Tenet

Fast ein Jahr ist es her, dass ich das letzte Mal im Kino war – Corona lässt grüßen. Wie Kino in Zeiten einer Pandemie funktioniert, beschreibe ich demnächst mal. Jetzt soll es aber erstmal um Christopher Nolans Neuen gehen:

Davor

Ein neuer Film von Nolan (Inception, Dark Knight, Interstellar)? Das klingt nach Pflichtprogramm für mich! Der Trailer sah viel versprechend nach Action und „irgendwas mit Zeit“ aus.

Dabei

  • John David Washington als der namenlose Agent / Protagonist – „kenn ich nich'“ war mein erster Gedanke. Stimmt. Aber den Vater, den kennt man: Denzel Washington.
  • Robert Pattinson (als Neil), der bekannt wurde als Vampir in Twilight und Cedric Diggory aus Harry Potter
  • Kenneth Branagh als Bösewicht Sator, von dem ich dachte, dass ich ihn ebenfalls nicht kenne – doch siehe da, in der Filmographie findet sich einiges: Avengers, Harry Potter, Dunkirk…
  • Elizabeth Debicki spielt Kat – sie kennt man aus Codename U. N. C. L. E. und Guardians of the Galaxy

Darum geht’s

Ein CIA-Agent schluckt nach seiner Gefangennahme eine Selbstmord-Kapsel. Die führt ihn jedoch nicht ins Jenseits sondern zu seinem Vorgesetzten der dem nun für tot erklärten Agenten einem geheimen Auftrag namens „Tenet“ zuweist.

Seit einiger Zeit finden sich immer wieder Spuren eines Krieges, der in der Zukunft stattfinden wird. Praktisch für die Gegenwart: es wurde in der Zukunft scheinbar eine Technologie entwickelt, die Objekten erlaubt, sich rückwärts durch die Zeit zu bewegen (indem sie deren Entropie umkehrt) – dadurch kommt der Schrott von später irgendwann im Jetzt an und wird gefunden. Netter Nebeneffekt: Kugeln werden nicht abgeschossen sondern eingefangen, Vögel fliegen rückwärts, Wärme fühlt sich kalt an und für invertierte (=sich rückwärts durch die Zeit bewegende) Menschen ist normale Luft nicht atembar.

Der Protagonist soll herausfinden, woher die invertierten Objekte kommen und so den Krieg verhindern. Sein Weg führt ihn und seinen britischen Kollegen Neil über Indien schließlich zum Waffenhändler Sator, der für die invertierten Waffen verantwortlich sein soll…

Danach

Nach so langer Kinoabstinenz hätte mich vermutlich jeder Film erfreut, den ich auf der großen Leinwand erblicken hätte dürfen, daher mag es sein, dass diese Rezension davon beeinträchtigt wird.. aber: Tenet ist hervorragend! Guckt ihn euch an!

Nolan hat’s ja ziemlich mit der Zeit, einer seiner ersten Filme, Memento, wird rückwärts erzählt. In Inception spielt Zeit innerhalb der Träume eine Rolle, in Interstellar ist es ein schwarzes Loch, das die Zeit ausdehnt… Tenet macht sich das Thema diesmal aber ganz konkret und nicht nur am Rande zum Thema – und ist dennoch kein Zeitreise-Film, wie es hunderte gibt.

Es gibt tolle Verfolgungsjagden, da man diese mitunter 2x sieht (einmal vorwärts und anschließend invertiert) mit Aha-Effekt, viele Szenen machen einfach Spaß, zu schauen: wie sieht eine Explosion rückwärts aus? Wie ging der Spiegel kaputt? Wie fällt jemand rückwärts?

Man kann es sich schon denken: wegen des komplexen Themas ist Tenet dennoch kein stupides Actionkino sondern ein packender Science Fiction-Thriller, der eine Menge Mindfuck-Potential hat und den man wohl mehrmals sehen muss, um alles zu verstehen.

Spaß macht es auch, hinterher der Referenzen zu lesen. So basieren der Titel und einige der Namen auf dem Sator-Quadrat:

SATOR
AREPO
TENET
OPERA
ROTAS

Dieses kann man vorwärts, rückwärts und von oben nach unten lesen. Außerdem finden sich noch einige andere Verweise darauf – wer also vor seinen Freunden angeben will, der lese vor dem Genuss des Films den entsprechenden Wikipedia-Artikel…

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