Kommentar

Kinofilme 2013

… oder 2012

Die fettgeschriebenen Filme habe ich bereits gesehen und einen Kommentar dazu geschrieben. Wie lang dieser ausfällt, hängt von meinem Mitteilungsbedürfnis in Bezug auf den jeweiligen Film ab.

Frankenweenie
Parker
Stirb Langsam – Ein guter Tag zum Sterben
Hänsel und Gretel Hexenjäger
Oblivion
Iron Man 3
Olympus has fallen
After Earth
World War Z
Wolverine – Weg des Kriegers
The Lone Ranger
Elysium
White House Down
Der Hobbit – Die Einöde von Smaug

Frankenweenie

gesehen am: 27.01.2013
Erwartung: Kinderfilm – was mich nerven wird – mit Horrorelementen und schrulliger Burton-Atmosphäre
Bewertung: 8/10
Es geht um Victor, einen Jungen der mit seinen Eltern und seinem Hund Sparky in dem kleinen Ort New Holland lebt. Als sein Hund stirbt und er in der Schule von elektrischen Impulsen im Körper erfährt, beschließt er, seinen Hund mittels eines nächtlichen Gewitters wiederzubeleben. Das funktioniert natürlich, bringt aber auch Probleme mit sich, da er den Neid seiner Mitschüler auf sich zieht.

Der Film ist, und hier muss ich Wikipedia zitieren, ein IMAX-3D-Schwarz-Weiß-Stop-Motion-Film.  Er wurde also mit Puppen gedreht, die den typischen Tim-Burton-Look haben. Eigentlich ist alles „typisch Burton“, wobei Frankenweenie kein Musical-Film ist, wie Nightmare before Christmas oder Corpse Bride. Ich mag diesen Stil, viele andere aber nicht.


Titel: Parker
Kinostart: 07.02.2013
Erwartung: Sensible Charakterstudie, wie man sie von Statham gewohnt ist. Viele Waffen.

Stirb Langsam – ein guter Tag zum Sterben

gesehen am: 01.03.2013
Erwartung: Noch ’n Teil.
Bewertung: 3/10
Lasst es. Seht euch das nicht an. Es ist grauenhaft. Die Story ist unlogisch. Der Film enthält irre viele Fehler und der 5. Witz über Bruce Willis‘ Alter lässt einen auch nur noch die Augen verdrehen.

Aber gut, zur Handlung: Ein russischer Gefangener soll einem Politiker eine Akte aushändigen, die diesen belastet, da er ihn andernfalls tötet. Ein CIA-Agent, der zufällig der Nachwuchs John McClanes ist, plant die Flucht mit dem Gefangenen während des Gerichtsprozesses – just an dem Tag ist Daddy natürlich nach Moskau unterwegs um seinen Spross zu retten, da er erfahren hat, dieser sei in Schwierigkeiten. Er trifft selbstverständlich genau dann ein, als alles anfängt zu explodieren. Die nächsten 90 Minuten sind Gejammer, dass er solche Situationen immer anzieht, Klischee-Bösewichte und eine Story, die so hanebüchen ist, dass einem die zahlreichen Unstimmigkeiten – Wunderheilung, vorheriger Verletzungen; eine Verlegung von Tschernobyl aus der Ukraine nach Russland usw. – gar nicht so sehr auffallen. Man ist zudem amit beschäftigt, die folgende Szene vorauszusehen, da man ein ständiges Dejá-Vú hat. Zumindest, wenn man schon mehr als einen B-Action-Film aus den 90ern gesehen hat.

Der Trailer ist ok. Der enthält alle guten Szenen. Schaut lieber den… oder…:

Hänsel und Gretel: Hexenjäger

gesehen am: 02.03.2013
Erwartung: Märchen auf Erwachsenen-Art zu verfilmen, scheint ja momentan modern zu sein. Hierbei scheints aber besser gelaufen zu sein als bei „Snow White and the huntsman“. Nämlich mit jeder Menge Blut und Spaß.
Bewertung: 9/10
Erwartung erfüllt. Spritzendes Blut kommt in 3D ja eh immer irgendwie gut und auch der Rest ist schön anzuschauen, wenn man nichts gegen etwas schrägen Trash einzuwenden hat.

