehen, also auch die Kunst sich damit befaßen muß – hier rennst Du bei mir durch ein Dutzend offener Tore hintereinander, sozusagen.
    Ich konfrontiere mich ungern aber mit Bildern darüber.

    Je suis Charlie…

    bonté

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