Der (nicht-wöchentliche) Wochenrückblick

Ich habe beschlossen, meine Leser mit einem Wochenrückblick zu beglücken! Das sorgt 1. für weniger Mails, ob ich noch unter den Lebenden weile (nein, viele gab es bisher auch nicht) und 2. für Füllkram für den Blog! Auf Grund meines langweiligen Lebens wird aber nicht jede Woche eine sein, auf die es sich zurück zu blicken lohnt. Daher: vermutlich kein wöchentlicher Wochenrückblick.

Krank, nass und genervt

Ich habe in der vergangenen Woche ungefähr 51 Stunden lang gearbeitet, hatte dabei 40°C Fieber und habe gefühlt 6.000 Taschentücher verbraucht. Die Arbeitszeit ist nicht etwa meinem, zweifellos vorhandenen, Masochismus geschuldet sondern der Tatsache, dass meine Mutter, mit der ich ja zusammenarbeite, derzeit Mexiko unsicher macht und einfach kein anderer da ist, der die Arbeit machen könnte. Nun ist es auch keine Option, die Firma zu schließen – also blieb mir nichts anderes übrig, als dort zu sein. Telefonieren macht auch erst so richtig Spaß, wenn man klingt wie Joe Cocker und das Gegenüber nicht sicher ist, ob man Mann ist oder Frau. Immerhin klang meine Interpretation von „Sail Away“ ausgesprochen originalgetreu.

Heute schüttete es wie aus Kübeln, was mein Auto dazu veranlasste, feucht zu werden wie.. wie… irgendwas jugendfreies. Die Dichtungen zwischen Verdeck und Rest des Autos wurden undicht – nennt man sie dann trotzdem noch „Dichtungen“ oder sind sie dann „Undichtungen“? Hirschtalg und Gaffertape behoben das Problem.

Der neue Tarantino-Film ist angelaufen. Dem geneigten Leser dürfte klar sein, dass mir nicht gerade die Augen bluten vor Entzücken. Großes Erstaunen entlockte mir die Nachricht, dass es sich um ein Kammerspiel handelt. Ich musste unwillkürlich an eines meiner Lieblings-Kammerspiele denken: Geschlossene Gesellschaft von Sartre, ein Theaterstück in dem die drei Protagonisten nach ihrem Tod in einem Zimmer eingesperrt sind – die Hölle; bzw. um Sartres Worte zu wählen: Die Hölle sind die Anderen. Die drei gehen sich nämlich ziemlich auf den Sack. Wie mir der Hype um den Tarantinofilm und die Frage „Hast du schon The hateful 8 gesehen?“. Nein. Hab ich nicht, will ich nicht, werde ich nicht.

Händler des Todes

Freude machte mir jedoch am gestrigen Abend der Film Lord of War. Nicolas Cage (Next, Con Air) mimt den Waffenhändler Yuri Orlov, dessen Bruder Vitaly (Jared Leto – Dallay Buyer Club, Panic Room) nach einem gemeinsamen Handel dem Kokain verfällt. Während er seine Ehe mit einem ukrainischen Model arrangiert und diesem kaum verheimlichen kann, womit er sein Geld verdient, ist ihm Interpol Valentine (Ethan Hawke – Training Day, Sinister) stets dicht auf den Fersen. Schön zynisch und spannend und am Ende gewinnt niemand.

Hat mich zum Lachen gebracht:

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3 Kommentare

  1. Latha math, Mara.
    Hoffe Dir geht es inzwischen besser; wenn ich könnte würde ich Dir ja den Drachen „Wohlgesund“ vorbeischicken!
    Meine Hochachtung für Dein Durchhaltevermögen.
    Positiv gesehen wird sich vielleicht der ein bis andere Anrufer gern an „Joe Cocker“, in der Leitung, erinnern…

    Möglicherweise freut sich Dein Cabrio auch einfach nur auf den kommenden Frühling – Wärme, Sonne, Blütenpracht.

    Mr Q. „overestimated“ Tarantino, Liebling des cineastischen Feuilletons. Nach zweien seiner abgefeierten Filme reichen mir bereits die jeweiligen Trailer, um gelangweilt abzuwinken. Bother someone else!
    Ostentativ gerne fuchteln ja seine Protagonisten mit dicken Wummen herum…

    Aktuell kann ich „Me And Earl And The Dying Girl“ anempfehlen.

    bonté

    1. Aloha,

      vielen Dank für deine Hoffnung auf Genesung – sie wurde erfüllt. Mehr oder weniger, aber es wird besser.

      Ich hoffe sehr, dass es bald warm wird und auch bleibt. Dann kommt das Klebeband ab. Neue Dichtungen kriegt der Wagen definitiv nicht verpasst – viel zu teuer.

      Ich finde Tarantino auch soooo überbewertet. Hat schon fast was von Stefan Raab, der aus jedem Blödsinn Geld machen konnte. Mit dicken Knarren rumfuchteln ist ja erstmal nicht schlimm aber es gibt doch auch andere, die das gut hinbekommen. Und das mit deutlich mehr Humor und ohne den eigenen sexuellen Fetisch in jedem Film zu verwursten.

      „Me and Earl and the dying girl“ klingt irgendwie nach so einem üblichen Coming-of-age-film… sowas wie „vielleicht lieber morgen“ halt, kommt das hin?

      Alaaf und Helau!

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