Das letzte Mal Kino ist schon anderthalb Monate her – es wurde also dringend mal wieder Zeit. Da mein bester Freund und ich gerade Urlaub haben, kann man da einiges nachholen. Ich nötigte ihn dazu, Sushi essen zu gehen – das wollte ich schon seit Monaten mal machen – und anschließend ging’s in den neuen Star Wars-Film.
Was habe ich erwartet?
Nachdem mir Das Erwachen der Macht nicht besonders gefallen hat, waren meine Erwartungen eher gedämpft. Der Trailer gefiel mir auch nur so mäßig, war halt ein herkömmlicher Trailer, wie er auch für jeden anderen Science-Fiction-Film hätte sein können. Einzig die Riege der Darsteller machte Hoffnung. Dort finden sich u. a. Mads Mikkelsen (Adams Äpfel, James Bond – Casino Royale) und Forest Whitaker (hat einen Oscar bekommen für Der König von Schottland).
Worum geht’s?
Der Film ist kurz vor Krieg der Sterne angesiedelt. Jyn Erso, Tochter eines Konstrukteurs des Todessterns, wird als Kind von ihrer Familie getrennt. Als Erwachsene erfährt sie, dass ihr Vater eine Achillesferse in die Superwaffe eingebaut hat: eine Möglichkeit, diese zu zerstören. Dafür werden allerdings die stark bewachten Baupläne benötigt. Jyn macht sich mit ein paar anderen Rebellen auf, diese zu holen…
Bewertung
7/10
Ich habe die Beschreibung bewusst kurz gehalten, damit die, die spoilerfrei bleiben wollen und den Film noch nicht gesehen haben, nicht zuviel erfahren. Ich fand ihn ganz in Ordnung, bei mir stellte sich aber irgendwie kein Star Wars-Feeling ein – es fehlte die Musik, die Laufschrift, das Lichtschwert-Duell. Rogue One ist eine halbherzige Verbindung der Trilogien und für Disney wohl eine willkommene Möglichkeit, Geld zu scheffeln. Wenigstens hat man es nicht als offiziellen Teil der Reihe betitelt – Episode 3,5 hätte auch wirklich blöd geklungen.
Die Schlachten sind gewohnt spannend und schnell, die Dialoge ziehen sich dafür wie Kaugummi. Es gibt ein paar lustige Szenen, vieles ist aber leider unfreiwillig komisch. Zum Beispiel das bekannte Problem der sterbenden Sturmtruppen. Ich frag’ mich, wie da die Werbeanzeige für die sogenannten “Rüstungen” ausgesehen hat?
[lightgrey_box]Endlich erhältlich! Die Statim-Exitus-Rüstung!
Verletzte Truppenmitgleider kosten das Imperium jährlich Milliarden Credits. Das muss nicht sein! Statten Sie Ihre Soldaten jetzt mit der neuen Statim-Exitus-Rüstung aus. Sie werden nie wieder Krankengeld zahlen müssen, Arbeitsunfälle bei der Berufsgenossenschaft melden oder gar eine Invalidenrente bereit stellen! Dank der neurtigen Technologie der Statim-Exitus-Rüstung stirbt der Träger umgehend bei dem kleinsten Feindkontakt. Ein Schuss in den Fuß oder die Schulter, aber auch Messerattacken oder Stockhiebe führen umgehend zu einem tödlichen Stromschlag - und steigern so Ihren Gewinn![/lightgrey_box]
Zu Gute halten muss ich dem Film das relativ düstere Ende. Mir gefiel außerdem, dass die Landschaft und Rassen endlich wieder fantasievoller und lebendiger waren, als beim letzten Teil. Das macht Star Wars eben schon aus, dass es in den Straßen von skurrilen Wesen wimmelt. Ein Lob gibt’s auch für die lebendigen Animationen, es ist irre, was da mittlerweile möglich ist. Ich hätte nur schwer sagen können, welcher Charakter aus dem PC kommt und wer von einem echten Menschen gespielt wurde.
Insgesamt war’s ein Film für einen netten Abend. Kein Muss für eingefleischte Star Wars-Fans und Vorkenntnisse werden auch nicht vorausgesetzt. Für die Liebhaber von Weltraumschlachten und fremden Welten aber auf jeden Fall eine Empfehlung.
[dark_box]
Ruhe in Frieden, Carrie Fisher!
[/dark_box]