(Un)vergessen

Das aktuelle Thema der Blogparade des Blogger-Forums lautet „Unvergessen“ und es geht im Wesentlichen um Filme und Schauspieler, die einem in Erinnerung geblieben sind. Mein cineastisches Erinnerungsvermögen ist gigantisch, weshalb ich die hier schon so oft genannten Streifen nicht nochmal aufzählen werde – ich drehe den Spieß um. In einigen Fällen leide ich nämlich unter Film-Amnesie.

Filme

Smokin‘ Aces. Ich weiß wohl, dass ich ihn gesehen habe, aber Handlung, einzelne Dialoge oder Szenen? Nichts mehr davon da. Vermutlich liegt’s daran, dass er mir sehr durchschnittlich vorkam, wobei die Gangsterkomödie wohl vor allem aufgrund der Synchronisation nicht so toll sein soll. Eventuell führe ich ihn mir nochmal zu Gemüte – die DVD besitze ich nämlich.

Battle in Heaven. Steht in meinem DVD-Regal, drauf sind zwei nackte Menschen und billig war die DVD nicht gerade. Laut Wikipedia ist es ein halber Porno, die andere Hälfte zeigt Aufnahmen von Mexico-Stadt.

Max Payne. Habe ich im Kino gesehen. Bin eingeschlafen. Spricht nicht gerade für den Film.

The Amazing Spiderman. Vor ein paar Monaten habe ich bei einem DVD-Abend vorgeschlagen, ihn zu schauen, woraufhin man mich darauf aufmerksam machte, dass wir das längst getan hatten. Man erinnerte sich auch noch daran, dass ich „den Film ganz ok und den Hauptdarsteller besser als den anderen Spiderman-Darsteller“ fand. Gut zu wissen.

Schauspieler

Colin Farrell. Diesen tollen Schauspieler vergesse ich natürlich nicht völlig! Aber um auf seinen Namen zu kommen, muss ich immer überlegen. Meine Freunde wissen zum Glück, wer gemeint ist, wenn ich „Dackelblick-Schauspieler“ sage.

Freund von mir: „Ah, Javier Bardem!“
Ich: „Kenn ich nicht!“
Freund von mir: „Doch.“
Ich: „Nee, woher denn?“
Freund von mir: „Och, Skyfall, No Country For Old Men, Collateral, The Counselor…“

Sämtliche Schauspielerinnen, außer: Angelina Jolie, Emma Watson, Helena Bonham Carter und Milla Jovovich. Mit Frauen hab ich’s irgendwie nicht so.

Aber…

Ein Gedanke, der mir während des Schreibens kam: ich würde Fight Club gern vergessen und nochmal zum ersten Mal sehen. Am Besten im Kino. Und eigentlich nicht nur Fight Club sondern eine ganze Reihe meiner Lieblingsfilme… den Herrn der Ringe, Harold und Maude, Inception… Also, sollte ich jemals an Amnesie leiden… kauft mir bitte ein Kino und gebt mir meine DVDs.

8 Kommentare

  1. Mae govannen, Mara.
    Miese (kein(e) Geld/Zeit für) Synchronisation bricht so mancher Sache Genick & Rückrad, stimmt. Genial wird es aber wenn schlichtweg falsch übersetzt wird, oder der Charakter der Figur (sprich die darstellerische Arbeit) unter Torpedofächer kommt.

    Gelegentlich hege ich den Verdacht, die ehrbare Kunstfilm-Kritik lobt gern einen Porno hoch, weil die Herren dafür eben dies gezeigt bekamen. Weniger Kalkül der Macher als Feigenblatt der Feuilletonisten. Denke ich.
    Kann mich gut an die Diskusion zu ‚Battle In Heaven‘ – oder (fast) jeden von Trier – erinnern.

    ‚Max Payne‘ – der Actioner, der den Streckenrekord im Spurt durch Zerschoßen-werdende-Glaswände hält. Gefühlte 39 km.

    Bei einem Wust hervorquellender Remakes & Reboots zum gleichen Stoff, kann einen durchaus die Amnesie schütteln. Mit der Übersicht bei der Marvel-Stampede ist es aber auch nicht gut bestellt.

    Anmerkenswerte Schauspielerinnen bleiben mir gern im Gedächnis. Entweder für ihr Ceuvre, einige Filme oder gar nur eine einzige Rolle.

    Mit Filmen von David Fincher werde ich nicht warm. Irgendwie.

    bonté

    1. Huhu!

      Besonders schlimm ist, wenn schlehcte Übersetzung UND schlechte Synchronisation zusammen kommen. „God Bless America“ ist bspw. genau deswegen auf Deutsch kaum anschaubar.

      Ich finde Pornos nicht wirklich schlimm. Es wird halt ein Bestandteil des menschlichen Lebens gezeigt, der oft stigmatisiert und verteufelt wird – unberechtigt, meiner Meinung nach. „Shortbus“ ist z. B. ein schöner Film, der eben AUCH Sex zeigt… an sich finde ich sowas vor allem auch für nicht so erfahrene Menschen schön, da der Sex in solchen Filmen oft gezeigt wird, wie er ist und nicht wie in Hochglanzpornos mit silikontitten, 3cm langen Fingernägeln, Himbeer-pinken-Muschis und Frauen, die Sachen brüllen wie „Popp mich mit deinem Riesenschwanz in den Arsch bis mir vor Geilheit der Kitzler platzt“… oder so.

