Warum ich keinen Beauty-Blog habe… und das auch besser so ist.

Immer wieder sehe ich Blogeinträge von Leuten, die über „Mode und Beauty“ bloggen. Das heißt: Klamotten und Kosmetik. Da werden Nägel lackiert, dass man die Fingerchen am liebsten abtrennen und im Museum ausstellen würde; man bezahlt Geld um kistenweise Produkte, die einem vorher nicht bekannt sind, von allen möglichen Drogeriemärkten bei den Nachbarn abholen zu können und malt sich an, dass einen die eigene Mutter nicht mehr erkennen würde; und natürlich dürfen die monatlichen „aufgebraucht“-Posts nicht fehlen, für die man seinen (Kosmetik)-Müll sammelt und die zerdrückte Zahnpastatube und die leere Handcremedose auf seinem Bett aufbahrt, ablichtet und die Wirkung abschließend beurteilt. Versteht mich nicht falsch, ich bin kein Mann, ich besitze folgerichtig mehr Pflegeprodukte als den Hybriden aus Duschgel und Shampoo von Axe, der im Fünferpack erworben wurde, eine Zahnbürste und Deo. morgens beim Duschen habe ich tatsächlich mitunter mehr Lebensmittel vor mir als beim Blick in den Kühlschrank – zumindest olfaktorisch. Dennoch muss ich sagen: es ist gut, dass ich nicht über sowas blogge.

Mein letzter Besuch eines Drogeriemarktes fand gestern statt, ich erwarb unter anderem Selbstbräuner, da die Farbe meiner Beine der dieses Blogs verdächtig nahekommt und zumindest einen Hauch dunkler mir schon besser gefallen würde. Optimistisch wählte ich das teuerste Produkt, was 6€ kostet kann ja nicht so schlecht sein. Die Tube versprach „natürliche, gleichmäßige Bräune“. Zu Hause habe ich mich mit der Anwendung vertraut gemacht: Gleichmäßig auftragen, einziehen lassen, täglich wiederholen bis der gewünschte Hautton erreicht ist. Was sollte schon schief gehen? Hose ausziehen und immer rauf mit der Pampe… scheinbar ist meine Definition von gleichmäßig eine andere als die, des Herstellers. Hier ein paar Fotos des Desasters:

Selbstbräuner-Fail Nr. 1

Scheinbar doch nicht so richtig streifenfrei.

Selbstbräuner-Fail Nr. 2

Sieht aus wie ein Muttermal, ist es aber nicht.

Selbstbräuner-Fail Nr. 3

Die Hände habe ich mir ordnungsgemäß gewaschen. Den Unterarm nicht.

Auf meinen Beinen versammeln sich jetzt alle Hauttöne, die einem bei einer Europareise vom nördlichen Norwegen nach Sizilien begegnen dürften. Es ist zwar nicht schön aber wenigstens selten, dennoch habe ich es heute unter eine Strumpfhose versteckt und hoffe, dass die Bräune nicht besonders haltbar ist… diesbezüglich hätte ich beim billigsten Selbstbräuner vermutlich mehr Glück. Bleibt der Zustand so, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als meine Abneigung gegenüber Sonne, Wärme und Draußensein zu überwinden und mich der natürlichen UV-Strahlung auszusetzen.

Es ist nicht auszuschließen, dass ich mir bei regelmäßiger Anwendung mir unbekannter Kosmetikprodukte mehr oder weniger schwerwiegende Verletzungen zufügen würde. Hier ging es glimpflich aus, aber ich wette, hätte ich bspw. eine Wimpernzange, wäre ein Glasauge nicht mehr weit entfernt…

 

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Auch wenn es mir um deine Haut ein wenig leid tut – ich musste jetzt schon ein wenig lachen. Da ich aber schätze, dass dieser Post zur Unterhaltung geschrieben wurde, wird das wohl nicht so schlimm sein. Jedenfalls könnte ich das genau so unterschreiben. Zu einem Selbstbräunerdebakel kam es bei mir zwar noch nicht, auszuschließen wäre es aber nicht. Bitte pass gut auf deine Augen und weitere Körperteile auf

    • Ach, lachen ist ok, muss ich auch ständig, wenn ich das Elend sehe… also sitz ich kichernd aufm Klo, zum Beispiel.

  2. Bore da, Mara.
    Sagen wir, ich verfüge als Mann auch über ein Rasierwasser & die traditionelle Creme in der blauen Dose. Dafür konsumiere ich allerdings keine Duschgel-Packs, die attraktive Frauen angeblich zum Beischlaf stimulieren.

    Allem Anschein nach hält der Hersteller Deines Bräuners einen „Zebra-Look“ für das neue must have der Saison. Wobei den Bräunungsprodukten seit Ewigkeiten das Image anhängt, hier könne ma/frau mehr falsch machen als jemals richtig.
    Hoffe, daß sich das farbliche Experiment inzwischen verabschiedet hat.

    Das Vitamin D, bei der Sonnenkonfrontation, wäre ja auch nicht ohne.

    bonté

    • Huhu,

      naja, ein bisschen sieht man’s immer noch. Glücklich drüber bin ich nicht, aber dann trage ich halt Strumpfhosen.

      Grüße!

  3. Ich hab mir auch mal so ein Selbstbräuner gekauft, es hat ewig gedauert, bis ich damit zurecht kam und keine Streifen mehr hatte
    Aber mmn wirkt das nicht so lang, wenn man sich mal drei Tage nicht eincremt, fällt man schnell in die alte Nuance zurück.

    • Ich bin jetzt endlich wieder normalpigmentiert. Wenn man kalkweiße Haut hat, dauert es scheinbar länger. Einen weiteren Verusch wird es in absehbarer Zeit aber erstmal nicht geben.

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