Blogparade: Wie hat das Internet dein Leben verändert?

Bereits Mitte Oktober hat Alexander auf internetblogger.de eine Blogparade zum Thema „Wie hat das Internet dein Leben verändert?“ gestartet. Daran nehme ich natürlich auch teil.

1. Was ist das Internet für euch?

„Ein weltweites Netzwerk, bestehend aus vielen Rechnernetzwerken“. Um mal die Wikipedia zu zitieren. Für mich persönlich ist es aber auch:

  • Ein Kommunikationsmedium
  • Ein Nachrichtendienst und Tageszeitungsersatz
  • Ein großer Spielplatz
  • Ein Kurisitätenkabinett
  • Ein Ort für unzensierten Austausch und freie Informationen
  • Bespaßung mittels Memes, Katzenbildern und sexuellen Absonderlichkeiten anderer Menschen rund um die Uhr

2. Welche Vorteile bringt es mit sich?

Ich habe hier vor kurzem über meinen Beruf als Bürokauffrau geschrieben. Wir haben Kunden, die die Anfahrten nach Kilometern bezahlen, d.h. bei einer Anfahrt bis 200km bezahlen sie X Euro und ab 200km Y Euro. Sowas gibt’s nicht erst seit der Entwicklung von Routenplanern und Google Maps, allerdings musste man früher, um heraus zu finden ob Hüttengesäß mehr oder weniger als 200km von Witzenhausen entfernt liegt, dicke Bücher wälzen.  Darinnen standen alle Postleitzahlen tabellarisch aufgelistet, mit ihrer Entfernung zu jeder anderen Postleitzahl in Deutschland. Kompliziert wurde es natürlich, wenn man die PLZ nicht kannte… Heute klärt man solche Fragen binnen einer Minute.

Der Informationsfluss ist dank des Internets rasend schnell geworden. Nachrichten gehen innerhalb von Sekunden um die Welt. Und: jeder kann sie erzeugen. Ein Szenario, dass es tatsächlich so gab: Nachdem die Amis 1945 Hiroshima und Nagasaki in Schutt und Asche gebombt hatten, verhängten sie eine Nachrichtensperre. Es war zwar bekannt, dass sie sich für Pearl Harbour gerächt hatten, aber die schrecklichen Auswirkungen der Atombombe blieben weitestgehend unbekannt. Das wäre heute nicht mehr möglich. Irgendwer würde etwas twittern oder ein Video hochladen oder seinen Facebookstatus aktualisieren. Die besten Beispiele dafür sind die Revolutionen der letzten Jahre in Nordafrika.

Mir persönlich bietet das Internet vor allem den Austausch mit Anderen, mit ähnlichen Interessen. Dabei ist es erfahrungsgemäß völlig egal, wie schräg und absonderlich man ist, man findet immer jemanden, der genauso tickt, wie man selbst. Zudem eignet es sich für mich natürlich hervorragend um meinen Drang nach Selbstdarstellung auszuleben – die Auswüchse davon, betrachtet ihr gerade.

3. Welche Nachteile gibt es? (Vernachlässigung der Familie, Zeitfresser oder Ähnliches)

Mir fallen wirklich kaum Nachteile ein. Natürlich fordert das Internet von einem, eine gewisse Medienkompetenz an den Tag zu legen und sich, wenn man nicht zum gläsernen Menschen werden will, mit den Websites, die man nutzt, auch mal auseinander zu setzen (und die AGBs wirklich zu lesen, statt nur auf „stimme zu“ zu klicken!). Das halte ich aber durchaus für zumutbar.

Seine Familie vernachlässigen kann man auch, wenn man anderen Hobbies nachgeht. Das muss jeder selbst entscheiden, womit er seine Zeit verbringen will und was für ihn sinnvoll ist. Ich glaub‘ es gibt schlimmeres, als vorm PC zu hocken.

Was mich allerdings wirklich nervt, ist der Anspruch an meine ständige Erreichbarkeit, den einige stellen. Mein Handy ist nur online, wenn ich eine neue App oder ein Spiel runterlade – sonst nicht. Man kann mir nicht rund um die Uhr facebook-Nachrichten schicken und mit einer Antwort in sekundenschnelle rechnen. Leider bin ich da wohl ein Exot und einige empfinden das als unhöflich.

Oh, und Eltern, die nicht soviel Ahnung vom Internet haben, sich aber bei Bedarf jederzeit an einen wenden sind auch ein Nachteil. Vor allem, wenn die Fragen in Richtungen gehen wie: „Kann man sonntags auch E-Mail machen oder haben die da auch frei?“ oder „Mein Passwort lautet Gzekdfoo4fjiefhk8cbnkekfhu9gdte11 aber ich vertippe mich beim Eingeben immer, glaub ich! Kannst du mir helfen?“.

