Entweder geht dieser gräßliche Teppich

„Entweder geht dieser gräßliche Teppich,“
sagst du, „oder ich“-
wen ich von euch beiden lieber mag?
Ich denke, dass es doch der Teppich ist.
Der hält auch mal den Mund
und lässt keine Haare in meinem Bad
er hört mir zu – und ich glaube fast
dass er mich mag

Du bist mir so fremd,
dass wir uns kaum noch kennen
und fragt man mich, was dir gefällt
so muss ich lügen – ich kann nichts nennen.
Dein Lachen kann ich kaum ertragen
und dein Weinen um so mehr
und wenn du Komplimente willst
fällt mir das Lügen schwer

Ich schau dich manchmal an
und frage mich, was wir geworden sind
und schau dich an und seh dich nicht
und bin doch viel zu gerne blind
Manchmal hast du diesen Blick
dann bist du fort, ich kann es sehen
und wünschte, du könntest es auch
und würdest endlich gehen.

Ich weine ein bisschen
als ich den Teppich verschenk‘
und sag ihm, es täte mir leid
und, dass ich sicher an ihn denk‘
Und trotzdem bin ich froh,
dass es dich gibt
denn wenn ich nachts nicht schlafen kann
ist da wenigstens noch einer, der da liegt.