Pure Emotionen

Um Gefühle geht’s diese Woche vorwiegend in der Blogparade des Blogger-Forums.

Zum Heulen

Ich weine generell nicht schnell und vor anderen schonmal gar nicht. Daher werde ich sicher niemals tränenüberströmt im Kino sitzen und mir den Rotz mit dem Ärmel abwischen. Vor allem finde ich die typischen Hollywood-Heul-Schnulzen aber zu 90% eher kitschig als traurig. Und, wie ich neulich schon schrieb, betrachte ich den Tod nicht per se als etwas grauenhaftes. Hier trotzdem mal ein paar Filme, die selbst mir die Tränen in die Augen trieben:

Die letzten Glühwürmchen

Der Film wird fast immer genannt, wenn’s um Filme zum Weinen geht. Es handelt sich um ein Animé über zwei sterbende Kinder in Japan während des zweiten Weltkriegs. Man schaut einem Jugendlichen dabei zu, wie er und seine Schwester verhungern, obwohl eigentlich Nahrung im Überfluss vorhanden wäre- nur nicht für die Kinder.

Sieben Leben

Sehr schöner Suizid, fand‘ ich irgendwie sehr nachvollziehbar und rührend. Will Smith spielt einen Mann, der einen Autounfall verursachte, bei dem sieben Menschen starben. Er hat sich zum Ziel gesetzt, dafür das Leben von sieben anderen zu verbessern.

Zum Lachen

Kleine Vorwarnung: Mein Humor ist so schwarz, der liegt in Ketten und pflückt Baumwolle. Ich beömmel mich auch noch, wenn andere schockiert sind und bin generell der Ansicht, dass Humor keine Tabus kennen sollte. Um mal Nietzsche zu zitieren:

Wir müssen die Dinge lustiger nehmen, als sie es verdienen; zumal wir sie lange Zeit ernster genommen haben, als sie es verdienen.

Also, immer her mit Filmen, deren Humor nicht bei ethnischen Minderheiten, Gotteslästerungen oder dem Tod halt macht!

Wo ist Fred?

Ein deutscher Film, in dem Til Schweiger so tut, als sei er behindert, um einen signierten Basketball für den verwöhnten Sohn seiner Freundin zu bekommen. Mit wirklich zauberhaften Behinderten.

The Guard

Ein irischer Polizist bekommt bei den Ermittlungen zu einem Drogenring einen schwarzen CIA-Agenten zur Seite gestellt. Damit muss er erstmal klarkommen, da Rassismus bereits tief in seinem irischen Blut verwurzelt ist.

Four Lions

Selbstmordattentäter sind saukomisch, beweist dieser Film. Es ist ein Wunder, dass es keinen Aufstand wie bei den Mohammed-Karrikaturen gab.

Dänische Delikatessen

Eine dieser „Arsen und Spitzenhäubchen“-Geschichten, bei denen arglose Mitbürger im wahrsten Sinne des Wortes verwurstet werden. Absolut großartig und ein Stellvertreter, für andere skandinavische Komödien, bei denen ich mich kugeln könnte. Namentlich zu nennen sind: Adams Äpfel, Die Kunst des negativen Denkens, In China essen sie Hunde und Flickering Lights.

Drive Angry

Spritzendes Blut, Titten, Muschis, schnelle Autos und Blasphemie an jeder Ecke wirkt auf den ersten Blick reichlich stumpf, macht auf den zweiten aber so richtig Spaß. Besonders in 3D!

Zum Fürchten

Ich schaue nicht oft Horrorfilme, die meisten sind mir einfach zu platt. Ein Monster/Geist/Grusel-Kind treibt sein Unwesen und metzelt lauter hilflos kreischende, amerikanische Teenager nieder oder löscht ganze Familien aus. Naaajaaa. Ein paar gibt’s dennoch, die ich nur tagsüber bei strahlendem Sonnenschein schaue.

Event Horizon

Mit Abstand der gruseligste und erschreckendste Film, den ich kenne. Der Horror ist nur angedeutet und spielt sich hauptsächlich im Kopf des Zuschauers ab, die Schockszenen sind unerwartet und das ganze basiert auf Stanislaw Lems „Solaris“.

