Storm Hunters

Ich liebe Katastrophenfilme. Jetzt wisst ihr’s. Das Katastrophenfilme-Wiki hat mir schon einige Abende durch cineastische Höhepunkte wie „Wenn der Mond auf die Erde stürzt“ und „Bier – Anschlag auf das Oktoberfest“ versüßt. Während meine Freunde nur die Augen verdrehen, macht mich das Auslöschen eines Teils der Menschheit auf der Leinwand oder im Fernsehen glücklich. Meine eindeutigen Favoriten sind dabei Naturkatastrophen. Solche, die die ganze Welt vernichten, sind am Besten, die anderen nehme ich aber auch. Mich versetzte der Anblick des Trailers zu „Storm Hunters“ folglich in pure Verzückung. Ich fand dann auch wider Erwarten auch eine Freundin, die meine Faszination teilt, und gern mitkam. Erst chinesisch essen, danach mit flüssigen Kalorienbomben bestückt in den Mini-Kinosaal – der überraschender Weise voll war.

Was habe ich erwartet?

Einen klassischen Katastrophenfilm. Im Trailer sieht man mehrere Wirbelstürme, die Gebäude und Straßen zerstören, Autos durch die Luft wirbeln und Flugzeuge anheben. Außerdem eine ganze Schar von kreischenden, fliehenden Menschen.

Worum geht’s?

Im kleinen Ort Silverton bilden sich mehrere Tornados. Mittendrin sind eine Gruppe von Sturmjägern und -forschern (u. A. Sarah Wayne Callies – kennt man aus „The Walking Dead“), der Schulleiter Gary Morris (Richard Armitage – Der Hobbit, Captain America) mit seinen Söhnen Trey und Donnie sowie zwei Hobbystuntmen und -youtuber. Als die Wirbelstürme sich zu einem riesigen Tornado verbinden und auf die Schule zubewegen, droht die dort stattfindende Abschlussfeier zu einer Katastrophe zu werden. Doch damit nicht genug: Donnie und seine zukünftige Freundin werden in einer alten Fabrik unter Trümmern begraben…

Bewertung

8/10

Ein Freund sagte „Wehe du schreibst 10/10 – bester Film des Jahres“. Na gut, dann will ich mal nicht so sein.

Erstmal zum Besonderen: Gedreht wurde „Storm Hunters“ mit den Kameras der Protagonisten. Die haben nämlich aus unterschiedlichen Gründen alle einen ganzen Haufen Kameras dabei und die zeichnen permanent auf. Mittlerweile kann man die wackeligen, mit einer 240p-Auflösung gedrehten, Filmchen vom im Wald vor Hexen fliehenden Jugendlichen getrost vergessen. Filmemacher haben gemerkt, dass auch Amateurfilmer durchaus in der Lage sind, eine Kamera ruhig zu halten und Stative zu benutzen (mit der gleichen Technik und sehr schön gedreht ist übrigens auch der Film „Chronicle – Wozu bist du fähig“). Es besteht also keine Gefahr, dass einem im Kino schwindelig oder schlecht wird.

Wirklich großartig von anderen Katastrophenfilmen unterscheidet sich „Storm Hunters“ natürlich nicht. Die Aufnahmetechnik ist interessant und es gibt einige witzige Situationen, vor allem mit den beiden Hobbystuntmen, die zudem ziemliche Idioten sind. Die obligatorische Liebesgeschichte wird übrigens nicht geschröpft, bis einem die Augen bluten, sondern eher dezent in den Hintergrund gerückt, bis sie kaum noch auffällt – fand ich sehr angenehm, zuviel Kitsch macht Filme für mich manchmal unerträglich. „2012“ ist das beste Beispiel dafür.

Also: ich hatte Spaß, meine Begleitung auch und die oben beschriebenen Bilder in vernünftiger Qualität auf einer großen Leinwand sehen, ist halt mal was anderes, als sich mit dem heimischen Fernseher begnügen zu müssen. Wenn ihr Katastrophenfilme genauso super findet, wie ich, geht ruhig rein, solange er noch im Kino läuft.

4 Kommentare

  1. Grüß Dich, Mara.
    Erinnert mich an zig Klassiker in Serie, bei denen wahlweise Flugzeuge, Wolkenkratzer oder Schiffe im Fokkus einer Katastrophe standen. Anmerkenswerterweise häufig mit George Kennedy in der tragenden Nebenrolle.

    Und dann wurde das Faß richtig aufgemacht – unter globaler Zerstörung lief da nicht mehr viel. Häufig unter der Ägide von Roland Emmerich – für mich, ob der Patzer, immer sehr unterhalstsam.
    Am überzeugensten wirken solche Filme auf mich immer dann, wenn die Katastrophe nicht die Hauptfigur mimt, lediglich die Bühne bereitet.
    ‚Triffids – Die Blumen Des Bösen“.

    Der Trailer zu obigem Film brachte mich eigentlich nur auf den Gedanken, daß sich zu ‚Twister‘ nicht viel geändert haben mag.

    Ein Fun-Feature – sicher ideal nach Ente-Shanghai.

    bonté

    1. Hey,

      ja, Flugzeuge und Wolkenkratzer finde ich dann aber eher langweilig. Da ist ja häufig menschliches Versagen das Problem und nicht „die Natur will uns loswerden“… einer meiner Lieblinge ist „Dante’s Peak“ mit Pierce Brosnan in der Hauptrolle. Der hat sogar einige recht heftige Szenen, zum Beispiel ein Bad in einem mit Schwefelsäure angefüllten See.

      Auch schön ist Shyamalans „The Happening“, der kommt zwar nicht an andere seiner Filme ran aber man kann ihn ganz gut gucken.

      Zu Triffids finde ich nur einen Artikel der „Triffids – Pflanzen des Schreckens“ heißt und eine Miniserie beschreibt. Meinst du die? Im Artikel wird auch ein Film erwähnt, zu dem ich aber nichts finde…

      Grüße!

      1. …noch einmal Synchronicity: Letzten Freitage habe ich mir ‚Airport‘ gegeben!
        ‚The Happening‘ ist mir da allzu morbide geraten.

        „Triffids“ ist zunächst als SF-Roman (von John Wyndham) erschienen, der dann in den Siebzigern eine Verfilmung fand. Vor einigen Jahren würde der Stoff dann in einer britischen Miniserie nochmals angegangen. Mit Dougray Scott in der Hauptrolle.
        Auf DVD erhältlich.
        ‚Die Triffids – Pflanzen des Schreckens‘

        bonté

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