Hänsel und Gretel haben die Hexe in den Ofen geschubst und verbrannt. Mittlerweile sind sie erwachsen geworden und arbeiten als Kopfgeldjäger in Europa – sie machen Jagd auf Hexen, damit kennen sie sich schließlich aus. In Augsburg verschwinden immer wieder Kinder, der Bürgermeister bittet Hänsel und Gretel also um Hilfe und sie reisen mit einem Arsenal an verschiedenen Waffen an und nehmen sich den Problemen an…

Lohnt sich.

Oblivion

gesehen am: 20.04.2013
Erwartung: Platter Science-Fiction-Action-Film mit viel Geballer und einer postapokalyptischen Erde.
Bewertung: 7/10
Etwas mehr als das Erwartete war’s dann doch.

Jack Harper (Tom Cruise) ist ein Drohnenmechaniker, der mit seiner Partnerin (Liebes- und Arbeits- ) Victoria als letzte Menschen auf der, vom Krieg verwüsteten, Erde ein paar Hydrotürme bewacht. Die Türme sind da, um das Wasser zum Saturnmond Titan mitnehmen zu können- D
dorthin sind die Reste der Menschheit laut Jacks und Victorias Auftraggeber „Tet“ ausgewandert. Auf der Erde treiben die „Plünderer“ ihr Unwesen, die den Mond sprengten und damit den Krieg begannen.

Nachts träumt Jack von einer fremden Frau, die, wie war es auch anders zu erwarten, plötzlich auftaucht und die Harmonie von Jack, Victoria und ihren Drohnen stört. Vor allem, da sie Jack dazu bringt, zu hinterfragen, ob er für die richtige Seite arbeitet…

Oblivion ist ein netter Science-Fiction-Thriller, der allerdings ohne großartige Überraschungen aufwartet. Vieles ist vorhersehbar und kommt einem wie bereits gesehen vor. Insgesamt wirkt der Film wie aus einigen Science-Fiction-filmen zusammen geschnitten. Aber man kann ihn sich ansehen, besonders, wenn man Landschaftsaufnahmen einer zerstörten Welt mag.

Iron Man 3

gesehen am: 04.05.2013
Erwartung: Der Trailer lässt befürchten, dass sie Iron Man das einzige genommen haben, was diese Filme sehenswert machte: Robert Downey jr.’s Sarkasmus und Egozentrik. Ich hoffe sehr, meine Erwartungen werden nicht erfüllt.
Bewertung: 9/10
Gott sei Dank wurden meine Erwartungen tatsächlich nicht erfüllt, viel mehr ist es so, dass für den Trailer die Szenen zusammengeschnitten wurden, in denen Tony Stark nicht sarkastisch und arrogant ist.

Von einer Comicverfilmung kann man natürlich nicht erwarten, dass sie geistreich und tiefgründig ist, aber wenn man kurzweiligen, actionreichen Spaß sucht, ist man in Iron Man 3 schon ganz richtig. Einzig das extrem schnulzige Ende stört mich persönlich ziemlich. Gott sie Dank verspricht ein Satz am Ende des Abspanns, den man als Marvel-Kenner ja ohnehin immer schaut, noch verheißungsvoll „Iron Man will return“, denn nach dem Ende können einen da doch Zweifel beschleichen.

Olympus has fallen

gesehen am: 17.06.2013
Erwartung: Netter Actionthriller zum Zwischendurchgucken und danach wieder vergessen
Bewertung: 7/10
Olympus has fallen ist eine typische One-Man-Show. Mike Banning (Gerald Butler) ist beim Secret Service mit dem Schutz des US-Präsidenten Benjamin Asher (Aaron Eckhart) und dessen Familie betraut. Ausgerechnet am Weihnachtsabend stürzt das Auto mit der First Lady darinnen in einen Fluss – sie stirbt, Asher überlebt, möchte den von Schuldgefühlen gequälten Banninger jedoch nicht mehr sehen. Dieser wird ins Finanzministeirum an einen Schreibtisch mit Blick auf das weiße Haus versetzt. Als dieses von Südkoreanern angegriffen wird, sind es für ihn also nur wenige Meter…

