Filmabend

Meine Freunde und ich treffen uns recht häufig zu Filmabenden, weshalb mir das Thema der Blogparade des Blogger-Forums diesmal richtig liegt. Ich habe drei Freunde und im Laufe der Zeit hat sich herauskristallisiert, dass Filmabende die einzige Beschäftigung ist, zu der wir uns noch sehen. Vor einigen Jahren gab es noch Versuche des „Party machens“ oder „unter Menschen gehen“ aber machen wir uns nix vor, 90 % der existierenden Filme sind eine angenehmere Gesellschaft als 99 % der existierenden Menschen. So wurde mittlerweile sogar eine facebook-Gruppe eingerichtet, zwecks leichterer Planung.

Ich halte mich ausnahmsweise mal einigermaßen an die vorgegebenen Orientierungsfragen.

Was gehört zu einem Filmabend dazu?

Freunde. Ist nicht so, dass ich nicht auch alleine Filme schauen würde, aber das bezeichne ich dann nicht als „Filmabend“ – zumal dann ohnehin fast jeder Abend ein Filmabend wäre.

Fettiges Essen. Hab‘ 1x was mit drei ich-will-dünn-sein-essgestörten Frauen gemacht. Nie wieder. Sie hatten „Kekse ohne Fett und Zucker“ (=Knäckebrot) mitgebracht und kalorienarme Chips. Nope, nope, nope, nope. Es muss Käsefäden ziehen, die Finger fettig glänzen lassen oder zu einem Zuckerschock führen.

Bequeme Sitzplätze. Mit Grauen erinnere ich mich zurück an die Zeit, als ich keinen „richtigen“ vierten Sitzplatz hatte und die filmlastigen Abende in meiner Wohnung auf dem Schreibtischstuhl oder einem zum Sofa gehörigen Hocker verbrachte. Mittlerweile wurde ein Schwingsessel aus Schweden importiert und als Klamottenablage in meinem Schlafzimmer gaparkt. Dieser wird bei Bedarf ins Wohnzimmer gehievt.

Im Kino muss halt die sog. VIP-Lounge herhalten. Diese kommt mit großen, breiten, roten Kunstleder-Sesseln daher, mit jeweils ZWEI Armlehnen zwischen den Sitzen – kein störender Ellbogen des Nachbarn. Das schmatzende Geräusch, das die festklebende Haut an verschwitzten Sommertagen beim Aufstehen erzeugt und die 2 € extra, die die Karte kostet, nehme ich dafür gern in Kauf.

Welche Filme würdest du dafür auswählen?

Ach. Im Laufe der Jahre dürften wir insgesamt vermutlich mehrere hundert gesehen haben, daher wird eine Auflistung schwierig. Natürlich bleibe ich meinen Standards treu und setze mich da auch durch – Quatsch wird nicht geguckt. Keine albernen Komödien, keine Schnulzen, keine Horrorfilme. Meist gibt’s ’nen Thriller oder eine intelligente, sarkastische Komödie und als zweites, wenn die Konzentration nachlässt und man sich eh mehr unterhält, als dem Film zu folgen, simple Action. Wer unbedingt konkrete Titel braucht, kann sich hinter die Kulissen begeben und die Liste meiner Lieblingsfilme lesen. Ich würde behaupten, da ist keiner dabei, den wir noch nicht gesehen haben.

Kino oder zu Hause?

Das hängt von einigen Faktoren ab. Was läuft im Kino? Wir gehen da nur hin, wenn uns auch tatsächlich ein Film interessiert. Manchmal scrollt man das Programm durch und findet einfach nichts. Dann wird halt auf DVDs zurückgegriffen. Wie sieht’s finanziell bei den Beteiligten aus? Ins Kino gehen ist meist mit einem Restaurantbesuch verbunden – und damit meine ich nicht McDonalds. Dank Gutscheinbüchern u.ä. kann man dabei zwar Geld sparen, aber letztendlich ist der komplette Abend dennoch selten billiger als 35 – 45 €. Zu Hause eine DVD schauen ist natürlich deutlich günstiger, selbst, wenn man Essen bestellt.

Wie heißt der nochmal?!

