Umzug Teil 1 – Wohnungssuche

Ich habe es bereits im vorigen Beitrag angekündigt: mein Jahr begann mit einem Umzug. Für einige ist das ein alter Hut, dank Studium, Beziehungen, Job in unterschiedlichen Städten sind Umzüge für sie eine lästige Routine. Nicht für mich! Ich bin aus meinem Kinderzimmer aus- und in meine erste Wohnung eingezogen und habe dort die letzten 13 Jahre verbracht. Auf 42m² im 4. Stock. Vieles war dort mit Kompromissen verbunden, die mich zwar genervt aber nie richtig gestört hatten. Zum Beispiel, Regale an der Wand hochzubauen, um Stauraum zu schaffen. Möbel hintereinander zu stellen, dass das Sofa nicht so richtig reinpasst… Von der Mini-Kücher und dem winzigen Bad ganz abgesehen.

Als 2018 der Kater einzog, wurde es noch etwas enger und wir rückten oft zusammen. Und dann kam Corona. Und der monatelange Lockdown. Nicht nur, dass ich jeden Tag in der kleinen Wohnung verbrachte. Einige meiner Aktivitäten wurden gezwungenermaßen ins „Home Office“ verlagert – zum Beispiel Yoga und Tai Chi. Und das stellte mich wirklich vor Probleme. Trotz herumgeschiebe der Möbel war es immer schwierig, genug Platz zu finden und ich haute mir mehr als 1x die Hände an Möbeln an. Dass mein Haustier dabei auf mir herumtrampelte, um mich rum schlich oder laut krähend sein Abendessen einforderte, kam erschwerend hinzu.

Wie auch immer: ich wollte ausziehen. Als erstes schaute ich einige Eigentumswohnungen an, die mir jedoch alle nicht zusagten – zumal die Preise einfach horrend sind. Eine hatte es mir angetan, wurde jedoch mit einer elektrischen Fußbodenheizung beheizt und verursachte damit Heizkosten von ca. 250€ im Monat (Funfact: soweit bin ich davon jetzt auch nicht mehr entfernt, trotz Gasheizung). Da auch keine Instandhaltungsrücklage bestand, drohte das ein teurer Spaß zu werden.

Eine Mietwohnung sollte es also werden. Und menschenfreundlich, wie ich bin, dachte ich, ein privater Vermieter sei genau das Richtige, da ich lieber einem Menschen als einer Firma mein Geld gebe. Leider entpuppten sich viele Vermieter als ziemliche Egozentriker. Einer war mir besonders lieb:

Der Vermieter-Despot

Die Wohnunganzeige fiel mir das erste Mal bereits zu Beginn meiner Suche ins Auge. ich rief dort an und fragte, ob Haustiere denn erlaubt seien. Der Vermieter sagte nein, die machen nur die Wohnung kaputt, Er wolle auch keine Musiker, Ausländer oder Frauen in gebärfähigem Alter.

3 Monate später, inzwischen war es sommerlich heiß, wurde mir die gleiche Anzeige wieder an erster Stelle angezeigt. Ich rief also nochmal an und stellte die gleiche Frage. Und siehe da: inzwischen waren Haustiere wohl ok. Da ich weder Ausländer bin noch ein instrument beherrsche, musste ich diese beiden Punkte nicht abfragen aber mein Alter und Geschlecht schienen ihn auch nicht abzuschrecken.

Wir machten einen Besichtigungstermin aus. Ich fuhr hin, parkte, fand aber das richtige Haus nicht sofort. So kam ich ins Gespräch mit einer Nachbarin, ein paar Häuser weiter. „Ziehen Sie da bloß nicht ein!“ sagte diese „der Typ ist ein Despot! Der tyrannisiert seine Mieter, ständig ziehen die wieder aus…“. Jetzt war ich angefixt. Dass der Typ eine Schraube locker hat, ließ mich mein erstes Gespräch mit ihm vage vermuten. Nach der eindringlichen Warnung der Nachbarin sagte ich „den gucke ich mir jetzt mal an!“ und ging strammen Schrittes auf das Haus zu.

Dort empfingen mich als erstes jede Menge Schilder die vor Videoüberwachung warnten und die dazugehörigen Kameras. Fühlt man sich da sicher oder überwacht? Die Tür öffnete ein älterer, ungepflegter Herr, der mich als ertes darauf aufmerksam machte, dass ich keine Maske brauche. Er wisse, dass Corona nur eine Lüge sei. Das Haus erwies sich als heruntergekommener Altbau der lange nicht mehr gepflegt worden war. In der Wohnung erwarteten mich zerbrochene Fliesen und ein durchgelatschter Boden. Einzig die Küche war schön – die hatte der Vormieter nämlich erst vor kurzem eingebaut. Bevor er die Wohnung vermutlich fluchtartig verließ.

