Selbstgemachte Schokocrossies

Ich gehöre zu den Menschen, für die Backmischungen und Fertigkuchen gemacht wurden. Die Bedingung, unter der mir meine Geburtstagsgeschenke ausgehändigt werden, ist jedes Jahr die gleiche: eine Einladung zu Kaffee und Kuchen. Das wird dadurch relativiert, dass ich keine Kaffeemaschine besitze und meine Oma die Treppen zu meiner Wohnung nicht mehr erklimmen kann, ich folglich bei meiner Mutter feiere und diese auch den Kaffe beisteuert. Mir bleibt also nichts anderes übrig, als einen Kuchen zu backen. Da auch die dazu verwendeten Bachmischungen regelmäßig in einem Desaster enden, ist es umso erstaunlicher, dass ich immerhin ganz passable Schokocrossies ohne größere Katastrophen hinbekomme. Diesen Erfolg möchte ich mit euch teilen, indem ich euch das Rezpet verrate.

Was wir brauchen – Zutaten und so.

  • 400 g Kuvertüre (Schokolade zum Backen, liegt bei den Backzutaten), Sorte nach Wahl
  • 400 g Cornflakes ohne Zuckerüberzug (also keine Frosties)
  • evtl. Gewürze nach Wahl, bewährt haben sich Zimt und Lebkuchengewürz
  • Backbleche, Platten, Tabletts – ja, von mir aus auch euer iPad, ich meinte aber eigentlich die zum Transportieren von Speisen und Getränken
  • Backpapier

Schokolade schmelzen – im Wasserbad oder in der Mikrowelle (für Faule :D)

Wenn man „Schokolade schmelzen“ googelt, könnte man meinen, es handle sich um eine komplizierte Operation am Gehirn. Man braucht einen Schokolade-Schmelz-Topf, ein Schokoladenthermometer und man muss genau die richtige Temperatur erwischen und halten. Ich wusste das alles nicht, hab’s einfach gemacht und es hat bisher immer geklappt. Angefangen habe ich mit dem Wasserbad, was die empfohlene Methode darstellt – diese ist allerdings auch langwieriger, daher bin ich auf die ach so verpönte Mikrowelle umgestiegen. Beides gab bei mir nie Probleme. Während die Schokolade dahin schmilzt, legen wir die Backbleche, Tabletts und Platten mit Backpapier aus.

Schokolade, noch eckig

1. Das Wasserbad

Mein Wasserbad war ein Topf, in den ich etwa 1cm hoch Wasser eingefüllt hatte. Dann ein Keramikschälchen mit der zerbrochenen Kuvertüre rein und das Ganze auf dem Herd erhitzt. Wichtig ist dabei nur, dass man die Schüssel mit einem tellerchen o. ä. abdeckt, damit kein Wasser reinspritzt. Kommt Wasser in die Schokolade gerinnt diese und ist nicht verwendbar. Und sie zu entsorgen ist auch wirklich kein Spaß.

2. Die Mikrowelle

Die Methode für die Ungeduldigen oder Faulen – also mein Favorit. Die zerbrochene (geraspelt o. ä. habe ich sie nie) Kuvertüre in eine Schüssel geben und ab damit in den Strahlenofen. Diesen auf die unterste Stufe stellen – bei mir sind das 140 Watt – und kurz, nicht länger als 15 Sekunden, anmachen. Auch, wenn die Schokolade jetzt noch stückig aussieht, umrühren bzw. ein bisschen die Stücke hin und herschieben. Meist sind sie am Boden bereits geschmolzen. Dann wieder rein, wieder nicht länger als 15 Sekunden, wieder umrühren und das solange, bis die Schokolade flüssig ist. Wenn noch kleine Stückchen drin sind, kann man sie auch schon verwenden, die lösen sich noch auf. Hauptsache keine ganzen Blöcke mehr. Bei mir ist die Schokolade so noch nie angebrannt.

Nun haben wir geschmolzene Schokolade und widerstehen dem Drang, Obst oder Kekse hineinzutauchen und zu essen.

Gewürze und Cornflakes reinkippen

Wenn ihr eure Schokocrossies würzen wollt, tut die Gewürze in die geschmolzene Schokolade. Bewährt haben sich bei mir weiße Schokocrossies mit Zimt und Vollmilch mit Lebkuchengewürz. Außerdem schütte ich in Zartbitterschokolade meist ein Tütchen Vanillezucker hinein, welches man aber auch weglassen kann. Ich habe in 400 g Vollmilchschokolade ungefähr 12g Lebkuchengewürz getan. Das schmeckte man dann allerdings sehr deutlich raus. Bei der weißen Schokolade nehme ich immer soviel Zimt, dass sie deutlich dunkler wird. Durch abschmecken findet man aber heraus, welche Menge man persönlich mag.

