Cornelia Funke – Tintenwelt-Trilogie

In den letzten Monaten habe ich die Tintenwelt-Trilogie von Cornelia Funke gehört. Diese besteht aus den Büchern Tintenherz, Tintenblut und Tintentod.

Tintenherz

Im ersten Teil – der auch verfilmt wurde, mit Brendan Fraser in der Hauptrolle – stellt die jugendliche Meggie fest, dass ihr Vater Mo die Fähigkeit besitzt, Dinge, Personen und Tiere aus Büchern herauszulesen. Auf diese Weise gelangten einige Figuren aus dem Buch „Tintenblut“ in die reale Welt. Darunter nicht nur der euerspucker Staubfinger und sein zahmer Marder Gwin sondern auch Bösewicht Capricorn und ein Teil dessen Gefolgschaft. Als dieser das letzte Exemplar von „Tintenblut“ stehlen und Mo entführen lässt, machen sich Meggie und ihre Tante Ellinor auf, nach ihm zu suchen.

Tintenblut

Während der erste Teil hauptsächlich in unserer Welt spielte, begibt sich Meggie im zweiten selbst hinüber in die Welt des Buches um diese zu erkunden. Doch die Geschichte nimmt eine üble Wendung als ihr Vater ebenfalls in diese Fantasygeschichte gelesen und fast getötet wird. Zu allem Überfluss gelangen sie auch noch ins Visier des Natternkopfes, eines machthungrigen Herrschers, der hofft, von Mos Begabung zu profitieren.

Tintentod

Im letzten Band spitzen sich die Konflikte zwischen den Beteiligten zu. Meggies Eltern sind sich nicht einig darüber, ob sie in der realen oder der Welt des Buches weiterleben möchten; der Natternkopf ist inzwischen unsterblich und verfolgt Mo – und für den hat die Geschichte sowieso eine ganz besondere Rolle vorgesehen. Und dann ist da noch der Tod, der auch seinen Platz einfordert…

Fazit

Die Tintenwelt hat mich von Beginn an in ihren Bann gezogen. Besonders angenehm finde ich, dass Meggie, obwohl es sich um ein Jugendbuch handelt, oft nicht die Hauptrolle übernimmt sondern eine Beobachterin ist, während die Erwachsenen die Geschichte vorantreiben. Feuerspucker Staubfinger wird vor allem im zweiten Buch zu einer Hauptfigur, weil er sich am Besten in der Tintenwelt mit ihren Fabelwesen und verwunschenen Wäldern auskennt. Diese Figur war auch mein Liebling, vor allem, da sie nicht geradelinig „gut“ ist.

Das Hörbuch bzw. die Hörbücher sind hervorragend gelesen. Ich mag es total, wenn der Leser jedem Charakter eine eigene Stimme gibt. Was mich allerdings nervt: zwischen den Kapiteln wird Musik gespielt. Genre: Kaufland-Fahrstuhl-Musik. Das ist gar nicht mein Fall, da ich jedesmal einen Track weiterschalten muss – vorher aussortieren ist aber auch blöd und wenn man die CDs kauft, sowieso nicht möglich.

Ich wäre am Liebsten selbst mal durch den weglosen Wald oder die Hauptstadt Ombra gewandelt, konnte mir Feen und Glasmenschen vorstellen und bin eigentlich ganz froh, dass es hier keine Riesen gibt. Die Tintenwelt ist wunderschön beschrieben, sehr lebendig und fantasievoll – hier trifft das Zitat „Bücher sind Kino für den Kopf“ zu 100% zu.

Apropros Kino – lohnt sich der Film? Naja. Man kann ihn schauen, ja. Mit dem Buch hat er aber recht wenig gemein. Vor allem ist nur das erste Buch verfilmt worden, wirklich schön und spannend wird die Geschichte m. E. erst später.

 

Jussi Adler-Olsen

In den letzten Wochen habe ich 5 Bücher von Jussi Adler-Olsen gehört. Wirklich begeistert bin ich nicht, aber es gibt Schlechteres.