Gegen Ausländer schien er nichts (mehr) zu haben. Zumindest war eine weitere Wohnung im Haus seiner Aussage nach an ein türkisches Pärchen vermietet. Ein gewisser Lokalpatriotismus musste aber schon sein: er bestand darauf, nur an waschechte Sprockhövler (dort lag die Wohnung nämlich) zu vermieten. Als Hattingerin wies ich natürlich umgehend auf meine Herkunft hin. Aufgewachsen im Wald und nicht in der Stadt und mit einem Vater gesegnet, der ein Haus in Sprockhövel besaß, war ich in seinen Augen jedoch der Immigration ins gelobte Kaff würdig.

Ich bedankte mich und verieß unter den wachsamen Augen der Kameras Haus und Hof. Beim Versuch, den Herrn nochmals zu erreichen, um abzusagen, meldete sich niemand mehr. Ob er wohl jemanden gefunden hat? Ich habe nicht mehr geschaut, ob die Wohnung noch oder wieder eingestellt wurde…

Doch lieber kein privater Vermieter

Dieses Erlebnis und einige andere ließen mich am Verstand vieler Vermieter zweifeln. Eine Daame sagte mir, wenn ich mit Katze in ihrer Wohnung wohnen wolle, müsse ich aber anschließend den Parkettboden austauschen. Ich meine.. what the fuck? Soll sie doch einfach „keine Haustiere“ sagen.

Ein älteres Ehepaar erklärte mit lang und breit, dass Frauen in meinem Alter doch sowieso bald einen Mann fänden und wieso ich noch keinen hätte – da würde es ja Zeit werden. Auch mit Kindern. Und wieso ich überhaupt ausziehen wolle, das sei ja schon verdächtig.

Jemand deklarierte einen kleinen Austritt aus einem Fenster als Balkon…

Dazu die Aussicht, sobald ein entfernter Verwandter des Vermieters eine Bleibe braucht, wegen Eigenbedarf gekündigt zu werden, schreckten mich ab.

Letztendlich entschied ich mich für die Wohnung eines Unternehmens. Aber keines der großen, lieber eine lokale Genossenschaft, die nur innerhalb Hattingens tätig ist. Ich hörte mcih um und die meisten Mieter waren recht zufrieden. Die Wohnungen zudem nicht allzuteuer und schön gelegen. Und begeht.

Ich schaute, bevor ich meine jetzige Wohnung fand, schon einige an und interessierte mich auch für eine. Die jedoch an jemand anderen ging. Im Nachhinein bin ich froh darüber, da der Schnitt nicht so schön war, ich mit dem Stadtviertel nichts anfangen kann und es zudem wenig Parkplätze gegeben hatte.

Während ich mehrmals täglich die neuen Wohnungsanzeigen durchwühlte, schaute ich mich immer um, wo es schön wäre zu wohnen; wo gibt es Balkone, Parkplätze und etwas Infrastruktur?

Und tatsächlich landete eines der Häuser, die ich begutachtet hatte, im Internet. Eine Erdgeschosswohnung, 3 Zimmer, Balkon, in der Straße gelegen, in der mein Yoga-Kurs stattfindet, vermietet von der besagten Genossenschaft. Ich meldete mich umgehend auf das Inserat und bekam die Nummer des Vormieters – und den Hinweis, dass es bereits einige Interessenten gebe.

Einige Tage später schaute ich die Wohnung an. Sie sagte mir sofort zu: alle Räume vom Flur aus erreichbar, groooßes Wohnzimmer, Schlaf- und Gästezimmer, Küche und Bad mit großer Dusche. Balkon von der Straße abgewandt nach Südwesten. In dem Stadtviertel bin ich jahrelang zur Schule gegangen, kenne mich also aus und Parkplätze gibt es auch genügend.

Ich schrieb direkt nach der Besichtigung der Genossenschaft und bekundete mein Interesse an der Wohnung. Trotz einiger Wermutstropfen z. B. dass ich selbst für den Bodenbelag zuständig sei.

Ich habe keine Ahnung, ob ich die erste war, die sich gemeldet hatte – vorstellen kann ich es mir nicht, da der Vormieter schon einige Besichtigungen hatte, und sagte, da seien auch einige begeistert gewesen – oder einfach Glück hatte… vielleicht hing es auch ein bisschen damit zusammen, dass meine Mutter und Tante Geld bei der Genossenschaft angelegt haben… auf jeden Fall bekam ich die Wohnung.