Was dann folgt, kann man sich ja denken – oder einfach dem Trailer entnehmen. Banning ist allein im weißen Haus unterwegs in dessen Bunker der Präsident gefangen gehalten wird. Er sieht sich nicht nur mit einer ganzen Horde Südkoreanern konfrontiert, sondern muss auch noch eben den 12jährigen Sohn Ashers retten…

Man kann Olympus has fallen angucken, wenn man Actionfilme mag. Auch die Fans von Brutalität kommen auf ihre Kosten, wobei es keine detaillierten Folterszenen gibt. FSK 16 halt. Mir persönlich fehlte es in dem Film vor allem an charakterlicher Tiefe. Dass diese durchaus mit einem eigentlich sehr stumpfen Actionfilm vereinbar ist, zeigte im letzten Jahr bspw. Lockout – wo der Held immerhin noch sarkastisch-lustig war.

In diesem Jahr kommt noch der Roland-Emmerich-Film White House down in die Kinos. Gemessen an dem Trailer scheint dieser sich nicht wesentlich von Olympus has fallen – der übrigens auch mit ausreichend Explosionen und einstürzenden Gebäuden aufwartet um Emmerich würdig zu sein – zu unterscheiden. Wobei ich hier mal den Verdacht in den Raum werfe, dass White House down ungefähr eine Stunde länger, 3€ teurer und um einiges schmalziger ist.

After Earth

gesehen am: 24.06.2013
Erwartung: Action-Science-Fiction-Film mit schönen Bildern.
Bewertung: 5/10
Ich sag’s vorneweg: die schlechte Bewertung hat nichts mit den angeblichen Paralleln zur Scientology zu tun – mit deren Programm habe ich mich zu wenig beschäftigt, um mich dazu äußern oder auch nur beurteilen zu können, ob da was dran ist. Nein, es ist einfach der Film, der mir nicht gefällt.

Kitai Raige (Jaden Smith) ist 13 Jahre alt und strebt eine Militärkarriere an, genauso wie Papa Cypher Raige (Will Smith). Dieser ist ein hochdekorierter General, was hauptsächlich daran liegt, dass er einer der wenigen ist, die von den außerirdischen „Ursas“ nicht gerochen werden können, da er keine Angst hat. Die Menschheit hat sich nämlich, nachdem die Erde zerstört wurde, auf und davon gemacht zum Planeten auf dem die Ursas – blinde Bestien, die sich unsichtbar machen können – lebten. Seitdem herrscht Krieg.

Vater und Sohn brechen zu einem Trainingsausflug mit einem Raumschiff auf. An Bord ist eine recht große Mannschaft und ein lebender Ursa, der in einem Käfig zu Trainingszwecken transportiert wird. Ein Asteroidenschauer beendet die Reise vorzeitig, das Schiff purzelt auf die Erde, wo es in zwei Teile zerbricht. Cyper hat beide Beine gebrochen, Kitai ist gesund, alle anderen Mannschaftsmitglieder sind tot und der Notfallsender im vorderen Teil des Schiffes ist hinüber- es gibt noch einen, im 100km entfernten Heck, in dem sich auch der Ursa befand. Kitai wird also mit einer Waffe, einem Anzug, Sauerstoff usw. versorgt und auf die Reise zum Rest des Schiffes geschickt, per Funk, Video und ähnlichem immer mit seinem Vater verbunden.