      Bei Marvel finde ich nur einige wenige Filme gut, weil sie sarkastisch sind. Das meiste ist mir aber nicht düster genug und eher zu kindlich… da mag ich finstere Comicverfilmungen wie Nolans Batman-Reihe oder Watchmen erheblich mehr.

      Fincher finde ich großartig… schade, dass du mit ihm ncihts anfangen kannst. Dafür gefällt mir Lars von Trier nicht wirklich. Antichrist habe ich gesehen, fand ihn aber einfach nur schwachsinnig… ich mag so extreme Gewalt aber generell nicht. Sehe ich einfach nicht gern, nicht, weil ich ein moralisches Problem damit habe oder so.

      Unvergessene Grüße.

      1. …das Gros der Pornos dreht sich um Sexualakrobatik im Iron Man-Modus; völlig unbeleckt von jeder Sinnlichkeit. So betrachtet ein Valium für die Libido.
        Einen Film wie ‚Shortbus‘ würde ich jetzt nie als Porno einstufen. Ebenso ist die sexuelle Anziehung & Lust selbstverständlicher Teil der Story in ‚Hallam Foe‘. Sinnig, sinnlich und schön.
        Seltsam wird es für mich nur, wenn ich den Eindruck gewinne, der Regisseur wollte sein Festivalpublikum kurzfristig dem Dämmerzustand entreißen.

        Von all den hyper-amerikanisierten Held-Ikonen auf der Leinwand sind es Nolans ‚Batman‘, der zweite Raimi ‚Spider Man‘ und die ‚X-Men‘ aus der Hand von Matthew Vaughn, die mich charakterlich/filmisch zu überzeugen wissen.
        Nasen wie Kick Ass oder Defendor, nicht zu vergessen.

        Lars dreht vermutlich Filme um sich selbst auf die Therapie-Couch damit zu legen. Muß ich jetzt nicht auch noch mitansehen…

        David Fincher interessiert mich entweder nicht von seiner Themenwahl, oder er läßt mich mit einem stumpf-leeren Gefühl zurück (‚Sieben‘, ‚Benjamin Button‘).
        Gut, für den Quark ‚Alien 3‘ ist er nicht wirklich verantwortlich…

        bonté

        1. Klar, Shortbus ist kein Porno im eigentlichen Sinne – enthält aber pornografische Szenen. Wobei ja gerade für die Amis schon alles pornografisch ist, was primäre Geschlechtsorgane zeigt. Kennst du „So finster die Nacht“? Ist ein niedlicher, schwedischer Horrorfilm. Da sieht man für eine halbe Sekunde etwa die Scheide einer 12jährigen… finde ich nicht pornografisch, dennoch fühlten sich die Amis genötigt, ein vaginafreies Remake („Let me in“) zu produzieren…

          Iron Man und damit auch die Avengers sind auch noch ganz witzig, was aber m. E. hauptsächlich Robert Downey Jr. zu verdanken ist, nicht Marvel.

          Benjamin Button fand ich auch eher uninteressant… wie sieht’s bei dir mit Fight Club aus? Oder der Neuverfilmung von Verblendung?

          Grüße!

          1. …Pornografie erscheint mir die Darstellung des Sex als gefühlsfreie Leistungsschau aufeinander prallender Körper zu sein.
            So besehen gibt es simple Kusszenen, die mehr Sinnlichkeit vermitteln als das ganze Stöhngewese.
            Bei Kopfschüßen in Zeitlupe gibt es in den Staaten keine Probleme; das nette Wörtchen „Fuck“ läßt aber die Fallgitter niedersausen.
            „God’s own country“ könnte ja vom Ozean verschlungen werden, wenn die eigenen Kinder neugierige Fragen zu stellen beginnen.

            Daß Produzenten in den Staaten immer eine eigene Version – sogar von englischsprachigem Material – auflegen müssen, ist mir seit jeher ein Rätsel. Wird hier ein „Kulturschock“ befürchtet?
            Jo, beide Vampirvarianten gesehen…

            Bei ‚Fight Club‘ wie beiden ‚Verblendung‘-en blieb mein Bauchgefühl bei null.
            Jetzt bei einem wie ‚Hooligans‘ nicht.

            1. Ich glaube, die Amerikaner denken einfach, dass sie dem Rest der Welt in jedweder Hinsicht überlegen sind und ein guter Film erst absolute Genialität erreicht, wenn er amerikanisiert wurde.

  2. Du kannst dich echt nicht mehr so genau an Smokin‘ Aces erinnern? Ich hab mir den sogar zwei oder drei mal angesehen, weil ich den so cool fand.
    Wobei ich den 2. „Teil“ irgendwie noch besser fand.
    Ist so schön stumpf mit viel Geballer.

    1. Vielleicht ist er mir tatsächlich einfach zu stumpf? Ich weiß es nicht mehr. x) Werde ihn mir aber auf jeden Fall nochmal ansehen. Dass es einen zweiten Teil gab, wusste ich gar nicht. habe ich den womöglich auch gesehen und verdrängt?

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