Merry Crisis

Da ja schon danach gefragt wurde, hier ein kleines Weihnachts-fazit.

Heiligabend war dieses Jahr überraschend harmonisch und unspektakulär. Meine Mutter, ihr Mann und ich waren bei meiner Oma zum Abendessen. Es gab Kartoffelsalat mit Würstchen, wobei der Kartoffelsalat durch gedünstetes Gemüse und die Würstchen durch Hirschmedaillons ersetzt wurden. Zudem servierte meine Oma als Vorspeiße Tigergarnelen in Paprikabutter. Muss ja auch nicht jedes Jahr derart umständlich sein.

Einen besonderen Augenschmaus bot der künstliche Mini-Weihnachtsbaum, den meine Oma ein paar tage vorher für ca. 40€ bei Obi erstanden hatte. War er doch keineswegs tannenförmig (etwa so: /) sondern sah eher aus, wie eine große, beleuchtete Wurst. Darunter wurden die Geschenke drapiert, welche dann nach dem Essen beschehrt wurden. Diesmal lief’s umgekehrt nach Alter. Also die, bei denen die Zeitspanne bis zum erwarteten Ableben am kürzesten ist, packten zuerst aus. Mein deprimierendes Geschenkpapier wurde mit Adjektiven wie „edel“ und „außergewöhnlich“ bedacht. Also muss ich nächstes Jahr schwerere Geschütze auffahren. Vielleicht was mit Blut.

Da wir am 25. nochmal bei meiner Oma zum Mittagessen eingeladen waren, fuhr ich dann auch gegen 10 nach Hause, wo mich ein Päckchen von einem Freund und ein Wichtelpaket aus einem Forum erwarteten.

Am nächsten Tag gab es dann bei meiner Oma einen kleinen Eklat wegen des Essens. Leider ist sie nicht in der Lage, für die erwartete Anzahl an Personen zu kochen, sondern addiert diese um den Faktor 10. Das große Drama ereignete sich diesmal beim Nachtisch, den keiner mehr essen wollte, außer meiner Oma. Trotz Diabetes. Sie warf uns vor, wir seien undankbar udn würden ihr den Appetit verderben. Das nahmen meine Mutter und ich zum Anlass, schnellstmöglich zu verschwinden.

Obwohl es dieses Jahr geradezu langweilig war, bin ich froh, dass es vorbei ist. Für ein Jahr.

 

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