Die Geschichte um die zerstörte Erde auf der „alles dazu mutiert ist, Menschen zu töten“ hätte einiges an Potential geboten, welches nicht genutzt wurde. Die schönen Szenen, die eine riesige Bisonherde zeigen oder den Ascheregen eines Vulkans sieht man schon im Trailer, ebenso wie die Begegnungen mit den Tieren, die im Endeffekt dann doch weder mutiert noch in der Stimmung, Menschen zu töten, sind. Daher erwartet man die ganze Zeit etwas, was nicht passiert. Was passiert sind jedoch endlose Dialoge zwischen Vater und Sohn sowie Erinnerungssequenzen an die getötete Tochter bzw. Schwester. Letztendlich ist After Earth bis zur letzten Minute vorhersehbar – schade, da der Regiessuer M. Night Shyamalan das Spiel mit überraschenden Wendungen eigentlich meisterhaft beherrscht. Hier hätte man etwas wirklich Gutes draus machen können, so ist es ein sehr durchschnittlicher Science-Fiction-Film mit einer 0815-Vater-Sohn-Beziehungskiste geworden.

Aber, naja, da hatte natürlich wieder niemand sein Handtuch dabei. Kann ja nur schief gehen.

World War Z

gesehen am: 20.07.2013
Erwartung: Kriegsfilm mit Schönling Brad Pitt als Supersoldat.
Bewertung: 8/10
Gerry Lane (Brad Pitt) ist ein ehemaliger UN-Mitarbeiter und lebt mit seiner Familie in Phliadelphia. Eines morgens kommt die Zombie-Apokalypse, von der es bisher nur vage Berichte im Fernsehen gab, dort an. Innerhalb von Minuten bricht das absolute Chaos aus. Danke Lanes früherer Tätigkeit werden seine Frau, die beiden Töchter und er noch hinaus auf’s Meer evakuiert. Dort informiert man ihn darüber, dass er einen jungen Virologen nach Südkorea begleiten soll, wo der Ursprung der Infektion vermutet wird. Lane ist nicht begeistert, willigt jedoch ein, da seine Familie, sollte er sich weigern, das Schiff direkt wieder verlassen muss.

Bevor man mich darauf aufmerksam machte, dass das „Z“ für Zombies stünde, dachte ich, es handele sich um einen normalen Kriegsfilm in dem Brad Pitt einen Soldaten spiele. Da in den letzten Jahren Zombiefilme en masse gedreht wurden, erwartet man automatisch, dass man nichts neues mehr geboten bekommt. Gut, die Zombies unterschieden sich nicht maßgeblich von ihren Kollegen, außer, dass sie hier verdammt schnell, verdammt stark und verdammt schwer zu töten sind. Die Handlung weicht jedoch mal erfrischend von dem bekannten „Gruppe Überlebender muss eine sichere Zone erreichen“-Schema ab, geht es hier doch eher um das Handeln der Regierungen in Extremsituationen.

Mich erinnert der Film mit seinen häufigen Schauplatzwechseln und der doch recht vorhersehbaren Handlung ziemlich an ein Computerspiel mit seinen unterschiedlichen Leveln. Über Unlogik und kleine Fehler muss man natürlich hinwegsehen können. Da er jedoch durchaus spannend und actionreich ist, lohnt es sich, ihn im Kino anzuschauen – nur nicht unbedingt in 3D. Schockszenen kommen vor, werden jedoch nicht inflationär genutzt, es handelt sich schließlich um einen Actionfilm mit Zombiebeteiligung, nicht um einen Zombie-Horror-Schocker. Lobend erwähnen muss ich außerdem, dass nicht um den heißen Brei herumgeredet wird, sondern hier das Zombiekind beim Namen „Zombie“ genannt wird.

Außer Brad Pitts Rolle – in die eher übrigens doch sehr gut hineinpasst – begegnen uns keine weiteren Hauptfiguren. In den Nebenrollen finden sich lediglich David Morse (Dr. House, Insomnia, Drive Angry u. a.) und ein plötzlich auftauchender Moritz Bleibtreu. Das Raunen, das durch’s Kino ging, bewies, dass nicht nur mein Begleiter und ich uns gefragt haben wo, und vor allem warum sie ausgerechnet den ausgegraben haben.

Insgesamt kann ich World War Z sehr empfehlen, wenn man mal Lust auf etwas Action hat.

