Fang an zu leben

Du wohnst dort, wo Häuser stehen
in Reih‘ und Glied, wie die Soldaten
als würden sie etwas bewachen
oder auf Befehle warten.

„Fang an zu leben“
stand irgendwo an einer Wand
was Einige nicht lasen
und ich nicht ganz verstand.

Verwundet vom Leben
hast du tausend Narben
die du vor dir selbst versteckst
mit Alkohol und viel zu grellen Farben.

Ich halt dich fest
und hoffe, dass wir uns begegnen
wir tun es nicht
und es hört seit Wochen nicht auf zu regnen.

Ich folge deiner Spur
und suche dich und find‘ dich nicht
hab‘ dich wohl verloren
oder du dich selbst im Neonlicht.

Dann sprichst du nicht
oder nur in tausend Monologen
ich seh dich an, du siehst mich nicht
schaust an die Wand oder auf den Boden.

Dein Herz zerbricht,
ich hol den Besen.
„Fang an zu leben“ steht an einer Wand.
Doch wirst du es nicht lesen.