Adler-Olsen schreibt über den Kommissar Carl Mørck, dessen Kollegen Assad und Rose – die, ganz im Stile von Navy CIS, Gothic ist. Das Team bildet das „Sonderdezernat Q“ der dänischen Polizei, eine Abteilung, die darauf spezialisiert ist, uralte Fälle aufzuklären. Nebenbei geht’s außerdem um Mørcks Privatleben – Probleme mit Frauen, seinen vollständig gelähmten, ehemaligen Partner, seinen Sohn; Assads Vergangenheit und Roses Probleme.

Für das Team empfand ich recht schnell Sympathie, obwohl das Herumgestochere im Privaten schnell vom eigentlichen Fall ablenkt und das 5. Gespräch mit der Freundin nicht mehr in voller Länge breitgetreten werden müsste. Andere, interessantere Themen, werden dagegen nur äußerst oberlächlich angekratzt und abrupt fallen gelassen.

Die Fälle sind abwechselnd aus Sicht der Beteiligten (Täter oder Opfer) und dem Ermittlerteam geschildert, wobei der Leser/Zuhörer immer wieder Zeuge wird, wie sich deren Wege beinahe kreuzen. Ich habe oft wirklich mitgefiebert, ob sie endlich zueinander finden. Womöglich ist das auch der Reiz, den Liebesfilme ausmachen?

Die Taten an sich sind… ich nenne es mal „gewohnt unrealistisch“. Von jahrelager Gefangenschaft in einer Überdruckkammer, totgeborenen Babys die die Mutter mit sich herumträgt bis zu Briefen mit Blut geschrieben, ist alles dabei. Das ist mir persönlich „zuviel des Guten“, vor allem, weil die Ideen wie vom Reißbrett und wenig durchdacht wirken. Es gibt keine plötzlichen Wendungen oder Überraschungen, keine menschlichen Abgründe zu entdecken. Die Leute tun schreckliche Dinge aus den simpelsten Gründen – Rache, Geld ect.

Für Krimi-Fans ist Adler-Olsen bestimmt kurzweilig, wer aber neu ist in dem Genre oder es für sich entdecken möchte, sollte wohl eher zu anderen Autoren greifen – z.B. Simon Beckett.

BLACKOUT – Morgen ist es zu spät (Marc Elsberg)

Inhalt

An einem kalten Februarmorgen brechen in ganz Europa die Stromnetze zusammen. Es kommt zu einem Verkehrkollaps, in den Städten steht das Leben quasi still und der Fleurop-Lieferdienst funktioniert nicht mehr – kurz: das absolute Chaos bricht aus. BLACKOUT beginnt mit mehreren Handlungssträngen, die nach und nach verwoben werden. Im Mittelpunkt steht der Inormatiker Piero Manzano, der einen Hackerangriff vermutet und versucht, zu Interpol durchzudringen – nur um selbst unter Verdacht zu geraten…

Fazit

Mir hat BLACKOUT so gut gefallen, weil es hervorragend recherchiert ist und wirklich nachdenklich macht: wie sehr hängt das eigene Leben von Elektrizität ab und was täte ich, wenn es diese plötzlich nicht mehr gäbe? Ich weiß es: ich würde die Krise im kuscheligen Haus meiner Mutter aussitzen. Dort gibt’s nicht nur einen Kamin sondern auch prall gefüllte Tiefkühltruhen und eine Sickergrube – die ersetzt den Anschluss an die Kanalisation.

Ich erinnere mich noch an meine Zeit als Schülerin mit einem 45minütigen Schulweg: diesen verbrachte ich üblicherweise lesend im Bus. Damals hätte ich BLACKOUT nicht lesen wollen. Warum? Es ist zu dick. 800 Seiten sind eine Hausummer, vor allem, wenn man sie verstauen und rumtragen muss. Da lobe ich mir mein Auto und die Existenz von Hörbüchern. Zwei schlanke MP3-CDs, gelesen von Steffen Groth, einem deutschen Schauspieler, Typ: Schönling. Leider ist diese Version gekürzt. Na gut, wer hätte auch Lust, 800 Seiten vorzulesen?

Top