Wolverine

gesehen am: 27.07.2013
Erwartung: Neuer bissig-witziger Mutantenfilm.
Bewertung: 4/10
Wolverine, dessen richtiger Name Logan lautet, ist ein Mutant aus der X-Men-Serie und der Liebling der Zuschauer. So bekam er mit X-Men Origins: Wolverine bereits 2009 einen eigenen Film verpasst, in dem sein bisheriger Werdegang gezeigt wurde, vom kleinen Jungen bis zum Mutant dessen Skelett mit Admantium überzogen wurde. Seine Mutation besteht darinnen, dass er ausfahrbare Krallen an den Händen hat, die aus Knochen bestehen und folglich, wie der Rest des Skellets ummantelt wurden, außerdem ist er unsterblich und seine Verletzungen heilen innerhalb kürzester Zeit. Die Rolle des sarkastisch-verbitterten Helden übernimmt seit dem ersten X-Men-Film Hugh Jackman, immerhin passt das ganz gut.

Weg des Kriegers führt uns als erstes ins Jahr 1945 nach Nagasaki – an den Tag, als die Amerikaner die Atombombe abwerfen. Wolverine rettet im letzten Moment den jungen japanischen Soldaten Yashida. Dieser ist in der Gegenwart ein alter, kranker aber unglaublich reicher Mann – ihm gehört der größte Konzern Japans, den er nach seinem Tod seiner hübschen Enkelin Mariko vermachen will. Allerdings hat er eigentlich nicht vor zu Sterben. Er schickt seine zweite – adoptierte – Enkelin Yukio los, um Wolverine zu ihm zu bringen und ihm Sterblichkeit anzubieten im Tausch gegen seine Unscherblichkeit. Wolverine ist nicht begeistert und lehnt das Angebot ab, obwohl er bereits einige Zeit von Träumen über seine tote Ex-Freundin heimgesucht wird und den Tod als Weg sieht, wieder mit ihr zusammen zu sein. Yashida stirbt in der darauffolgenden Nacht und Wolverine bekommt im Schlaf Besuch von dessen Ärztin – er hält dies anfangs für einen Traum, muss jedoch bald feststellen, dass seine Selbstheilungskräfte nachlassen. Zudem wird Mariko mittlerweile verfolgt und schließlich entführt…

Der bissige Humor fehlt leider völlig – er wurde durch vorhersehbare Sprüche und vor allem stumpfe Beleidigungen ersetzt. Schade, bisher war Wolverine recht sympathisch und hatte wirklich Charakter. Das wird hier nicht deutlich. Die Actionszenen sind ok, es gibt allerdings eher wenige – durchzogen ist der Film von langen Dialogen und Romantikszenen. Und, was völlig fehlt, sind Mutationen. Es gibt noch zwei andere, die eine ist ein eher unspektakuläres „In die Zukunft sehen“ und die andere ist… äh, ja, „alles zusammen“ irgendwie. Insgesamt lohnt sich Weg des Kriegers einfach nicht – schon gar nicht in 3D, da die Szenen, für die 3D sich eignet (dem Zuschauer entgegenfallende oder -fliegende Gegenstände etc.), völlig fehlen.

The Lone Ranger

gesehen am: 10.08.2013
Erwartung: Nachdem Piratenfilme durch Fluch der Karibik wieder populär wurden, versucht man es hier mit Western. Immerhin, die Zutaten sind die gleichen wie bei Fluch der Karibik
Bewertung: 6/10
Ein Junge geht auf einem Jahrmarkt in eine Ausstellung über den wilden Westen. Die dort ausgestellte Indianerfigur entpuppt sich als Mensch aus Fleisch und Blut – Tonto (Johnny Depp), ein Indianer, der Jahre zuvor mit dem „Lone Ranger“ John Reid (Armie Hammer) berühmt wurde. Die Geschichte, wie es dazu kam, erzählt er in den kommenden zweieinhalb Stunden.

Kurz zusammengefasst geht es um die Machenschaften des Gangsters Cavendish und dessen Bande von Schurken, die John Reid, dessen Bruder und ein paar andere Männer töten. Gerade von Tonto begraben kommt ein weißes Pferd an und holt ausgerechnet den unerfahrenen Anwalt Reid von den Toten zurück. Dadurch wird dieser zum „Lone Ranger“, einem, laut Tonto, untötbaren Wiedergänger. Die beiden ziehen los um Cavendish und seinen Männern das Handwerk zu legen.

