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Weihnachten steht vor der Tür und entgegen der in der Bloggerszene bereits seit Wochen tobenden Begeisterung muss ich sagen: ich hab keinen Bock. Bei der Arbeit ist es schon seit Wochen stressig. Ich arbeite in einer Firma, die mit dem Lebensmittel-Einzelhandel, also dem Supermarkt bei euch um die Ecke, zusammen arbeitet. Wer schonmal am 23.12. einkaufen war, weiß, was da los ist. So ist es bei uns die Wochen vorher schon. Dazu kommen dann noch Weihnachtskarten, die verschickt werden müssen, Vorbereitungen für das neue Geschäftsjahr und die verkürzte Arbeitszeit dank der vielen Feiertage…

Ich verbringe das Fest dieses Jahr – wie üblich – mit der Familienfraktion. Mir wird überdies die Ehre zuteil, dem Heiligabend-Menü (gekaufter Hackbraten im Blätterteig, Salat, Baguette) das Dessert hinzuzufügen. Ich habe mich für dieses entschieden: The-Day-After-Himbeerdessert und hoffe, dass es auf Gegenliebe stößt.

Verschenkt werden dieses Jahr wie immer hauptsächlich Bücher und eine Flasche Met für meinen Cousin, erstanden auf einem Mittelaltermarkt – das passende Trinkhorn besitzt er bereits. Den Vogel abgeschossen hat meine Oma: sie trug den Wunsch nach einem Kalender an mich heran, den ich umgehend besorgte. Zwei Wochen später sagte sie, sie habe sich selbst einen gekauft, ich müsse ihr keinen mehr schenken, und reagierte überaus verwundert, dass ich bereits einen gekauft habe. Geschenkt bekommt sie ihn jetzt trotzdem, soll sie ihn halt wegwerfen, wenn er ihr nicht gefällt.

Apropos Geschenk: vor ungefähr 6 Jahren erwarb ich eine schier unerschöpfliche Packung Geschenkband, mit acht Rollen in den unterschiedlichsten Farben. Scheinbar war sie doch erschöpflicher, als ich dachte, denn beim gestrigen Geschenkeverpacken stellte ich fest, dass lediglich ein Rest weißen Bandes übrig waren und ein zerdrückter Zipfel lindgrünes, an dem meine Heißklebepistole baumelte. Selbstverständlich hatte ich erst wenige Stunden zuvor den örtlichen Drogeriemarkt belagert um dort u. a. Plastiktütchen zum Aufbewahren der Schokocrossies zu kaufen. Wenn’s im Supermarkt keine Geschenkbänder gibt, kann ich mich nun nochmal dorthin begeben.

Ich selbst habe mir eine DVD (Einer wie Bruno mit Christian Ulmen), ein Buch (Miss Mary – Sklavenpack, eine Domina erzählt) und ein wenig Kleidung gegönnt.

Cineastisch hat das Fest der Liebe dieses Jahr auch nicht wirklich viel zu bieten, zumindest das Fernsehen ist eher eine traurige Ansammlung der alten Weihnachtsklassiker. Heiligabend könnte man sich um 20.15 auf RTL II Das letzte Einhorn anschauen, einen Zeichentrickfilm, den ich recht schön finde. Am ersten Feiertag kann man sich, sofern man auf Filme steht, die hauptsächlich von Camping handeln, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1 anschauen (um 22.35 Uhr auf RTL), der lief allerdings bereits gestern Abend. Passend dazu gibt’s aber dann zum Abschluss der Feiertage am 26. um 21.55 Uhr auf RTL Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2. Da sehen wir den Helden unserer Kindheit dann auch nicht mehr nur beim Zelten zu. Allerdings wartet Pro7 um 20.15 Uhr auch mit der großartigen Fincher-(Regisseur von Fight Club und Sieben)-Verfilmung von Verblendung auf. Ob der frühen Sendezeit ist jedoch davon auszugehen, dass er stark geschnitten wurde und daher an Intensität und Ausdruck deutlich verliert. Schade.

Meine Hoffnungen liegen daher auf dem letzten Teil der Hobbit-Reihe, den ich mir hoffentlich zeitnahe im Kino zu Gemüte führen werde.

