Beim Gedanken an dich

Heute morgen, als ich zur Arbeit fuhr,
stand auf meiner Windschutzscheibe „wasch‘ mich!“
und einen Smilie hast du auch dahin gemalt.
Mir kamen die Tränen, beim Gedanken an dich.

Einmal, da wollte ich mich aufhängen,
ich dachte, ich könne nicht mehr bei dir sein
aber gerade, als ich die Schlinge machte
kamst du plötzlich zur Tür hinein.
Ich sagte, ich wolle die Winterreifen aufhängen,
damit die nicht so blöd in der Ecke stehen
und du sagtest, wo ich schonmal in der Garage sei,
könne ich auch gleich den Rasen mähen.

Neulich wollte ich dann dich umbringen
und kippte dir Blutdruckmittel in den Tee,
weil ich dachte, dass ich es nicht ertrag,
wenn ich dich noch dreißig Jahre beim Frühstück seh‘.
Doch als du kamst, trank ich ganz schnell die Tasse aus
und bekam schlimmes Nasenbluten davon.
Du lachtest und holtest die Kamera
und meine blutige Nase klebt heute im Fotoalbum.

Ich glaub‘, ich kann dich verlassen, während du schläfst
und packe alles in meinen Koffer hinein.
Dann den Koffer ins Auto und ich hinterher
und du bleibst einfach im Bett allein.
Da sehe ich auf meiner Windschutzscheibe,
steht „wasch mich!“ noch immer im Dreck.
Motor wieder aus und ich und Koffer raus
denn ich weiß, ich käme hier nie weg.

Mir kommen die Tränen und ich wieder ins Haus
und dann kehr ich ins Bett zu dir zurück.
Und ich weiß, das, was mich beim Gedanken an dich
zum Weinen bringt, ist Glück.