4. Seit wann hast du einen PC und bezeichnest dich als Webuser?

Unser erster Computer war der erste ALDI-PC. Wann war das? 1999 oder 2000 denke ich, also 13 Jahre her – ziemlich genau die Hälfte meines Lebens. Der Gute begleitete mich auch tatsächlich 6 Jahre lang, bevor ich zum Fachabi einen neuen bekam – für weitere 5 Jahre. Mittlerweile sitze ich an meinem dritten Lebensabschnittsgefährten, allerdings habe ich mich der Bigamie zugewandt – wir leben glücklich mit einem Notebook zusammen. Jeder mit jedem und dank eines Netzwerks gibt’s auch mal ’n Dreier…

5. Wie hat das Internet dein Leben verändert?

Wie gesagt war ich ungefähr 13, als ich mit dem Internet in Kontakt kam. Im Alter von 13 bis 26 sollte sich das Leben mit und ohne Internet recht drastisch verändern. Daher finde ich es sehr schwer einzuschätzen, wie sich mein Leben ohne Zugang zum Netz entwickelt hätte. Ich denke, es macht vieles leichter. Es gibt mir die Möglichkeit, ich selbst zu sein, so seltsam ich auch sein mag – es gibt immer jemanden, der einen so mag, wie man ist. Das Internet ermöglicht es einem, den Suchradius nach diesen Menschen auszudehnen.

Ich habe die Möglichkeit, mich kreativ zu betätigen und als Publikum bietet sich mehr an als meine Familie und ein paar Freunde. Bestätigung aber auch Kritik sind einfacher und ehrlicher zu bekommen – denn die meisten Freunde werden niemals sagen „nee, gefällt mir nicht.“…

Ansonsten wären einige Tätigkeiten vielleicht etwas anders, hätte ich keinen PC. Ich würde eine Zeitung lesen, statt das Onlineangebot der selbigen. Statt bei amazon zu bestellen, würde ich es aus einem Katalog tun. Und ich müsste meine Freunde anrufen, um zu klären, wo wir essen gehen, statt es via facebook zu erledigen. Aber so groß sind die Unterschiede auch nicht…

6. Wie nutzt du das Internet (privat, beruflich, fürs Studium oder alles zusammen)?

Privat und beruflich. Würde ich studieren, würde ich es dafür auch benutzen.

7. Und dein Fazit?

Das Internet ist eine der größten Entwicklungen der vergangenen 20 Jahre. Ich könnte mir mein Leben ohne es nicht mehr vorstellen, es würde mir auf jeden Fall sehr fehlen, wenn es plötzlich weg wäre. Und ich denke, es geht nicht nur mir so.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hi,
    sehr interessanter Artikel und du beschreibst es genau, dass man ohne das Internet nicht mehr wirklich kann. OK, wenn wir es auf einmal nicht mehr hätten, dann müsste man alles offline erledigen, was vielleicht nicht schlimm wäre, aber man hätte dabei keinerlei Zeit einsparen können.

    Übers Netz ist alles viel lässiger und bequemer, zu erledigen, finde ich und ich verwende dieses Medium auch sehr sehr gerne.

    Meinen ersten PC hatte ich so mit 16 oder 17 Jahren mir vom eigenen Geld gegönnt und wollte es wissen und da entwickelte sich das Internet plötzlich sehr rasant und es wurden unzählige Dienste angeboten. Im Internet arbeiten, kann man ja auch schon und das tun wirklich sehr viele, die ihr Zuhause gar nicht verlassen brauchen. Ja alles hat Vor-und-Nachteile wie du auch schon erwähntest.

    Freut mich, dass du bei dieser Blogparade mitgemacht hast und einen interessanten Artikel geschrieben hast. Ende November werde ich mittels Random.org verlosen und die Glücklichen ziehen und wünsche dabei jedem viel Glück :).

  2. Wollte nur kurz mal loswerden, dass man deine Kommentare nicht abonnieren kann. Es wäre schon sehr nützlich, um bei einer Diskussion dabei zu sein und die Updates zu erhalten.

    • Hey Alex,

      danke für den Hinweis! Ich habe mich gleich darum gekümmert, es ist jetzt möglich, die Kommentare zu abonnieren.

      Liebe Grüße,
      Mara

  3. Hey,
    supi und ich sehe es jetzt, indem man die Comments praktischerweise auch abonnieren kann. So entgeht einem Besucher und Stammleser nichts mehr :).

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