Cube

Aus irgendwelchen Gründen hat mir dieser Film, als ich ihn das erste mal sah, ziemliche Angst gemacht. Vermutlich, weil der Raum durch den Fernseher immer genauso ausgeleuchtet wird, wie die Würfel voller Fallen, in die die armen Protagonisten gesperrt wurden.

Jack Ketchum’s Evil

Kein besonders guter Film, der auch nie in die Riege meiner Lieblingsfilme aufgenommen werden wird, aber definitiv einer der abgründigsten, die ich kenne – vor allem, weil die Handlung auf wahren Begebenheiten basiert. Und es geht nicht um Gespenster oder Monster sondern um eine Frau, die ein Mädchen zu Tode foltert.

Zum Ausrasten

Es gibt solche Filme, bei denen man dem Regiesseur oder Drehbuchautor einfach nur den Hals umdrehen möchte. Ich nenne hier nur einen und zwar:

Inside

den ich natürlich nicht gesehen habe, schließlich ist er in Deutschland indiziert und beschlagnahmt. Eine Frau dringt in das Haus der schwangeren Sarah ein und metzelt folgendes brutal nieder: Sarahs Mutter, Sarahs Vorgesetzten, Sarahs Katze, drei Polizisten und letztendlich Sarah selbst. Moment. Sarahs Katze?! Menschen töten ist eine Sache. Aber flauschig-weiche, unschuldige Tiere? Das ist nicht akzeptabel.

Zum Nachdenken

Das ist jetzt die schwierigste Kategorie. Die folgenden Filme haben mich berührt, geschockt oder sprachlos gemacht und ich kann nicht genau benennen, warum.

Requiem for a dream

Unendlich krasser Film über vier, durch Drogen und Medikamente, gescheiterte Existenzen. Habe ich bisher erst 1x gesehen – obwohl er auf DVD vorliegt – werde ich aber ganz sicher nicht vergessen. Mir ist kein Film bekannt, der einen so hilflos zurücklässt.

Studentin, 19, sucht

Laura studiert, hat aber große Probleme, mit dem wenigen Geld, das sie hat, über die Runden zu kommen. Sie beschließt, auf den Strich zu gehen und bietet daraufhin ihre Dienste im Internet feil. Ebenfalls recht krass, wie mit der Frau umgegangen wird und gar nicht so unrealistisch, denke ich.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Werd mir mal ein Paar davon ansehen.
    An wo ist Fred erinnere ich mich wage, aber skandinavische Filme find ich auch gut… Zumindest sie, die ich bisher sag. – darunter auch Adams Äpfel Four Lions fand ich einfach nur zum Kugeln.

    • Wenn dir Adams Äpfel gefallen hat, werden es die anderen sicher auch. Nur Flickering Lights beginnt etwas lahm, wird später aber noch gut.

      Da kann ich dir auch gleich noch einen deutschen Film: Bis zum Ellbogen.

  2. Ahhh!! Die letzten Glühwürmchen! So heißt der Film… den hab ich vor Jahren gesehen und wusste den Titel nicht mehr. Danke!

    Event Horizon, ja… der ist wirklich extrem gut gemacht.

    Für die schwarzhumorige Kategorie kann ich dir noch „Adams Äpfel“ empfehlen, sofern du den noch nicht kennst.

    • Schön, dass du den Titel jetzt wieder weißt. Du stehst ja auch so ein bisschen auf Japan, wenn ich mich recht erinnere. Da könnte dir vielleicht acuh „Prinzessin Mononoke“ gefallen, ebenfalls ein japanisches Animé aber auch mehr für Erwachsene als für Kinder. Und auch ein bisschen traurig.

      Adams Äpfel kenne ich natürlich. Wird auch in diesem Artikel genannt…

    • Heute kommt „Katakomben“ in die Kinos. Da mag ich nicht mal den Trailer angucken. Er hat aber, glaube ich, ein ähnliches Thema wie Event Horizon, dass die Protagonisten ihre Hölle selbst mitbringen, durch traumatische Erlebnisse u. ä.

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