2021 . Jahresrückblick

Geschehen

  • ein paar Typen stürmen den amerikanischen Kongress
  • es wird richtig kalt – -15°C
  • ein Schiff verkeilt sich im Suezkanal
  • die Impfkampagne gegen das Coronavirus läuft an
  • olympische Spiele
  • Bundestagswahl
  • die USA beenden ihre Ofensive in Afghanistan
  • 2 Wochen später ist das Land wieder in der Hand der Taliban und muss evakuiert werden
  • wir werden in Zukunft von einer Ampel regiert
  • Flutkatastrophe im Ahrtal – auch die Ruhr tritt über die Ufer
  • Tschüss Frau Merkel, Hallo Olaf Scholz
  • Prinz Philipp stirbt
  • Militärputsch in Myanmar
  • Ein deutscher – sogar aus dem Ruhrpott – bekommt den Chemie-Nobelpreis verliehen
  • einige Vulkane brechen aus: La Palma, Java und Italien
  • mit Omikron kommt eine neue Corona-Variante auf den Markt

Gesehen

Ich war 3x im Kino. In Cash Truck, Helden der Wahrscheinlichkeit und James Bond. Am besten gefallen hat mir eindeutig Helden der Wahrscheinlichkeit.

Serienmäßig habe ich mir wieder Haus des Geldes gegeben, eine neue Staffel Into The Night, und The Walking Dead. Außerdem lief mir bei Prime Hell on Wheels über den Weg, das mochte ich – trotz des unpopulären Western-Themas ebenfalls.

In aller Munde war außerdem Squid Game. Da musste ich das natürlich auch schauen und fand es ziemlich überbewertet.

Ich habe herausgefunden, dass es alle alten Schlag den Raab-Folgen bei YouTube gibt. Die haben mir so manchen Abend versüßt und es ist oft eine Zeitreise in die Vergangenheit – was man damals noch alles sagen und machen durfte und was gerade in den Medien und der Politik so passierte…

Gelesen

Leider habe ich irgendwann einfach vergessen, weiterhin aufzuschreiben, welche Bücher ich gelesen bzw. gehört habe, es müssten aber wieder ca. 25 gewesen sein. Besonders gefallen haben mir die, die hier im Blog bereits Erwähnung fanden: Eines Menschen Flügel, Infinitum, Fever und Am Ende aller Zeiten.

Außerdem gab es noch 2 neue Romane von Ursula Poznanski, nämlich Cryptos und den 3. Teil der Vanitas-Reihe. Ich ließ mich dann auch endlich mal überzeugen, Qualityland von Marc Uwe Kling zu hören – war ganz ok.

Richtig doof fand ich dieses Jahr Krähenmutter von Catherine Shepherd.

Gespielt

Auf den Tisch – in Form von Brettspielen – kam dieses Jahr wieder am Häufigsten Western Legends. Das hat sich im Freundeskreis einfach durchgesetzt. Außerdem habe ich recht häufig bei Camel Up auf Kamele gewettet. Mir hat es zudem Blätterrauschen angetan.

Zum Geburtstag bekam ich dann noch vom Freundeskreis Die Insel der Katzen geschenkt. Ich hoffe, dass das jetzt auch häufiger gespielt wird.

Von den Neuheiten des Jahres habe ich gar nicht viel mitbekommen. Auch die Spielemesse in Essen ist an mir vorbeigegangen.

Am PC trieb ich mich ein wenig in der Welt von We happy few herum, spiele ansonsten aber nicht viel.

Gemacht

Während des monatelangen Lockdowns im Winter merkte ich vor allem eines: meine Wohnung ist zu klein. Wir hatten die Möglichkeit, unseren Tai Chi-Kurs online fortzusetzen – leider begann das für mcih jedesmal mit einer großen Umräum-Aktion, um ein wenig Platz im Wohnzimmer zu schaffen.

Einen Spieleabend hier zu veranstalten ist eine logistische Herausforderung. Es geht, so lange alle am Tisch sitzen. Sobald jemand wohin will, geht das große Gerücke los. Und dann war da noch das Sofa. Es ist schön, aber sieht in dem kleinen Raum so wuchtig aus… Kurzum, ich beschloss, dass mein zukünftiger Lebensraum größer sein sollte ale 42m².

Somit begab ich mich auf die Suche nach einer Wohnung. Zuerst dachte ich daran, zu kaufen, meine Ansprüche und finanzielle Möglichkeiten waren jedoch nur schwer zu vereinbaren. Daher schaute ich mich parallel auch nach Mietwohnungen um. Irgendwann fand ich dann tatsächlich auch eine in einem Haus, bei dem ich im Vorbeifahren schon dachte „Hier wohnen wäre bestimmt auch cool.“. Und ich hatte Glück: ich bekam diese Wohnung tatsächlich!

