Killerspiele und Masturbation

Meine mangelnde Kreativität trieb mich zu Google, wo ich nach „Blogparade“ suchte. Und tatsächlich stieß ich auf einige aktuelle, unter anderem diese hier. Eingangs wird zwar von „uns Müttern“ gesprochen, zu denen ich nicht zähle, auf Nachfrage bestätigte man mir jedoch, dass auch meine Teilnahme gern gesehen sei.

Wie entspannt ihr im Alltag zwischendurch?

Da ich weder verheiratet bin noch Kinder habe, enden meine Verpflichtungen quasi mit Feierabend und ich kann tun und lassen, was ich will. Der Haushalt macht mir ja auch keine Vorwürfe, wenn ich ihn ignoriere und mit dem Dreck muss dann nur ich leben… Ich finde es schon ungemein entspannend, nicht den direkten Weg nach Hause zu wählen, sondern etwas weiter zu fahren und Musik zu hören oder spazieren zu gehen. Zu Hause sind die Möglichkeiten der Entspannung schier unbegrenzt: gute Filme, Musik, Internet, Gespräche mit Freunden, Killerspiele und Masturbation.

Gibt es eine spezielle Entspannungstechnik, die ihr anwendet?

Kopfschüsse mit einem Snipergewehr. Ich präferiere derzeit Left 4 Dead 2, einen Zombieshooter, der auf Teamwork setzt und sich daher hervorragend eignet um mit anderen online zusammen (nicht gegeneinander) zu spielen. Das ist für mich ein wahrer Segen, da ich nicht besonders gut spiele (stellt euch einfach Fußball mit einem Rollstuhlfahrer vor) und so immer jemanden an meiner Seite habe, der mich beschützt und mir Verbandsmaterial hinterher trägt. Eine Stunde Zombies abknallen mag zwar nicht besonders fordernd für’s Gehirn sein, entspannt mich aber wunderbar und macht Spaß.

Über Filme habe ich hier schon mehr als genug gebloggt. Da kann ich nichts neues schreiben, was nicht schon an anderer Stelle stünde. Zum Abschalten mag ich schwarze Komödien und Action. Musik: Hauptsache, es rockt. Eine Liste der von mir bevorzugten Künstler findet ihr hinter den Kulissen.

Gespräche mit Freunden und die Freuden des Internets sollten auch selbsterklärend sein. Dank letzterem ist man für ersteres nicht mal mehr auf realen Umgang mit Menschen oder räumliche Nähe angewiesen, sondern kann sich im Schlafanzug auf dem Sofa Chips in den Mund stopfen, während man via Skype, Teamspeak o.ä. gleich mehreren verwandten Seelen lauscht.

Keine Sorge, ich weiß, dass die Hälfte von euch nur des Titels wegen diesen Beitrag liest. Als Frau ist es ja völlig legitim, einen Vibrator zu besitzen, warum von diesem Recht und dem schier unbegrenzten Angebot, dass das Internet bietet, also nicht Gebrauch machen? Männer haben es da leider etwas schwerer. Auf den Besitz einer Plastikmuschi oder gar einer Gummipuppe reagiert die Umwelt meist eher mit Spott – so sie es herausfindet – und die Partnerin evtl. sogar mit unverhohlener Abneigung. Daher an dieser Stelle ein Link: http://www.sexspielzeug-basteln.com/ (im Zweifelsfall auch immer eine tolle Inspirationsquelle für Geschenke. Mama freut sich doch immer über was selbstgebasteltes zum Muttertag…). Bei einem Orgasmus werden Unmengen Glücklichmacher wie Endorphin, Serotonin und Oxytocin ausgeschüttet – wenn das nicht entspannend ist, was dann? Und: es ist kostenlos, sofern einem die eigene Hände oder der Partner reichen. Ansonsten kann man die paar euro für die genannten Hilfsmittel aber auch ruhig investieren…

Nehmt ihr euch auch größere Auszeiten?

Eher selten. Ich bin (fast) jeden Tag irgendwie beschäftigt. Schlimm finde ich das allerdings nicht, da ich dennoch recht viel Freizeit habe.

Wie entspannt ihr zwischendurch im Büro?

Die genannten Entspannungstechniken sind im Büro nun eher weniger anwendbar, insbesondere, wenn man Konfrontationen der unangenehmen Art mit Kollegen und Vorgesetzten vermeiden will. Ich muss zudem dauerhaft ans Telefon gehen, habe also keine „richtige“ Pause, in der ich das Büro verlassen und bspw. spazieren gehen oder Musik hören könnte. Das Mittel meiner Wahl lautet also: Internet. Zwischendurch in Foren lesen, chatten oder ein Onlinespiel spielen, macht den Kopf frei.

