Besuch der Monstertiere

Ich hatte in letzter Zeit ziemlich viel Tierbesuch. Leider keinen erfreulichen. Scheinbar gehen die männlichen Hauswinkelspinnen wieder auf die Pirsch, davon sind mir nämlich drei innerhalb von einer Woche begegnet. Aber auch ein paar Insekten kamen vorbei um nach der dem Rechten zu sehen.

Spinne Nr. 1

…saß vor einer Woche in meinem Wohnzimmer, als ich gerade Anstalten machte, ins Bett zu gehen. Sie war groß, sehr groß. Kaum machte ich das Licht an, verschwand sie unter dem Sofa. Ich schloss die Wohnzimmertür und ging schlafen. Am nächsten Tag las ich ein wenig über die Verhaltensweisen der possierlichen Tierchen und erfuhr dabei, dass sie nachtaktiv und lichtscheu sind. Kein Wunder, dass mein Gast die schützende Dunkelheit des Sofas bevorzugte. Unter selbigem fand ich allerdings nur Staub und Erdnussflips, keine Spinne. Mit deren Auftauchen rechnete ich erst wieder nach Einbruch der Dunkelheit.

Tatsächlich erschien sie abends dann wieder auf dem Boden. Diesmal ließ ich das Licht aus und griff mir ein Glas… skeptisch beäugte ich den Durchmesser des Glases und den benötigten Platz für diese zahlreichen Beine und nahm dann ein deutlich größeres Kerzenglas. In diesem passenden Behältnis wurde sie in den Vorgarten umgesiedelt.

Großes grünes Heupferd

Kennt die einer? Sind diese großen, grünen Heuschrecken. Einige haben einen langen „Stachel“, andere nicht. Die mit „Stachel“ sind die Weibchen, das Ding ist nämlich die sog. Legeröhre – da kommen die Eier raus. Einen gewissen Respekt vor diesen Tieren habe ich. Aus folgendem Grund: Meine Mutter mag das Zirpen der Männchen unheimlich gern. Daher wollte sie ein paar davon – incl. Weibchen, damit es Grund zum Zirpen gibt – halten. Als Gehege diente ein leeres Aquarium, in dem Futterpflanzen standen, abgedeckt mit einer sehr feinmaschigen Gardine. Leider ekelte sie sich aber anfangs davor, die Tiere anzufassen, daher wurde ich zur Heupferdbeschaffung herangezogen und war auch ür die Umsiedlung zur Reinigung der Residenz zuständig. Ich fasste sie dafür vorsichtig mit zwei Fingern an den Flügeln und hob sie raus. Was ich nicht wusste: die beißen. Und da sie Allesfresser sind, tut das auch richtig weh. Meine Mutter glaubte mir nicht – bis sie ihre Heuschrecken den Verwandten vorführen wollte und dann selbst eine am Finger hängen hatte…

Meine Besucherin setzte ich in den Margeriten ab. Leider blieb sie nicht dort, sonst hätte ich mal ein Bananenstück o. ä. angeboten. Das kam bei unseren Futterexperimenten nämlich besonders gut an.

Spinne Nr. 2

Des nachts wurde ich von einem menschlichen Bedürfnis geweckt und schlich zum Klo. Dort saß ich dann, als plötzlich eine große Spinne ca. 10cm an meinen Füßen vorbei raste. So schnell war ich noch nie von der Schüssel runter. Es war halb drei nachts und ich hellwach. Da sich der achtbeinige Kerl harnäckig weigerte, in ein Glas zu krabbeln, begab er sich in den „Insektenbus“ – auch Staubsauger genannt.

Hornisse

Angeblich sind die vom Aussterben bedroht. Ich bin da nicht so sicher denn wir haben hier wirklich sehr viele. Meine Erfahrung mit diesen Insekten sind aber durchweg positiv. Sie sind zwar groß aber sehr, sehr friedlich. Man muss sich schon selten dämlich anstellen, um gestochen zu werden. Außerdem fressen Hornissen Wespen, was sie gleich noch sympathischer macht. Meine Hornisse zog ebenfalls in die Margeriten ein und übernachtete dort sogar. Am nächsten Mittag war sie allerdings verschwunden.

Spinne Nr. 3

Heute morgen ereilte mich der Alptraum eines jeden Arachnophobikers. Ich stieg aus der Dusche, wickelte mich in mein Handtuch, wickelte es wieder auf um mich abzutrocknen und sah nur aus dem Augenwinkel eine weitere, riesige Spinne an dem Handtuch hochkrabbeln. Nass und nackt auf Spinnenjagd gehen macht keinen Spaß. Besonders, wenn das Handtuch zusammengeknüllt auf dem Boden liegt und irgendwo dadrinnen sitzt das Vieh. Ich lupfte die nächstliegende Ecke an und natürlich saß sie direkt darunter und floh hinter die Heizung. Ausgerechnet den am wenigsten zugänglichen Bereich meines Bads. Ich prockelte mit einem Besenstiel, dem Staubsauger und dem Griff der Fliegenklatsche, aber sie hatte eine hübsche, enge Ecke gefunden und wohl geplant dort zu über…tagen. Als ich gerade mit dem Stabfeuerzeug zu liebäugeln begann, fiel mein Blick auf den Fön. Scheinbar hassen Spinnen es, von heißer Luft angepustet zu werden. Kaum war sie draußen, wurde nicht mehr geblasen sondern gesaugt und weg war sie.

Hab ich bereits von meiner Theorie berichtet, nach der die stärkste Spinne im Staubsauger überlebt, sich von den anderen ernährt, immer größer wird und wenn man nach 3 Jahren den Beutel wechseln will, hängt daraus nur ein einziges, riesiges Bein?

 

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Genau wegen sowas hat mir meine Küchencrew von Sylt ein Spinnen-Notfall-Set geschenkt: Spinnenfänger und so ein Spray für die Fenster, dass die nicht reinkrabbeln wollen. Ich hab hier in der Wohnung nur diese feinbeinigen Viecher, die sich in eine Ecke platzieren und dann dort einfach sterben XD (Weberknechte, unter den Namen kenn ich die)

    Ansonsten habe ich mit Silberfischchen zu kämpfen, da ich kein Fenster im Bad habe.

  2. Silberfischchen seh ich auch immer wieder, trotz Fenster. Fallen bringen da auch nichts. Angeblich soll es aber super helfen, getrocknete Orangenscheiben auszulegen. Die mögen den Geruch angeblich nicht besonders.

    Bringt dieses Spray was? Ich hab mal gelesen, dass die Weberknechte (ich kenne die auch unter dem Namen, obwohl es, glaube ich, eigentlich Zitterspinnen sind) gern Hauswinkelspinnen verspeisen, wenn sie eine bekommen. Hauswinkelspinnen wissen das und halten deshalb Abstand. Ob’s stimmt… keine Ahnung.

    Diese Spinnenfänger kenne ich, die erscheinen mir aber nicht sonderlich sicher, irgendwie. Als könnte sich das Vieh da wunderbar befreien und türmen.

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