I, Frankenstein 3D

Gestern Abend habe ich mir „I, Frankenstein“ zu Gemüte geführt und war erfreut, dass ich kein Geld dafür ausgegeben, sondern das Bonuspunkte-System meines Kinos bemüht habe. Sonntags um 23 Uhr sind Kinos immer so herrlich leer, so saßen hinter mir nur ein paar Studenten und vor mir ein Pärchen – oder eine Prostituierte und ihr Kunde, Kino ist wohl billiger als Hotel – die es ab der Hälfte des Films unauffällig trieben. Ich hab’s trotzdem gemerkt und hatte folglich zumindest ein wenig Unterhaltung. Mir ist klar, dass euch DAS viel mehr interessiert – aber ich schreib‘ trotzdem über den Film.

Was habe ich erwartet?

Ich wurde vorgewarnt, dass das, was ich mir anschaue, purer, schlechter Trash sein würde. Der Trailer versprach immerhin noch einigermaßen passable 3D-Szenen und ein bisschen Underworld-Atmosphäre. Außerdem wurde Aaron Eckhart (den kennen wir als Harvey Dent/Two-Face aus The Dark Knight) für die Hauptrolle verpflichtet – das versprach, zumindest interessant zu werden. Allerdings ging ich davon aus, dass es sich um einen Film wie „Hänsel und Gretel – Hexenjäger“ oder „Abraham Lincoln – Vampirjäger“ handelt. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich selbst nicht ernstnehmen.

Worum geht’s?

Frankensteins Monster (Aaron Eckhart) ist gar nicht so monströs sondern sieht eigentlich recht gut aus. Außerdem hat es die Frau seines Erschaffers aus Rache gemeuchelt und Dr. Frankenstein selbst dem Tod überlassen. Beim Verbuddeln von dessen Leiche wird er von Dämonen beobachtet, die für den Dämonen-Prinz Naberius (Bill Nighy) arbeiten. Als sie das Monster gerade einfangen wollen, um ihn bei ihrem Boss abzuliefern, mischen sich zwei Gargoyles ein. Diese führen einen Jahrhunderte währenden Krieg gegen die Dämonen. Ihre Königin Leonore (Miranda Otto) hat großes Interesse an Frankensteins Monster und gibt ihm den Namen „Adam“. Auf dessen bitten lässt sie Adam frei. Er verbringt die nächsten Jahrhunderte zurückgezogen in den Bergen. Erst in der Jetzt-Zeit kehrt er in die städte der Menschen zurück, wird jedoch kurz darauf von Dämonen aufgespürt, die nach wie vor den Auftrag haben, ihn bei Naberius abzuliefern.

Bewertung

3/10

Die Beschreibung „purer Trash“ trifft es ausgesprochen gut. Der Film hat wirklich nichts, weshalb man ihn schauen sollte. Es kein Splatter, kein Horror, nicht lustig – höchsten unfreiwillig komisch -, schwachsinnige Handlung, unpassende Besetzung… lediglich ein wenig düstere Atmosphäre und jede Menge Effekte kann man „I, Frankenstein“ zu Gute halten.

Eine besondere Erwähnung verdient hier Aaron Eckhart. Ich frag‘ mich, was den dazu getrieben hat, diese Rolle anzunehmen. Ich mag ihn als Schauspieler recht gern, allerdings kann er nur bestimmte Rollen wirklich gut spielen. Und zwar die von Politikern, Diplomaten, Lobbyisten, smarten Arschlöchern. Als Monster das zum Superhelden wird, versagt er völlig. Schade, dass er sich dafür hergegeben hat.

Wenn man absolut gar keinen Anspruch hat ODER für sich und seine Freundin/Nutte ein nettes Plätzchen zum Poppen sucht, ist „I, Frankenstein“ bestimmt nicht die schlechteste Wahl – wobei ein 2D-Film günstiger wäre, sollte zweiteres Anlass sein, das Kino aufzusuchen; sieht auch bedeutend weniger bescheuert aus, als mit 3D-Brillen auf der Nase aufeinander rumzuhoppeln – allen Andere rate ich vom Kinobesuch ab.

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