Mich persönlich nerven Rückblick-Rahmenhandlungen ziemlich. Noch mehr, wenn die eigentliche Geschichte plötzlich unterbrochen wird und es mit der Rahmenhandlung weitergeht. Das passiert hier ziemlich oft, dazu noch zusammenhanglos – einige Teile der Geschichte fehlen völlig, obwohl sie den Zuschauer interessiert hätten. Wegen des Regiesseurs (Gore Verbinski) des Produzenten (Jerry Bruckheimer) und Johnny Depp als Hauptdarsteller muss sich der Film den Vergleich mit Fluch der Karibik gefallen lassen – immerhin wurde er damit beworben. Und dem hält er nicht stand. 2,5 Stunden sind lang. Die Handlung ist einigermaßen komplex aber ohne Überraschungen oder Wendungen. Am Enttäuschendsten fand ich aber die Charaktere. Der Lone Ranger ist ein gesichtsloser Held ohne Ecken und Kanten, der Schurke Cavendish genauso – nur böse. Und die Figur, von der man am meisten erwartet – Indianer Tonto – wirkt so, als habe jemand gesagt „Lasst uns das gleiche machen wie bei Jack Sparrow… hier so ein bisschen komisch… und statt dem Dreispitz hat der ’n Vogel auf Kopp – haha! Und wir nehmen Johnny Depp für die Rolle, dann passt dat schon. Der ist zu hellhäutig? Kriegt er halt Farbe ins Gesicht!“. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man Depp viele Freiheiten bei der Mitgestaltung seiner Rolle gelassen hat. Dafür ist sie zu grob, wirkt fast wie skizziert. Vermutlich hat man sich da gedacht, soviel Geld scheffeln zu können wie mit Fluch der Karibik und das gleiche nochmal zu versuchen – nur eben mit Cowboys und Indianern statt Piraten. Das funktioniert nur leider nicht.

Die sechs Punkte gibt’s für den Spaß, den man bei den lustigen Szenen hat. Und für die Action, die schon solide ist. Kurzum: wenn man unbedingt ins Kino möchte, ist Lone Ranger sicher nicht die schlechteste Wahl – aber ganz sicher auch nicht die beste!

Elysium

gesehen am: 31.08.2013
Erwartung: Dysthopischer Science-Fiction-Film, wie Total Recall.
Bewertung: 7/10
Das Jahr 2154: Die Erde ist überbevölkert und zerstört, in den Straßen der Metropolen herrscht bittere Armut, Kriminalität und Gewalt. Die Polizei sowie Beamte wurden längst durch Maschinen ersetzt. Der reichere Teil der Erdbevölkerung ist nach Elysium ausgewandert, einer Station im Orbit. Hin und wieder versuchen Flüchtlinge von der Erde aus dorthin zu gelangen, vor allem, um die Medibars, die jede Krankheit binnen Sekunden heilen, zu nutzen. Viele werden bei dem Versuch des Anflugs abgeschossen, die, die es schaffen, auf der Stelle wieder ausgewiesen.

Max Costa (Matt Damon) ist ein ehemaliger Autodieb, der jetzt einer geregelten Arbeit nachgeht. Als Kind versprach er seiner Freundin Frey, er werde sie und sich irgendwann nach Elysium bringen. Mittlerweile hat er Frey aus den Augen verloren, aber natürlich taucht sie im Laufe des Films wieder auf. Als Max bei der Arbeit radioaktiv verstrahlt wird, hat er nur noch wenige Tage zu leben, wenn er nicht an eine der begehrten Medibars – sprich nach Elysium – gelangt. Er wendet sich an Spider, einen Kriminellen, der schon öfter Menschen nach Elysium geflogen hat, und bittet ihn um einen Flug. Dieser verlangt als Gegenleistung, dass Max ihm Daten aus dem Kopf des Milliardärs John Carlyle besorgt. So gelangt Max an den Code, um Elysium komplett herunterzufahren, neu zu starten und einen neuen Präsidenten einzusetzen. Der Agent M. Kruger macht ihm dabei das Leben schwer.

