Lykanthropie

Ist schon wieder Vollmond? Oder Sonneneruptionen?

In den letzten Tagen sind zwei Dinge passiert:

1. Auf den Nachrichten-Websites dieser Welt gab es nur noch Mord und Totschlag. Ein Vater versucht sich und seine beiden Kinder im Kanal zu ersäufen; in Wuppertal wird eine Frau bei einem Überfall erschossen und in Menden wurde eine niedergestochen. Auf der Königsallee (in Bochum, ihr Nasen, nicht in Düsseldorf!) fährt sich einer tot und in meinem beschaulichen Städtchen brettert einer mit 180 durch ’ne 70er-Zone, weil er, wie er selbst sagte, „mal schauen wollte, was der Wagen so drauf hat!“.

Oder kurz: die Leute werden bekloppt.

2. Die Hausfrau in mir ist durchgekommen. Vermutlich gibt es in jedem (Frauen)gehirn einen Hausfrauen-Teil. Bei mir ist der von dem für unnützes Wissen, sexuelle Kuriositäten, skurille Todesarten, Gotteslästerung und alles andere, was Spaß macht und unmoralisch ist, in eine Ecke meines Schädels gedrängt worden. Aber in der letzten Woche hat er sich mal wieder zu Wort gemeldet!

So habe ich am Montag meine Fenster geputzt. Die Anhänger der Theorie, dass Fenster irgendwann einen Zustand erreichen, in dem sie nicht mehr schmutziger werden können, muss ich leider enttäuschen: Jahrelange intensive Forschungen meinerseits belegten das Gegenteil. Und der Beweis tropfte am Montag gemeinsam mit dem Glauben an meine Fensterputzkompetenz in Form von kleinen grauen Pfützen auf’s Laminat. Zurück blieb streifiges Glas und Frustration, die nur mit Unmengen nach Zitrone stinkendem Glasreiniger dem Erdboden gleichgemacht werden konnte.

Und jetzt gerade ist die Werhausfrau (des Pendant zum Werwolf… für die, die es nicht kapiert haben) wieder aus mir herausgebrochen. Mein Backofen ist innen schwarz wie mein Humor und hat beim letzten Versuch, den Moment abzupassen, indem eine Tiefkühlpizza komplett aufgetaut aber noch keine Holzkohle ist, angefangen, Rauchwölkchen zu speien. Der oben genannte Großteil meines Gehirns sagte „Man kann auch ohne Backofen leben!“. Ich tauschte also die „Mach mich auf und stell mich in den Ofen“-Tiefkühlgerichte gegen „Schütte Wasser auf mich“-Tütensuppen und „Wirf mich in eine Pfanne und hoffe!“-Nudelbeutel. Doch jetzt, in diesen nächtlichen Stunden, man beachte den Zeitstempel dieses Posts, überfiel mich die eiskalte und harte Selbsterkenntnis, dass es ohne Backofen nicht geht. Und so habe ich ihn eben mit Backofenreiniger eingesprüht und warte nun darauf, diesen hoffentlich zusammen mit dem Schmutz abstreifen zu können, wie das Kleidungsstück, das man hässlich findet, aber es immer der Oma zu liebe trägt.

Was mich zu der Einsicht, dass ein Backofen in meinem Leben unersetzlich sei, trieb? Diese Frage möchte ich mit einem Bild beantworten:

 

 

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