Glass

Ich war endlich wieder im Kino, und dazu noch in einem nigelnagelneuen! In Remscheid hat ein CineStar eröffnet, das haben wir uns angeguckt. Der Hund des besten Freundes, dessen Anschaffung uns im vergangenen Jahr daran hinderte, öfter ins Kino zu gehen, wurde derweil mittels Kamera und Mikrofon auf’s Handy gestreamt. Stasi-Methoden zur Hunde-Überwachung.

Davor

Wegen M. Night Shyamalan gehe ich nicht ins Kino. Aber ich habe vor 3 Jahren ja Split gesehen und fand James McAvoy beeindruckend. Außerdem war es mal wieder Zeit für einen Film. Warum also nicht dieser?

Die eher miesen Kritiken schreckten mich nur mäßig ab. Geschmäcker sind ja verschieden. Zur Vorbereitung habe ich mir extra nochmal Split und Unbreakable zu Gemüte geführt, das sollte bitter nötig sein. Beide Filme sind nicht schlecht, daher war ich gespannt, was mich erwartet.

Dabei

  • Bruce Willis als David Dunn, bekannt aus der Stirb Langsam-Reihe
  • James McAvoy in der gleichen Rolle (23 unterschiedliche Persönlichkeiten) wie in Split
  • Samuel L. Jackson als Mr. Glass, zuletzt gesehen in Kong: Skull Island
  • Sarah Paulson als Psychiaterin, die hat einer der Hauptrollen in American Horror Story und spielt die Schwester der Protagonistin in Birdbox
  • Spencer Treat Clark als Joseph Dunn. Die Rolle hat er schon als Kind in Unbreakable gespielt.

Darum geht’s

Zwei Jahre nach den Geschehnissen aus Split hält „Die Horde„, wie sich die um die Bestie gescharten Persönlichkeiten Kevin Wendell Crumbs (McAvoy) inzwischen nennen, die Stadt in Atem. Immer wieder verschwinden junge Frauen und werden leblos aufgefunden. Nicht nur die Polizei sucht nach der Horde auch David Dunn (Willis) ist auf der Jagd nach ihr: er ist zwar gealtert aber inzwischen felsenfest davon überzeugt, ein Superheld zu sein, da er nach wie vor über extreme Kraft verfügt und nicht verletzt werden kann. Mit der Hilfe seines Sohnes Joseph (Clark) spürt er die multiple Persönlichkeit auf. Doch während er sich mit der Bestie kloppt, taucht die Polizei auf. In Begleitung einer Psychiaterin (Paulson). Diese ist auf psychisch Kranke spezialisiert, die sich für Superhelden halten – in der örtlichen Psychiatrie wird bereits Mr. Glass (Jackson) behandelt. Und dieser bekommt nun Gesellschaft in Form von Dunn und der Horde…

Danach

Bewertung: 7/10

Glass ist kein Superhelden-Film, das sollte einem klar sein, bevor man ihn sieht. Wenn man Split und vor allem Unbreakable mochte, wird man allerdings auch hier Spaß haben: es wird viel mehr gesprochen als gekämpft. Und während der Therapie der drei „Helden“ zweifelt man sogar als Zuschauer an deren übermenschlichen Fähigkeiten.

Dass Bruce Willis kein potentieller Oscargewinner ist und Samuel L. Jacksons Rolle als sedierter Rollstuhlfahrer keine großen schauspielerischen Leistungen verlangt, war vorhersehbar. Allerdings auch, dass James McAvoy das rausreißen würde – die Wechsel der verschiedenen Persönlichkeiten fand ich schon in Split beeindruckend. Etwas schade ist, dass Glass da sehr viel auf Muskelmasse und Schnittführung setzt, statt dem Darsteller freie Hand zu lassen – der kann solche schweren Rollen spielen!

Es empfiehlt sich allerdings, die Trilogie (bestehend aus Unbreakable, Split und Glass) komplett zu sehen oder sich zumindest noch gut an die Filme zu erinnern. Insbesondere die Geschichte um David Dunn und Mr. Glass hatte ich kaum noch auf dem Schirm – gut, dass ich sie nochmal gesehen habe. Einige Zusammenhänge werden nicht nochmal erläutert und Details spielen eine große Rolle, um Glass zu verstehen. Das macht den Film auch nicht zur ersten Wahl für einen spontanen Kinoabend.

Ob eingefleischte Fans von M. Night Shyamalam auf ihre Kosten kommen, kann ich nicht so richtig beurteilen. Bekannt wurde dieser ja mit überraschenden Enden und Plottwists. Genau sowas erwartet man aber eben auch von seinen Filmen und da ist The Sixth Sense wohl das Maß aller Dinge – daran zu kommen ist natürlich schwer. Ein bisschen versucht Glass es zumindest, ein zwei kleine Überraschungen gibt es, aber einen „BOAH“-Effekt hat der Film nicht.

Fazit: Wenn man auf dichte Thriller steht und/oder wissen möchte, wie es mit den Helden und Antagonisten der ersten Filme weitergeht, ist man in Glass gut aufgehoben. Zum Zwischendurch-gucken sollte man wohl lieber einen anderen Film wählen.

1 Kommentar

  1. Salut, Mara.
    Mir persönlich ist ja Shyamalans ‚Unbreakable‘ der beste seiner Filme, weil er die Eigenarten von Superhelden auf ein Niveau von Realismus herunterbricht. Der Held, der von Kindern gerettet wird, oder die Dramatik eines völlig unspektakulären Würgekampfs.
    Auch mit weniger medialem Wetterleuchten (durchwachsene Kritiken) ist der Abschluss der Trilogie ein weiterer finanzieller Erfolg. Blumhouse Productions dürfte sich in den Allerwertesten beissen, weil sie das Gros der Finanzierung M. Night überliess.
    Ein Fragezeichen bleibt für mich allerdings, warum die „Organisation“ so lange Jahre braucht, um die Drei zu eliminieren…

    Der Hund wird sich dann wohl auf die Rückkehr gefreut haben.
    bonté

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