Ich wünsche dir die Post an den Hals!

Das ist schon irgendwie ein echt Fluch. Ich hatte wieder zwei wunderbare Erlebnisse mit „den Gelben“…

1. Päckchen aufgeben in Hattingen

In Hattingen ein Päckchen loszuwerden, sprich: es aufzugeben, hat nicht wenig gemein mit der Irrfahrt des Odysseus. Die Hauptpost war ohne Ankündigung geschlossen worden, da der Krankenstand zu hoch war. Nur ein Schildchen an der Tür informierte darüber. Natürlich ohne Ergänzung, wann denn wieder mit Öffnung der Tore zu rechnen sei. Es ist den ein, zwei Beamten, die dann hätten arbeiten können, ja auch wirklich nicht zuzumuten, sich die ganzen grantigen Kunden anzusehen. Übrigens wurden dort auch unlängst zwei der fünf Schalter ersetzt durch eine hübsche – Wand. Schalter weg, Wand hin.

Die nächste Möglichkeit ist ein Kiosk am anderen Ende der Fußgängerzone – der jedoch keine Päckchen annehmen darf. Warum? „Isso.. wissen wa auch nich… is ne Anweisung vonne Post.“ Weiße Bescheid.
Ein Kollege verriert mir, dass wohl die Sperrung einer der Zufahrtsstraßen schuld sein könnte. Kommt kein LKW mehr durch.

Die dritte Möglichkeit ist ein kleiner Lotto-Zeitschriften-Laden außerhalb der Innenstadt. Und da da ging die Post ab, und wie! Die zwei Damen, denen der Laden gehört, wussten wohl nichts von ihrem Glück oder waren diesem hilflos ausgeliefert: sie wurden über die Flut der Kunden, Päckchen und Beschwerden kaum Herr. In dem kleinen Laden hinter, vor und neben dem winzigen Schalter stapelten sich Postsendungen aller Art… wer hat auch damit gerechnet, dass sich so kurz vor Weihnachten alle für die buckelige Verwandschaft interessieren und anfangen, denen Sachen zu schicken?

2. Päckchen bekommen in Hattingen

Wie jedes Jahr bestellte ich beim Haus- und Hoflieferanten mit dem Namen eines Flusses meine Weihnachtsgeschenke. Mit dabei: ein Käsemesser. Der Lieferant verschickt bekanntermaßen in praktischen, braunen Umschlägen. In einem solchen erreichte mich auch das besagte Käsemesser – bzw. meinen Briefkasten. Dieser fällt vom Briefschlitz aus nach hinten ab, die Briefe rutschen darinnen quasi nach unten, zu einer kleinen Klappe, das ganze nennt sich wohl Mauerdruchwurfbriefkasten. Auf Grund der Neigung passte das Päckchen nicht hindurch, man hätte es knicken müssen. Und genau das versuchte der Postbote. Er drückte solange mit Gewalt dagegen, bis die Spitze des Messer gegen die Rückwand gedrückt der Griff knapp unter dem Schlitz klemmte, das ganze Päckchen auf Spannung gebogen im Breifkasten steckte. Damit war es nicht mehr seine Angelegenheit.

Ohne schweres Gerät war die Sendung nicht mehr herauszubekommen. ich dachte schon, ich müsse einen Handwerker rufen, der den Briefkasten von oben öffnet – was auch nicht gerade leicht geworden wäre, er ist mit der Tür-Konstruktion verschweist. Beim Service-Center der Post bekommt man von 3 Mitarbeitern 3 unterschiedliche Antworten, wie zu verfahren sei und wer die Kosten übernehme. (vermutlich niemand). Meine Mutter plädierte dafür, den Inhalt des Briefkasten anzuzünden… letztendlich nutzen wir Hammer und Meißel und bekamen damit das Messer heraus. Das ganze Unterfangen bewies auch gleichzeitig dessen Qualität: es hat die Prozedur unbeschadet überstanden.

Ich bin froh, erstmal nichts mehr mit der Post zu tun zu haben. Weder werde ich etwas zu Weihnachten geschickt bekommen, noch muss ich selbst hin. So ist mir das am Liebsten.

4 Kommentare

  1. Achja, ich kämpfe zur Zeit weniger mit der Post, eher mit den Läden bei denen ich bestellt habe.
    Die lassen sich nämlich erst einmal drei Wochen Zeit mit der Bearbeitung der Bestellung (und ich dachte, bestell mal Anfang Dezember, dann geht’s noch schneller). Und dann verschicken sie das ganze auch noch in sechs Teillieferungen, und die wichtige Teile sind natürlich immer noch nicht da.

    Ach, ist das immer furchtbar jedes Jahr!

    1. Ohja, ich HASSE Teillieferungen. Da klickt man schon an, dass die Bestellung in möglichst wenige Lieferungen aufgeteilt werden soll und dann kommen trotzdem 15 Päckchen an… meine Nachbarn halten mich bestimmt schon für bescheuert, weil ich soviel bestelle.

  2. Salvate, Mara.
    Low on man power…wobei das wolkenverschwebte Management weiterhin im global player Nebel steckt. Personal raus. Personal zu billigeren Konditionen eingestellt. Der Rest darf dankbar die Arbeit von fünf bewältigen. Eine Option auf Wiedereinführung der Leibeigenschaft in Europa, vielleicht…
    Ob gesunder Menschenverstand an den Kaderschmieden der Wirtschafts-Priesterschaft noch ein Thema ist!?

    Ob wohl Dein Briefkasten, bei seiner Erdolchung, „Auch du, Brutus…“ geröchelt hat?

    Ich tauche dann wieder in die reviews zu ‚Rogue One‘ ein…

    bonte

    1. Naja- mittlerweile gibt es ja den Mindestlohn. Und sorry, ich hab schon für weniger als 8,50€ malocht.

      Heute war wieder so ein Ding. ich war den ganzen Morgen zu Hause- was finde ich im Briefkasten? Einen Zettel, man habe mich nicht angetroffen. Super, und dafür bestelle ich pber Amazon Prime? Ich habe gerade sowas von den Kaffee auf -und ich wette, wenn ich morgen mein Zeug abholen will, ist die blöde Post wieder zu. Mööh!

      Wir lagen vor Madagaskar
      und hatten die Post an Bord
      in den Transportern verfaulten die Päckchen
      und die Kunden glaubten uns kein Wort…

      Die Briefe lagen schon sieben Tage,
      der Streik hatte uns fest im Griff
      denn Arbeit ist die größte Plage,
      selbst wenn man die meiste Zeit schlief

      Dann endlich, nach 30 Tagen
      kam ein Transporter in Sicht
      doch er fuhr vorüber
      er hatte mein Päckchen nicht…

      Ahoi, Kamerad!

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