Warum totale Einsamkeit manchmal super geil ist

Ich befinde mich seit ungefähr 4 Wochen im Besitz eines Smartphones, es ist ein Firmenhandy und zwar ein Samsung Galaxy SIII. Mein letztes Mobiltelefon erwarb ich 2006 und war damit auch ganz zufrieden. Die Funktionen, die ich regelmäßig beanspruchte, funktionierten einwandfrei – SMS schreiben und empfangen, telefonieren, Taschenrechner, Wecker – weshalb ich keinen Grund sah, es in absehbarer Zeit durch ein neueres Modell zu ersetzen.

Allerdings sag‘ ich natürlich nicht „Nein“, wenn man mich fragt, ob ich ein Smartphone inklusive Vertrag für lau haben möchte.

Seitdem befasse ich mich mit Apps, Wi-Fi, Widgets und damit, „Nein“ anzuklicken – in Sätzen wie „Nein, ich möchte S Voice Pro nicht aktivieren (und auch keine 1,99 € pro Monat bezahlen)“, „Nein, ich möchte dieses gerade aufgenommene Foto meines aktuellen Klopapiers nicht via facebook, tumblr und instagram mit allen meinen Freunden teilen“ und natürlich „Nein, ich stelle Android nicht meine Seele zur Weiterverwendung zur Verfügung“. Erschreckend ist, wie sehr so ein Gerät das Entscheiden für den Benutzer übernimmt. Wenn man eine SMS schreibt und das Telefon währenddessen zum Ohr führt, ruft es automatisch den Empfänger der SMS an. Eine Kamera nimmt bei der Benutzung die Augenbewegungen auf, erkennt anhand dieser, ob man gerade im Internet surft, ein E-book liest oder spielt und passt die Bildschimhelligkeit dieser Tätigkeit an. Gut, es vertut sich recht häufig, was mich dann immer etwas irritiert, wenn plötzlich der Bildschirm heller oder dunkler wird. Auch begegne ich dem Konzept der ständigen Erreichbarkeit durch Einrichtung einer Verbindung mit dem facebook-Messenger, ICQ und WhatsApp ausschließlich mit Widerwillen und Abscheu. Wobei ohnehin nur äußerst selten jemand versucht, mich zu kontaktieren.

Womit wir dann auch beim Titel dieses Eintrags wären: Warum totale Einsamkeit manchmal super geil ist. Bevor es jemand in den Kommentaren schreiben: Ja! Der Titel ist bei J. D. aus Scrubs geklaut! Und, ja, ich warte, seitdem ich ihn das erste mal gehört habe, darauf, endlich einen Grund zu haben, ihn zu verwenden. Hier isser! Die Lebensdauer eines Samsung Galaxy SIII-Akkus beläuft sich je nach Anwendung auf 1 – 48h. Ersteres, wenn man damit filmt, letzteres wenn man es einfach irgendwo hinlegt und nicht wieder anschaut. Damit zu telefonieren saugt an dem Akku wie Sasha Gray an… ihr wisst schon, sie ist Pornodarstellerin ;). Da ist es natürlich vorteilhaft, wenn man in den letzten 4 Wochen ungefähr 10 SMS bekommen hat – davon enthielten 4 TAN-Nummern für Online-Banking-Überweisungen – und 5x angerufen wurde. Sprich: wenn sich eh keiner bei einem meldet, der den Akku beanspruchen könnte.

1 Kommentar

  1. Mir geht es ähnlich. Auch ich verabscheue die ganzen Messenger. Aber um ehrlich zu sein wird man von manchen Gruppen dazu gedrängt dabei zu sein. Sonst würde ich die eine oder andere Veranstaltung verpassen. Deshalb: Sehr ungerne und nur widerwillig bin ich dabei. Alle nervigen Benachrichtigungen sind aber abgestellt. Es ist eine stressfreie Variante.

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