Obwohl ich, wie ihr wohl merkt, nicht sonderlich erpicht auf die kommenden Tage bin, wünsche ich euch allen ein ruhiges und entspanntes Weihnachten.

 

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hyvää iltaa, Mara.
    WER ist auch von der wilden Wanze gebissen und geht am 23. Dezember noch großartig einkaufen?!
    Doch nicht die, die jedes Jahr vom Weihnachtstermin überrascht werden!

    Ich finde es eh reichlich seltsam, daß eine relevante Masse an Konsumenten ihr Ding immer wieder auf den letzten Drücker schieben muß. Just Geschenke laßen sich in den 11 Monaten dacor problemlos eintüten.
    Ich fühle also mit Dir mit!

    Gehackter Braten also – demnach nicht a la classic mit Würstchen & Kartoffelsalat. Aber mir scheint Dein Nachtisch einer von der sündvollen Art zu sein.

    Vieleicht ist ja Deine Oma davon ausgegangen, daß Du ihr den Kalender erst 4 Minuten vor Ladenschluß, an Heilig Abend besorgst. Wie kann frau auch damit rechnen, daß Du das bereits Wochen (!) vorher angehst!
    tztztztz…

    Wirklich nix ist „unendlich“ – nicht einmal das expandierende Universum. So besehen bist Du mit besagten Bändern tatsächlich bis auf den Hund gekommen.
    Frau verzeihe mir den Kalauer…

    An weihnachtlicher Berieselung gönne ich mir doch gerne eine der „Michel“-Wiederholungen oder die herzlichen Kabeleien zwischen katholischem Pfarrer und kommunistischem Bürgermeister.

    Ich denke, X-mas ist immer das, was man/frau so draus macht.

    bonté

    • Huhu,

      naja, wenn man drei, bzw zweieinhalb Tage nicht einkaufen kann, bricht bei einigen doch schon Panik aus, sie könnten verhungern. Und dann wird gebunkert, was das Zeug hält. Und natürlich muss das Festtags-Fressen aus frischen Zutaten hergestellt werden, die auch kurzfristig besorgt werden wollen. Die, die Innenstädte stürmenden, „Geschenke auf den letzten Drücker“-Käufer beneide ich aber absolut nicht. Vor allem in Zeiten des Internet-Versandhandels völlig unnötiger Stress.

      „Würstchen“ und Kartoffelsalat gab’s vor zwei Jahren… wobei die Würsten durch multikulturelles Esse ersetzt wurden. Nachlesen kannst du das Drama hier:

      Meine Oma wusste, dass ich in Kürze bestellen würde. Ich bestelle einmalig Anfang Dezember die Weihnachtsgeschenke für alle bei amazon (bevor sie da anfangen zu streiken). Da ich jedes Jahr noch für diverse andere Verwandte etwas besorgen muss („besorg mal ein Buch für deinen Cousin“/“bestell mal was für dich mit, was ich dir dann schenken kann“ etc.), kündige ich ungefähr eine Woche vorher an, dass ich bestellen werde und entsprechende Wünsche binnen sieben Tagen an mich weitergeleitet werden müssen. Wer die Frist nicht einhält, hat Pech gehabt und muss sich selbst behelfen.

      Ich hoffe, dass ich aus diesem Weihnachten einen wohligen Winterschlaf machen kann.

      Kugelbehangene Grüße!

      • …die Option „Nix einkaufen können“ scheint für die Elite des homo consumentis ein Ausnahmezustand jenseits aller Vorstellung zu sein. Zumindest kann ich mir nur dadurch erklären, daß selbst der hochheilige Familienfeiertag Thanksgiving inzwischen bereits um 17 Uhr für den Run auf die Mals gesprengt wird.
        Gut, Soziologen werden vielleicht unken, daß sich der Einzelne so der nervenden Verwandschaft entzieht. Aber tauscht man/frau damit nicht ein Übel durch das andere aus!?

        Pechig nur, daß der gepriesene Versandhandel auf den analogen Umstand der Lieferung angewiesen bleibt – beim unterbezahlten, überanspruchten Personal läuft man/frau dabei doch Gefahr den nächsten Service-Point anlaufen zu dürfen.