Jetzt werfen wir Cornflakes rein. Ich zerkleinere diese immer in der Tüte vorher noch durch simples zerdrücken. Man braucht eine beträchtliche Menge Cornflakes, da diese durch die Schokolade im Prinzip nur zusammengeklebt und damit überzogen werden. Ich gebe diese immer nach und nach dazu. Bei der ganzen Menge auf einmal könnte das Umrühren schwer werden.

geschmolzene Schokolade mit einer ganzen Menge Cornflakes

Häufchen und kalt machen

Mit zwei Löffeln (oder einem Löffel und einer Gabel) setzen wir jetzt Häufchen auf’s Backpapier. Einfach ein paar hübsch schokolierte Cornflakes nehmen und auf dem Papier platzieren. Dies wiederholen bis nichts mehr da ist, woraus man Häufchen machen könnte. Zwischendurch evtl. noch Cornflakes nachfüllen, wenn zuviel flüssige Schokolade übrig ist.

Unsere Platten, Backbleche u.ä. bringen wir jetzt an einen kalten Ort. Ich bevorzuge den Balkon; der Kühlschrank oder das Herz der unliebsamen Schwiegermutter sind natürlich auch möglich – sofern beides denn groß genug ist.

Ein Schokocrossie

Eins Überziehen oder: das weiße Zeug draufspritzen (hihihi!)

Da das Auge mitisst, kann man die Crossies, wenn sie abgekühlt sind, noch mit andersfarbiger Schokolade besprenkeln, das sieht nett aus. Dazu wieder Schokolade einer anderen Farbe schmelzen und mit einem Löffel in Fäden darüber ziehen. Es gibt, zumindest von dunkler Schokolade, auch Kuchenglasuren, diese bestehen m. W. n. allerdings meist aus „Kakaohaltiger Fettglasur“ und so schmecken sie auch.

Hübsch verpacken und verschenken oder selbst essen

Dieser Schritt erklärt sich wohl von selbst. Der Einzelhandel verkauft zu dieser Jahreszeit ja genug Krempel zum Reintun von selbstgemachtem Essbaren. Ich nehme immer kleine Tütchen da diese billiger sind als Dosen und weniger reinpasst – bleibt mehr für mich übrig.

Ein Rudel Schokocrossies in einer Dose.

Viel Spaß beim Nachmachen!

9 Kommentare

  1. „Kommt Wasser in die Schokolade gerinnt diese und ist nicht verwendbar. Und sie zu entsorgen ist auch wirklich kein Spaß.“ – klar, einfach die ganze Kuvertüre wegfuttern und nochmal neu anfangen
    Ich glaub das werde ich dieses Jahr auch mal ausprobieren, so als Wichtelgeschenk und mit leckeren weihnachtlichen Gewürzen ist das sicher toll. Hab ich auch noch nie selbstgemacht.
    Und die Anleitung ist echt amüsant geschrieben Ich werd meine Schwiegermutter mal fragen ob ich die Crossies an ihrem Herz kühlen darf..

    1. Geronnene Schokolade ist zum Brechen. Wegfuttern ist also auch nicht mehr. Zumal das bei 400 – 600g auch eine Herausfordeurng sein dürfte.

      Viel spaß, beim Nachmachen. ich werde auch ncoh welche mit Zimt und Lebkuchengewürz machen, denke ich. wollte ich eigentlich bei diesen shcon und hab dann den Zimt einfach vergessen… ach ja, das Alter…

  2. Mir ist schon Wasser rein gekommen. War nicht schön, aber hat funktioniert. War aber glaub ich auch nicht sehr viel Wasser.
    Aber ich bin noch nie nie nie auf die Idee gekommen, meine Schokolade in der Mikrowelle zu schmelzen O_o

    1. Mir ist am Anfang auch mal Wasser reingespritzt, das war dann nicht mehr zu verarbeiten.

      Mit der Mikrowelle funktioniert das wunderbar, man muss halt nur dabei bleiben und immer wieder rühren.

        1. Stimmt, das sind so kleine Schokoladen-Tropfen. Aber der Preis ist jenseits von gut und böse. Wenn man die Schokolade gleichmäßiger geschmolzen haben möchte, kann man sie ja auch raspeln.

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