Ulli* – 2

Nach meinem letzten Artikel kamen ein paar Nachfragen, was denn aus dem guten Ulli geworden sei. Ok, here we go:

Am folgenden Tag hat der Mann von meiner Mutter seinen geburtstag gefeiert, darum war die gesamte Verwandschaft angerückt, einschließlich meiner Tante. Als ich am Morgen, vor dem geplanten Mittagessen dort auftauchte, drückte ich meine Mutter ertsmal den Zettel mit Ullis Nummer in die Hand. sie reagierte ziemlich aggressiv, zerriss den Zettel, warf die Fetzen weg und sagte, das brauche mich gar nicht zu interessieren. Letzteres sah ich anders, da der Kerl 1. hochinteressant sein muss, sonst würde meine Mutter sich nciht so aufregen und er mich 2. ja immerhin angerufen und belästigt hatte, es also nicht meine Entscheidung war, mit ihrem Verflossenen konfrontiert zu werden.

Ich fragte in einem von meiner Mutter unbeobachteten Moment also meine Oma, Tante und Onkel, ob sie den Typen noch kennen. Kennen sie. Meine Oma nicht, was meine Tante mit „Na, DEN hätte ich aber auch nicht mit nach Hause gebracht!“ kommentierte. Bekannt war er wohl als „der Typ ohne Zähne“. Was aber viel interessanter ist, als der Zustand seines Gebisses, ist, was er so getan hat.

Der Gute hat nämlich, kurz bevor er mit meiner Mutter zusammen war, eine Tankstelle ausgeraubt! Leider wurde dabei wohl der Kassierer niedergestochen, was Ulli und seine Komplizen auch für einige Zeit hinter schwedische Gardinen brachte. Frisch in die Freiheit entlassen, lernte er meine Mutter kennen. Von seiner kriminellen Vergangenhiet, erzählte er ihr erst, als sie zufällig den gleichen Wagen fuhr, den er als Fluchtwagen benutzt hatte- ein Umstand, der ihn so irritierte, dass er Gesprächsbedarf entwickelte.

Meine Mutter kann man nun wirklich nicht als intolerant bezeichnen und so akzeptierte sie natürlich auch den von ihm gewählten Lebensweg mit stoischer Gelassenheit. Da sie sehr an Geld interessiert ist, nahm sie auch seine Vorschläge, ihr Einkommen aufzubessern, dankend an. So wurde ihre Wohnung fortan mehrmals pro Woche zu einem Treffpunkt für Glücksspieler, die aus den herkömmlichen Kneipen bereits rausgeflogen waren. So lernten auch meine Tante und Onkel Ulli und ein paar seiner besten Freunde kennen.

Irgendwann verließ meine Mutter ihren Ulli zu Gunsten eines Junkies, den sie kurz darauf mit meinem Vater betrog. Ulli entschloss sich, wieder kriminell zu werden und überfiel noch irgendwas, irgendwo im Osten.

Mehr wusste dann leider niemand, schade, schade, klingt doch wirklich interessant.

Angerufen hat er nicht mehr. Worüber ich auch ganz froh bin. Wer weiß, was der sich so denkt. Und wie er handelt. *brr*

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