        Demnach bist Du der Familie quasi die a-Zone-Vertreterin. Irgendwie. Unschlagbar ist aber, daß Du Dir Deine Geschenke in spe selber noch bestellen (und zustellen?) darfst.

        Was Wunder, daß für viele die christianische Beglückungfeier eher ein Hannibal ante portas bedeutet.

        Kann ich wohl nur einen tiefen Winterschlaf wünschen.

        bonté

        • Aloha!

          Bei uns geben die Paketboten immer brav alles bei den Nachbarn ab, wie es sich gehört. Also kein stundenlanges Am-Schalter-stehen…

          Und, ja, ich lasse meine Geschenke zu mir liefern… einpacken muss ich sie aber nicht selbst, das machen die schon noch selbst. Ist mir so allerdings lieber, als wenn sie selbst etwas kaufen und es dann was ist, was ich nicht haben möchte. Da gab’s schon ganz entsetzliche Scheußlichkeiten unterm Baum.

          Gruß!

  2. Ha, Schwester im Geiste! Ich arbeite zwar nicht in einem Bereich, der mit Weihnachten irgendwas zu tun hat, aber bei uns gibt es auch nur Weihnachten in Minimalform und Aufwand.

    Weihnachtsdeko sucht man bei uns vergebens, bis auf den kleinen beleuchteten Elch, der aber eigentlich eine Reiseerinnerung an Neuengland ist.

    Heiligabend verbringen wir, wie üblich und wie schön, zusammen mit meinen Eltern und Schwiegervater – mit kleinen Geschenken und einem leckeren Essen.

    Apropos Essen – beim The-Day-After-Dessert hätte ich jetzt auf etwas mit (Atom-)Pilzen gerechnet. Gut, das ich mal auf den Link geklickt habe – hnjam…

    Den Rest der Feiertage verbringen wir faul zu Hause – zusammen mit unserem persönlichen Weihnachtsgeschenk, unserem neuen Kätzchen.

    LG Thomas

    • Hi!

      Der Elch erinnert mich irgendwie an den Late-Night-Talker Jürgen Domian, der hat auch immer einen (oder sogar zwei?) im Studio stehen. Jetzt gerade sitze ich am PC und sehe aus dem Augenwinkel die ganze Zeit die blinkende Lichterkette meiner Nachbarn. Ausgesprochen nervig.

      Ich hoffe, das Dessert wird was. Im Kühlschrank geparkt ist es bereits aber braucht ja noch nen ganzen Tag, bis es servierfertig ist.

      Dein Weihnachten klingt nett, wobei es bei mir auch erstmal so klingt. Aber wenn man dann weiß, wie meine Sippe so drauf ist… naja.

      Ich hoffe, du hast ein paar schöne Tage mit deinen Lieben.

  3. Mein Freund arbeitet im Kaufland auch mit direkten und unmittelbaren Kundenkontakt – und der Horror da fängt bereits Ende November an, hat seinen Höhepunkt ab dem Wochenende vor Weihnachten und fährt erst Anfang – Mitte Februar wieder runter.
    Und aus irgendeinem verrückten Grund kaufen ja einfach alle nur im Kaufland ein – ich selbst war total entspannt bei Aldi, meine Mutter sagte, Lidl sei leer gewesen – aber Kaufland, da stapelten sich die Kunden bereits um neun Uhr morgens ab dem 22.12.
    Diesen »Stress« nehmen wir aber auch nicht mit nach Hause, da wird entspannt DVD geguckt und Katzen bespaßt bei einem absolut normalen Essen

    • Bei Kaufland bin ich am 23. auch noch vorbeigekommen. Gerammelt voll. Folglich war ich dann entspannt bei Rewe. Vermutlich liegt’s daran, dass Kaufland hier so zentral liegt und man dann noch schnell in die Stadt kann um irgendwelchen Schund zu kaufen, den man unter den Baum schmeißt. Zumindest direkt vor Weihnachten.

      Bei uns wird’s jetzt erstmal wieder ruhiger werden. Darum fahren meine Kollegen jetzt auch alle erstmal in den Urlaub… nur ich nicht.

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