Dave Eggers – Der Circle

Das oben genannte Buch habe ich neulich beendet und möchte es empfehlen, da es die Macht der großen Medienkonzerne und die schlimmstmöglichen Entwicklungen portraitiert.

Mae Holland ist Mitte 20, hat das College absolviert und erste Arbeitserfahrungen gesammelt als sie, dank ihrer Freundin Annie, an einen Job im begehrten Unternehmen „Der Circle“ kommt. Dieses ist im Prinzip eine Mischung aus facebook, Twitter, Xing, Instagram, Google und Apple: es kontrolliert das Internet, Hinz und Kunz hat einen Circle-Account, ein Leben ohne diesen ist nur noch schwer vorstellbar.

Während Maes Zeit in der Firma werden immer wieder Neuerungen vorgestellt, die von den Nutzern begeistert aufgenommen werden: Mini-Kameras. Drohnen, Meinungsumfragen usw. – das alles strebt unweigerlich der totalen Transparenz und Überwachung entgegen. Mae gerät auf Grund ihrer Beteiligung daran immer wieder in Konflikte mit ihren Eltern und Freunden. Unter den „Circlern“ und den Nutzern erfreut sie sich aber großer Beliebtheit. Doch dann begegnet sie einem geheimnisvollen Mann, der sie vor dem Circle warnt. Ist er ein Spion eines anderen Unternehmens oder ein Mitarbeiter, der mehr weiß, als alle anderen?

Als das Buch 2013 erschien, wurde es viel in der Presse erwähnt und kurz darauf auch unter dem Titel The Circle verfilmt – Emma Watson übernahm die Hauptrolle, Tom Hanks eine der Nebenrollen. Ich kann den positiven Kritiken schon zustimmen, auch, wenn ich die Handlung insgesamt sehr vorhersehbar fand. Allerdings nervt Mae einen nach einer Weile ziemlich. Nicht nur, dass sie völlig unkritisch ist, sie ist auch mit dem Empathievermögen eines Goldfisches ausgestattet.

Wenn man Dystopien mag, die in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft spielen und sich dabei bereits vorhandener Mittel bedienen, hat man bestimmt Spaß am Circle. Zudem würde ich das Buch eher der „seichten Unterhaltung“ zuordnen, was vor allem an Maes naivem Gemüt liegt. Das Denken überlässt Dave Eggers dem Leser – und ob man denken möchte, oder nicht, entscheidet man schließlich immer noch selbst. Zumindest, bis unsere Gedanken automatisch an einer Pinnwand im Internet landen.

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