Elysium ist ganz solides Kino, kann man gut gucken. Natürlich enthält er einige Logikfehler und die Rolle von Jodie Foster erschließt sich mir nicht wirklich. So eine hochbezahlte Schauspielerin für eine Nebenrolle? Wie in „District 9“ greift Blomkamp erneut die Themen Ausgrenzung, Armut und Zwei-Klassen-Gesellschaft auf. Die Art und Länge (109 Minuten) des Films wird diesem Thema leider kaum gerecht, weshalb viele Botschaften irgendwo zwischen Explosionen und Unschlüssigkeiten auf der Strecke bleiben. Zugutehalten muss man dem Film aber, dass keine Langeweile aufkommt und es Spaß macht, zuzuschauen.

White House Down

gesehen am: 28.09.2013
Erwartung: Actionfilm mit vielen Explosionen und Schnulz
Bewertung: 6/10
John Cale (Channing Tatum) ist Ex-Marine, Personenschützer des Sprecher des Repräsentantenhauses, Police Officer und Vater einer 11jährigen Tochter – Emily. Diese ist Fan des amerikanischen Präsidenten James W. Sawyer (Jamie Foxx), daher begleitet sie Cale, als dieser im Weißen Haus ein Vorstellungsgespräch beim Secret Service hat. Den Job bekommt er nicht, nimmt jedoch mit Emily an einer Führung teil. Just in dem Moment, als das Mädchen zum Klo muss und sich daher von der Gruppe entfernt, explodiert im Kapitol eine Bombe. Im darauffolgenden Chaos wird das Weiße Haus von einer Miliz diverser Staatsfeinde eingenommen, wobei die Besuchergruppe als Geiseln genommen wird. Cale gelingt es, zu entkommen und natürlich trifft er umgehend auf den gefangen genommenen Präsidenten. In den folgenden 100 Minuten muss er nicht nur den retten sondern auch seine Tochter ausfindig machen und befreien.

Im Prinzip habe ich das bekommen, was ich erwartet habe. Es ist nun mal Roland Emmerich (2012, The Day After Tommorrow, Independence Day…), dessen Filme man sicher nicht ansieht, wenn man plötzliche Wendungen, überraschende Enden, tiefe Charaktere oder USA-kritische Inhalte sehen möchte. Er bedient sich der gleichen Zutaten wie immer: viele Explosionen und Actionszenen, getrennte Familien, Kinder in Gefahr, grenzenloser Patriotismus und ein furchtloser, unterschätzter Held. Das geht auch irgendwie auf, zumindest ist White House Down trotz seiner Überlänge kurzweilig und spannend. Aber eben auch völlig vorhersehbar und überfüllt mit Logikfehlern.

Der Film muss sich auf jeden Fall dem Vergleich mit dem vor wenigen Monaten erschienen Olympus has fallen stellen, welcher mir etwas besser gefallen hat. Zwar baut White House Down mehr Spannung auf, allerdings ist Channing Tatum als Held für mcih eindeutig eine Fehlbesetzung und absolut gesichtslos. Der Typ ist nun mal Tänzer und Modell, kein Schauspieler. Er hat ein Gesicht wie eine weiße Leinwand. Die Charakterköpfe und Sym- oder Antipathien auslösenden Darsteller wurden für die Bösewichte verschwendet. Das kann nicht mal Jamie Foxx rausreißen, der seine Rolle gewohnt solide spielt. Allerdings sind die Actionszenen durchaus ansehbar und kinowürdig. Ebenso gibt es immer wieder zwischendurch wirklich lustige Dialoge und witzige Szenen, wegen denen man auch über die teilweise sehr kitschigen Motive hinwegsehen kann.


Titel: Der Hobbit – Die Einöde von Smaug
Kinostart: 13.12.2013
Erwartung: Ich hoffe sehr, dass diesmal am Ende des Films weniger als 13 übrig bleiben. Ansonsten halt das übliche: tolle Landschaften, Kostüme, Musik.

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