Die Schlüsselübergabe war am 10.12.21 und seitdem arbeiten wir daran, mein Refugium wohnlich zu machen. Am 11.01.22 ziehe ich dann um.

Ich habe 2x mit ein paar Freunden gegrillt, das waren jedesmal superschöne Abende. Außerdem war ich das erste Mal seit Jahren wieder auf einer Kirmes – natürlich nur zum Essen – und am Ende des Jahres auch noch beim mittelalterlichen Weihnachtsmarkt.

Ich bin inzwischen 3x geimpft, was nicht ganz einfach war, da mein ehemaliger Hausarzt von heute auf morgen seine Praxis schloss. Ich musste mir daher innerhalb weniger Tage einen neuen suchen, bin mit diesem aber auch wirklich zufrieden.

Außerdem habe ich Unmengen Geld in mein Auto gesteckt. Nicht mal ein Jahr nach dem Kauf gingen nämlich die Reparaturen los. Und billig waren die nicht.

James Bond 007: Keine Zeit zu sterben

Anlässlich meines Geburtstags Mitte November war es schon zum 3. Mal in diesem Jahr soweit: wir gingen ins Kino. Für mich gehört James Bond zum Pflichtprogramm. Es sind die Filme meiner Kindheit, die ich Samstagabend mit meinem Vater zusammen schaute – wir hatten nur 3 Programme, da wr die Auswahl nicht so groß.

Davor

Der letzte James Bond-Film Spectre gefiel mir nchit so richtig gut, Skyfall war deutlich besser. Da Keine Zeit zu sterben auch der letzte Bond mit Daniel Craig werden würde, hoffte ich auf ein weiteres Highlight der Reihe.

Dabei

Daniel Craig zum letzten mal als James Bond.

Léa Seydoux als Bond-Girl Madeleine Swann. Mir war die Französin bisher unbekannt, aber man sah sie wohl schon, u. a. im Grand Budapest Hotel und in der Robin Hood-Verfilmung mit Russel Crowe,

Rami Malek als Bösewicht Lyutsifer Safin. Malek bekam einen Oscar für seine Darstellung des Freddie Mercury und ist als Hauptdarsteller von Mr. Robot in Erscheinung getreten.

Ben Wishaw spielt wieder Q, ich habe ihn neulich noch im Mensch-gegen-Wal-Abenteuer Im Herzen der See gesehen.

Außerdem sind wieder dabei: Ralph Fiennes, Christopher Waltz, Naomi Harris und Jeffrey Wright.

Darum geht’s

Der ehemalige 00-Agent James Bond ist im Ruhestand angekommen. Diesen verbringt er irgendwo in einer Hütte unter Palmen am Strand von Jamaika. Sein Rentner-Dasein wird jäh unterbrochen, als 007 auftaucht: in Gestalt einer Frau. Die neue Agentin und Bonds Kumpel Felix Leiter berichten ihm, dass ein Virus incl. Wissenschaftler aus einem Labor des MI6 geklaut wurde und sich nun in den Händen der Organisation Spectre befindet.

Bond und 007 machen sich auf, eine Party der Mitgleider von Spectre zu beschatten. Und werden prompt enttarnt. Man versucht, Bond zu töten, was jedoch gehörig nach hinten losgeht. Nachdem Virus und führender Wissenschaftler erst verhört wurden, verschwinden sie schon wieder. Diesmal entführt von einem MI6-Agenten, der die Seiten gewechselt hat.

Dessen Boss Lyutsifer Safin hat Spectre ausgelöscht. Bis auf einen: Blofeld sitzt im Knast des MI6. An den Kommt er nur über dessen Psychologin Madeleine Swann ran. Und die… ist die Ex-Freundin von Bond, die dieser 5 Jahre zuvor am Bahnhof stehen ließ…

Danach

6/10

Keine Zeit zu sterben ist ein Bond-Film den ich als „ganz ok“ bewerten würde. Kein großes Kino aber er fügt sich gut in die Reihe der Filme ein. Was ich allerdings zu bemängeln habe ist 1. zuviel Schnulz. Ist ja nicht so, als wäre Madeleine Swann die erste von Bonds Frauen, die in Gefahr gerät. Bisher hatte der das mit mehr Gleichmut ertragen. 2. Hat mir der Gegenspieler zu wenig Substanz. Der ist insgesamt nur wenige Minuten lang überhaupt auf der Leinwand zu sehen und wer genau er ist und was er will, bleibt weitestgehend verborgen. Vor allem einem großartigen Schauspieler wie Rami Malek wird das eigentlich nicht gerecht.

Ansonsten gibt es das, was einen Bond-Film ausmacht: britischen Humor, Autos, technisches Spielzeug. Und ich mag den neuen Q, obwohl ich einige Filme brauchte, um mit ihm warm zu werden.