Der Satz fällt recht oft. Wir haben uns ein ganz und gar beeindruckendes Schauspieler- und Synchronsprechergedächtnis antrainiert aber Namen sind nicht unsere Stärke. „Der hat doch in dem einen Film in der Szene, wo Johnny Depp mit Christian Bale spricht, an der Laterne gestanden… im Hintergrund… wie heißt der denn nochmal?!“. Zu Hause hat man den deutlichen Vorteil, dass irgendein internetfähiges Gerät auf der Stelle griffbereit liegt. Solche Fragen werden innerhalb weniger Minuten geklärt. Nicht nur der Name, auch in welchen Filmen der Schauspieler noch mitgespielt hat, welche Schauspieler der Synchronsprecher noch seine Stimme leiht und ganz nebenbei auch noch, was man beim nächsten Mal schauen könnte.

Im Kino gehen wir vermutlich einigen auf die Nerven, obwohl das Handy erst beim Abspann gezückt wird um Namen und Filmtitel zu googeln. Aber da müssen die durch. Wir haben immerhin 15 € für die VIP-Lounge-Karten bezahlt. Sie sollen froh sein, an unserer Genialität teilzuhaben und nebenbei noch weitergebildet zu werden.

6 Kommentare

  1. Ich werd ganz irre, wenn ich diese „wie heißt der nochmal“-Frage nicht schnell beantworten kann. Dann konzentriert man sich auf nichts anderes mehr und wird innerlich ganz verkrampft, weil man einfach nicht drauf kommt.

    Der Satz „90 % der existierenden Filme sind eine angenehmere Gesellschaft als 99 % der existierenden Menschen“ ist wunderherrlich und so wahr. true story und so.

    1. Genau, oder wenn man nicht weiß, woher man einen Schauspieler noch kennt und auch nicht draufkommt. Schrecklich.

      Ich habe auch ganz bestimte Filme, die ich schaue, wenn mich die ganze Welt ankotzt. Und das sind KEINE Serienkiller-thriller, Splatter oder finsetere Dystopien… sondern vor allem Herr der Ringe. Fühlt sich irgendwie warm und geborgen an, den zu schauen.

  2. Als Mitglied der angesprochenen Gruppierung muss ich allen Ausführungen natürlich vollends zustimmen. Wobei es für mich einfach dazu gehört, beim Einkauf vor dem DVD Abend am Getränkeregal und später vor allem an den Eistruhen zu stehen und „das Richtige“ zu suchen, was eigentlich niemals ergreifbar ist.

    Im Kino sind wir wesentlich ruhiger. Für mich wäre es aber nichts um das übliche Trailerquiz sowie die Einschätzung, ob man in den Film geht, ob man die DVD kauft, ihn später im Fernsehen sieht oder aber niemals sehen möchte (letzteres bei Vin Diesel Komödien).
    Die Diskussionen rund um Schauspieler und Synchronsprecher sind natürlich das größte Glück überhaupt. Man entdeckt immer wieder gewisse Szenen und Momente, die Einen an Szenen anderer Filme erinnern und überlegt selbst da, welche Schauspieler, welche Synchronsprecher … hach … Kino + Restaurant sind immer super, solange halt auch ein Film läuft, von dem wir von Anfang an überzeugt sind.

    Diese Abende sind und bleiben für eine hoffentlich lange Zeit einfach großartig und sorgt zumindest bei mir für eine gewisse Vorfreude aufs nächste Mal. Bei anderen Beschäftigungen komme auch ich mutmaßlich an den klassischen Punkt, an dem ich mich frage, ob es nicht doch schöner wäre, allein zu Haus, zusammen mit dem geliebten Computer auf der Suche nach Bildern, bei der wiederkehrenden Durchsicht von Videos oder schlicht mit einer eigenen DVD.

  3. Fettfreies Essen bei einen Film Abend? Oh neee das geht gar nicht!
    Ich brauch Popcorn oder ja, Nachos mit Käse *schwärm
    Was zu Essen bestellen wir dann auch immer gerne, Favourit ist da definitiv Pizza!

    Dieses wie heißt der Problem kenne ich zu Genüge … Wie gut das man da immer schnell ein Handy bei sich hat und den Film während des Suchens schnell pausieren kann, Kino wäre da dann doof.

    1. Popcorn und Nachos mit „Käse“ (in der Sauce ist kein echter Käse) gibt’s im Kino eher selten. Wir sind dann ja auch schon vollgefressen vom Restaurant vorher. Wobei es da so eine andere Theke gibt, die verschiedenes Gebäck, Eis und solche seltsamen Kaffeesorten evrkauft. Da findet man uns dann eher. Ich mag Popcorn ohnehin nicht wirklich gern. Mal ’ne handvoll aber mehr muss nicht sein.

      Im Kino kann man auch einfach auf den Abspann warten. Dafür bekommt man dann mehr vom Film mit, da man nicht mit googeln beschäftigt ist.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Top