Wie oft legt ihr solche Auszeiten ein?

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass sich diese Frage auf die vorige, also das Arbeiten bezieht… es hängt im Wesentlichen davon ab, wieviel zu tun ist. An einigen Tagen besteht mein Job quasi nur daraus, ans Telefon zu gehen, dann ist fast der ganze Tag eine Auszeit. An anderen komme ich überhaupt nicht dazu, irgendwas anderes zu tun, als zu arbeiten.

Ich hoffe, dieser Artikel konnte noch andere, weit verbreitete Arten von „Auszeiten“ beleuchten, auch solche, die unter den angesprochenen Müttern nicht so weit verbreitet sind.

18.07.2014: Selbstverständlich wurde dieser  Artikel nicht in die Blogparade aufgenommen, da PC-Spiele gewaltverherrlichend sind und Masturbation in den privaten Bereich, nicht in die Öffentlichkeit gehört. ich beende daher mit einem Zitat von Marilyn Manson:

This is the culture you’re raising your kids in. Don’t be surprised if it blows up in your face.

 

6 Kommentare

  1. Salut, Mara.
    Fei wu – da ist dann wohl die Latte-Fraktion der Blogparade mit einem blauen Fleck am Schienbein der eigenen Correctness davon gekommen. Zwomal Schmuddel-Bäh in einem Beitrag geht aber auch garnicht…

    Von einer Kinderlosen erwartetetn sie sich vielleicht noch nicht ausgetretene Yoga-Techniken, Alternativen in Blütenthreapie oder Anregungen für Wellness-Schlämmen. Nicht aber – „das Desinfektionstuch, bitte!“ – Egoshooter & Autoerotik.

    Ich gestehe bei der Erwähnung von Masturbation nicht in voyeuristisches Vorgefreue verfallen zu sein. Interesse – ja.

    Bei der Konzeption „Orgasmus“ ticken ja die Kontrollfreaks seit früher Menschheitsgeschichte gern aus. Ein handlicher Kodex wird eilends hochgemauert & schon kann man/frau ungehindert mit Labels wie „unrein“, „unzüchtig“, „sündig“ hantieren. Vielleicht als Ausgleich für das Nichthantieren anderswo?!

    bonté

    1. Hey RoM,

      danke für deinen Kommentar.

      Klar, man hat wohl nicht damit gerechnet, dass sich auf eine Seite über Blogparaden auch Blogger rumtreiben, deren Blogs einem so gar nicht gefallen. Mir wurde in der Mail, die ich dann erhielt, auch mitgeteilt, mein Blog habe ja von Anfang an nicht gefallen, aber man habe mal über den Tellerrand schauen wollen. Der Rückzug vom Tellerrand erfolgte prompt, als man dahinter mit der bitteren Realität konfrontiert wurde.

      Dass das hier eine Frau geschrieben hat, kommt wohl noch erschwerend hinzu. Bei Männern ist es wohl gang und gebe, nach Feierabend die Playstation anzuschmeißen und GTA V zu zocken. Aber eine Frau? Und dann auch noch Masturbation? Wird man davon nicht blind?

      Bleibt natürlich nur zu hoffen, die Kinder der moralisch entrüsteten fangen mit PC-Spielen und Selbstbefriedigung erst gar nicht an. Ich wette, man kann beidem mit dieser nützlichen Erfindung Abhilfe schaffen: http://i0.kym-cdn.com/entries/icons/original/000/015/909/Xa5Vjjt.jpg

      Sündige Grüße!

      1. …anmerkenswert wie gemütskrank Leute sein können, die wieder an Anti-Masturbations-Exzessen vergangener Jahrhunderte anknüpfen.
        Besagte Werbung hangelt sich stur von einem ethischen Offenbarungseid zum nächsten. Das dargestellte Angebot dürfte hierbei locker jeden Aspekt von child abuse abdecken können.

        Praktische Zwischenfrage nur – was macht das Kind eigentlich wenn nächtens ein anderes Bedürfnis drängt?!

        bonté

        1. Ist sicher wasserfast und/oder abwaschbar. Man muss das Kind darinnen schließlich auch duschen können, Nacktheit führt ja bekanntlich zu unzüchtigen Gedanken.

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