Brot macht erfinderisch

Ich habe ein Brot verloren und ich habe keine Ahnung, wo oder wie. Das ist nicht der eleganteste Weg, die Schweigsamkeit zu zu durchbrechen aber… es ist einer.

Dem Klassiker „an der Kasse vergessen“ ist mein Brot – Weizenvollkorn mit dem schönen Namen „das Fitnessbrot“ (ich warte noch darauf, dass sich der Fitnesserfolg einstellt) – nicht zum Opfer gefallen. Da hatte ich es nämlich noch und auch später war’s noch da. Ich hatte es definitiv kurz danach noch in der Hand, da habe ich es in der Tasche umgelagert, damit es nicht von Äpfeln und Bananen zerdrückt wird. Ihr wisst schon, dieses Deko-/Alibi-Obst, das man kauft um ihm dann beim Vergammeln zu zugucken und sich einzureden, man besäße immerhin Obst, falls es einen überkommt und man welches essen möchte.

Zu Hause bemerkte ich den Verlust auch nicht umgehend sondern erst, als ich abends in der Küche stand und mich verwirrt umschaute. Als erstes suchte ich an Orten, an denen ich das Brot in geistiger Umnachtung hätte ablegen können: Kühlschrank, Mülleimer, Obstteller – nichts. Also ging ich davon aus, dass es im Auto aus der Tasche gefallen sein müsse – nichts. Ich fürchte also, dass ich es an einen Ort gelegt habe, an dem ich es irgendwann durch Zufall finde. Vermutlich verschimmelt.

Mein Abendessen wurde übrigens von einer Packung Notfall-Knäckebrot gerettet und ich bekam zwei Tage später ein Trostbrot, selbtgebacken, von einem Freund geschickt.

 

2 Kommentare

  1. Salvete, Mara.
    Der casus panem also; obschon sich vermuten läßt, daß Dir die Packung Brot auch elegant aus der Tasche gegleitet ist. Ambulans, sozusagen.
    Ah! Du frönst als der Obst-Option, wobei malus & musa sich geschmacklich so hervorragend zu ergänzen wissen. Härte & Weichheit. Süße & Säuernis. Obstsalat quasi.
    Da uns ja die interessierten Lobbyisten die totale Vernetzung des Lebens vorschwärmen (der Kühlschrank spricht mit Heizung über die Schmutzphobie der Waschmaschine!), hättest Du ein ver-chiptes Brot wiedergefunden.
    Oder ähnliche Vorstellungen aus der Phantasmagorie diverser Tech-Konzerne (wenn Dich Dein autonomes Auto zum nächsten Laden karrt, weil die autarke Küchenzeile den Milchnotstand erklart hat – obwohl Du keine Milch möchtest, dafür aber schnell nach Hause).

    Selbstgebackener Toast läßt doch jedes fabriziertes Fit-Brot weit hinter sich!

    Feine Anekdote.

    bonté

    1. Guten Tag!

      Das Brot tauchte nicht wieder auf, die Tasche hat auch eigentlich keine Rausfall-Eigenschaften, dafür ist sie zu groß und zu beutelig – da verschwindet alles drin.

      Selbstgebackenen Toast gibt’s hier nicht mehr, da ich meinen Toaster zu gunsten einer Tassimo-Maschien auf den Schrank verbannen musste – meine Küche verfügt nicht über die räumlichen Kaoazitäten, beides unterzubringen. Derzeit sind Alibi-Kaffee-Getränke wichtiger als warmes Brot.

      Mir persönlich wird Fortschritt sehr entgegen kommen. Ich gehe nicht gern einkaufen. Es wäre eine Erleichterung, wenn mein Kühlschrank das übernehmen würde. Das würde auch die weitere Erkundung des Männermarktes nach einem heiratswilligen Exemplar überflüssig machen – sobald mein Kühlschrank dann auch spinnen fängt und IKEA-Möbel aufbaut.

      Liebe Grüße

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Top