Buch vs. Film

Das aktuelle Thema der Blogparade des Blogger-Forums lautet „Buch vs. Film“.

1. Das Maß aller Dinge: Der Herr der Ringe

Als erstes fällt mir dazu immer meine Lieblings-Verfilmung ein: Der Herr der Ringe. Peter Jackson hat es geschafft, die Vorstellung, die ich beim Lesen hatte, auf Zelluloid zu bannen. Und ich weiß, dass es nicht nur mit so geht. Der Aufwand, der betrieben wurde und die Detailverliebtheit werden dem Buch einfach gerecht – etwas, dass man bei Buchverfilmungen nur selten findet.

Die kompletten Bücher zu verfilmen, mit allen Einzelheiten, halte ich nach wie vor für unmöglich. Traurig bin ich aber nicht darüber, da mich vor allem die Lieder beim Lesen doch schon ziemlich genervt haben – hören muss ich die nicht auch noch.

Der Herr der Ringe ist daher für mich das Maß aller Dinge: So sollte einer Buchverfilmung sein. Leider steht er ziemlich allein da.

2. Das gab’s als Buch?!: Fight Club, World War Z und Fear and loathing in Las Vegas

„Das gab’s als Buch?!“ musste sich schon der Autor von Fight Club, Chuck Palahniuk, anhören. Ja, das gab’s als Buch. Lange, bevor es den Film gab. Der dann erheblich populärer wurde. Kultfilme oder welche, die sehr gute Kritiken bekommen haben, basieren nicht selten auf Büchern, ohne, dass es jemand weiß. Sie werden einfach nicht so beworben, wie Verfilmungen bekannter Bücher.

Die oben genannten finde ich aber so hervorragend, dass sie sich ohne Probleme mit den Büchern messen können, obwohl sie z. T. stark von der Buchvorlage abweichen. Hier betrachte ich die Filme eher als eigenständige Werke denn als an einer Buchvorlage orientiert. Trotzdem handelt es sich zweifelsohne um eine Buchverfilmung und daher dürfen sie hier nicht fehlen. Leider wissen viele Zuschauer gar nicht, dass sie gerade eine sehen – das trägt dazu bei, dass Buchverfilmungen von Einigen geradezu verteufelt werden.

3. Oh God why?: Vollidiot, Die Einsamkeit der Primzahlen und Extrem laut und unglaublich nahe

Ja, und dann gibt es sie: Die Buchverfilmungen, bei denen ein absolutes Lieblingsbuch durch den Fleischwolf gedreht wurde und man am Ende des Films fassungslos da sitzt und sich fragt: „Warum haben die DAS aus diesem geilen Buch gemacht?!“.

Leider bleiben gerade diese dann oft im Gedächtnis der meisten Leute hängen. Was dazu beiträgt, dass Buchverfilmungen so verpöhnt sind. Und darunter leiden dann eben auch die guten.

Die oben genannten Beispiele sind meine absoluten Horrorszenarien der Buchverfilmungen. „Die waren doch gar nicht schlecht?“ werden einige jetzt sagen. Doch, find‘ ich schon. Die Bücher sind um Längen besser. Und auch, wenn „Extrem laut und unglaublich nahe“ als Film ganz süß sein mag, fehlen ungefähr 75 (wichtige) % des Buches, dafür wurde Tom Hanks reingequetscht. Bei sowas sollte man dann vielleicht einfach darauf verzichten, den Titel des Buches zu verwursten und es bei einem einfachen Hinweis am Anfang belassen: Based on the novel by Jonathan Safran Foer.

4 Kommentare

  1. In der Tat wusste ich nicht, dass es zu Fight Club ein Buch gibt.
    Herr der Ringe habe ich nicht gelesen, würde ich aber gerne irgendwann noch nachholen, weil ich doch glaube, dass Mittelerde in geschriebener Form und mithilfe der eigenen Fantasie noch aufregender sein kann.
    Von den Negativ-Beispielen habe ich noch keinen Film gesehen und auch keins der Bücher gelesen.

    1. Herr der Ringe ist halt ein Klassiker. Schlecht sind die Bücher auch sicher nicht, aber ich fand sie zum Teil doch recht langatmig. Aber es gibt vieles, was im Film nicht vorkommt… du solltest nur ggf. auf die Übersetzung achten, es gibt zwei verschiedene. M. Carroux war die erste, die die Bücher übersetzt hat und sie hat definitiv mehr Talent, was Sprache betrifft. Später gab es eine zweite Übersetzung von Wolfgang Krege, die von den meisten als schlechter empfunden wird – das schlägt sich auch in den amazon-Bewertungen nieder. Die Carroux-Version gibt’s aber nur noch gebraucht, glaube ich.

  2. Als ich den Beitrag zum Buch vs. Film Tag geschrieben habe (Er liegt wartend in meinen Entwürfen) kamen mir ungefähr die selben Dinge in den Sinn.
    Und es ist ja auch super naheliegend, dass es so viel mehr Bücher zu Filmen gibt als wir wissen, man muss das Rad ja nicht neu erfinden und es ist eigentlich nicht verkehrt aus einer guten Geschichte einen guten Film machen zu wollen. Wenn man es dann schafft

    1. Ja, genau. Wirklich groß angekündigt, dass es sich um eine Buchverfilumg handelt, wird’s ja eh meist nur bei Büchern, die ewig auf den Bestsellerlisten standen oder sonst irgendwie bekannt geworden sind.

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