Stöckchen: das geht gar nicht.

Anne hat mir drüben auf Ikiru ein Stöckchen zugeworfen, das ich dankend annehme. Der Titel lautet „das geht gar nicht“. Das heißt, ich darf meine Meinung kundtun und auch noch meckern. Das sind ja gleich zwei Wünsche auf einmal! Mein Alter hat gestern die Vierteljahrhundertmarke überschritten und wenn ich mal so ’ne Oma werden will, die anderen das Leben schwermacht, sollte ich anfangen zu üben. Also los!

Das geht gar nicht in Bezug auf…

…Essen.

Tomaten. Diese Dinger kommen direkt aus der Hölle. Der Glibber, die Haut, die Kerne… Nope, nope, nope. nope!

Und „Pizzaburger“ für 4,99 € pro zwei Stück. Ein Burgerbrötchen mit dem Belag einer Pizza, wie innovativ! Nannte man früher „belegtes Brötchen“.

…Klamotten.

Erstmal muss ich Anne zustimmen: Man sollte nicht bauchfrei tragen, wenn man nicht bauchfrei ist. Ich frage mich oft, wie die Damen in die zwei Nummern zu kleine Buxe reinkommen. Ich mein, ’n Tannenbaumtrichter kostet selbst gebraucht bei den eBay-Kleinanzeigen noch 100€… Und bitte, liebe Damen mit ein paar Pfunden zuviel… glaubt nicht, dass eine Corsage das Problem löst! Eure Brüste sehen zwar super aus, allerdings setzen sich diese in Form einer… nun, Speckrolle über euren Rücken fort.

…Musik.

Karnevalslieder und Mallorca-Saufmusik. Und Trance. Und Techno.

…Duft.

Zuviel. Egal wovon.

Eine besondere Ablehnung erfährt noch Patchouli. Man mag zwar, in eine Wolke dieses Geruchs gehüllt, so true sein, dass man Met pinkelt und Fledermäuse kackt aber ich kann mir kaum vorstellen, dass man sich viele Freunde macht wenn man riecht wie ein umgekippter Tümpel voller Entengrütze.

…Jahreszeit.

Winter! Ein typischer Wintertag: Man steht morgens auf, es ist dunkel. Man kratzt die Autoscheiben frei und ärgert sich, immer noch keine Handschueh zu besitzen, es ist dunkel. Man fährt zur Abeit, es ist dunkel. Und glatt. Man schaut mittags aus dem Fenster: Sonnenschein. Man hat Feierabend: Es ist dunkel. Und kalt.

…Süßigkeiten.

Flüssig gefüllte Pralinen, am besten noch mit Alkohol. Ich neige dazu, Pralinen halb durchzubeißen und mir den Inhalt anzusehen… und sehe dann aus wie ein sabbernder Hinterwäldler wenn mir alles über die Finger und das Kinn läuft. Und Alkohol mag ich sowieso nicht.

…YouTube.

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…McDonalds.

Ich glaube, um da ausgeprägte Antipathien bestimmten Produkten gegenüber entwickeln zu können, bin ich zu selten da. Es ist halt warmes, weiches Essen, das nicht satt macht. Um zwei Uhr nachts nach’m Kino aber durchaus annehmbar.

…Personen.

Besoffene. Pöbelnde Assis. Leute, die alles „soo schön“ finden. Linksradikale, Rechtsradikale. Leute, die sagen „Fight Club ist scheiße, hab‘ ich nach der Hälfte ausgemacht“. BILD-Leser. Plärrende Kinder. Eltern, die ihre plärrenden Kinder für Halbgötter halten, und von jedem erwarten, dass sie so behandelt werden. Politiker. Investmentbanker. Gewaltbereite Fußballfans. „Comedians“. Jecken an Karneval. Telefonierer im Kino. Männer, die auf Frauenparkplätzen parken. Trickbetrüger. Vertreter. Wer auch immer auswählt, welche Serien Dienstagsabends auf Pro7 laufen. Zuspät-Kommer. Homosexuellen-Feindliche. Unbekannte, die mich bei facebook oder in Messengern adden. Kassierer-Zombies die nicht grüßen und deren Gesichtsmuskeln so degeneriert sind, dass sie nicht mehr lächeln können. Bekloppte, die mich an der Haustür für ihre Halluzinationen („Religionen“) begeistern wollen. Tierquäler. Bekloppte, die mich am Telefon für ihre Produkte/Dienstleistungen/Umfragen begeistern wollen. Alle, die zu blöd sind, öffentliche Toiletten abzuspülen. Frauen, die sich ein Nest aus Klopapier auf dem Rand der selben bauen und es dann dort für den nächsten lassen. Vollgepinkelt natürlich, weil sie sich trotzdem nicht hinsetzen. Leute, die auf den Boden rotzen. Briefträger, die Päckchen nur in den Hausflur schmeißen. Südosteuropäer die mir an Autobahnauffahrten ihren gefälschten Goldschmuck verkaufen wollen. Deutlich hörbar poppende Nachbarn an meiner Wohnzimmerwand. Wer treibt’s bitte auf seiner Küchenzeile?!

…öffentliche Personen.

Tarantino. Van Elst. Der Papst. Mario Barth. Vin Diesel. Paris Hilton. Heidi Klum. Gabi Köster… und natürlich Hugh Jackman.

…Haare.

Undercut.

…Party.

Zu wenig zu essen. Zuviel Alkohol. Schlechte Musik. Discos. Alles, was ich unter „Personen“ aufgezählt habe.

…Auto.

Der Fiat Multipla.

45jährige Frauen in SUVs, die einen auf der Autobahn bei 180km/h am Liebsten abdrängen würden, im Parkhaus dann aber „Ausparken in 28 Zügen“ praktizieren. Autofahrer, die glauben, ich würde von 160km/h auf 80km/h abbremsen um mich zwischen zwei LKWs zu quetschen und diesem Wunsch mit dichtem Auffahren und permanentem Einsatz der Lichthupe Nachdruck verleihen.

…Eltern.

Alle, die ihre Kinder nicht erziehen. Die, die ihnen Namen geben wie Serenity Seraphina. Prügelende, vernachlässigende, saufende.

…Instagram.

Hab ich nicht. Brauch ich nicht. Will ich nicht.

 

So, jetzt komm‘ ich mir vor wie Grumpy Cat.

Ich werfe das Stöckchen weiter zu Bonnie, Ele und Cuchilla Pitimini.

9 Kommentare

    1. Ohja! Es gibt als Zubehör aufsprühbaren Dreck, damit’s so aussieht, als wäre der Wagen auch mal in freier Wildbahn unterwegs und nicht nur dafür genutzt, die kleine Aurora Malia zum Kindergarten zu fahren.

  1. Oh Danke fürs Zuwerfen! Hach, das wird Spaßmachen, mal ein bisschen Rumzumeckern!

    Ich kann dir auch in vielen Dingen total zustimmen. Allen voran der Winter, so deprimierend. Und die ganzen Personen.. Da könnte ich glatt deinen ganzen Absatz kopieren, jetzt muss ich mich richtig anstrengen um noch was kreatives zu schreiben ;D

  2. Pingback: Get to know me a little bit more #3 | Frau Margarete

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