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Ein Tier für mir… äh, mich.

Ich bin jetzt seit fast vier Jahren tierlos und ich merke immer mehr, wie mir etwas Lebendes um mich herum fehlt. Der Versuch, das fehlende Leben durch Pflanzen zu bekommen… nun, ich lasse ein Bild für sich sprechen:

Ich habe kein Händchen für die floralen Gesellen und kann auch nicht viel mit ihnen anfangen. Sie sehen nett aus – einige von ihnen – aber sie machen ja nichts, außer Arbeit. Ein Garten wäre für mich nur eine Bürde. Also: ich möchte ein Tier.

Der Favorit: die Muschikatze

Ich bin kein expliziter Katzenmensch, Hunde mag ich auch. Ich gehe auch gern mal Gassi und spiele Ball werfen. Aber die Betonung liegt auf „mal“. Jeden Tag mindestens 3 – 4x raus müssen, bei Wind und Wetter – das wäre nichts für mich. Immer eine Betreuung brauchen, wenn ich mal was machen möchte? Nein. Ich bin ein Katzenmensch weil ich zu bequem bin, um einen Hund zu halten.

Daher wären ein bis zwei Katzen ideal für mich. Kleintiere möchte ich auf Grund des Käfig-Faktors nicht mehr – ich möchte meinen ganzen Wohnbereich mit dem Tier teilen. Auf dem Sofa liegen, streicheln, begrüßt werden, wenn ich heim komme. Ich möchte eine alte, verrückte Katzenlady werden.

Das Problem dabei ist meine Wohnung. Sie bietet schlicht und ergreifend nicht genug Platz. Nicht mal für das Tier selbst sondenr für das benötigte Katzenklo. Mein Badezimmer ist winzig, dort kann ich es auf keinen Fall unterbringen und neben einem Katzenhäufchen essen oder schlafen möchte ich nicht. Wäre da nicht der Balkon. Ich habe jetzt ins Auge gefasst, von einem Glaser eine Katzenklappe im Glas der Balkonrür anbringen zu lassen. Dadurch würde dieser Teil nicht mehr nur zur Aufbewahrung der Pflanzenleichen und gelben Säcke dienen, sondern einen richtigen Zweck erfüllen: Beherbergung der Katzentoilette.

Ich ziehe in Erwägung, eine ältere Einzelkatze aus dem Tierschutz aufzunehmen. Was ich auf keinen Fall möchte sind Kitten. Die sind zuckersüß, ja, aber ich würde bim Versuch der Erziehung und meine Wohnung beschädigungsfrei zu halten, einen Herzinfarkt bekommen. Wenn ich es hinbekomme, meine Wohnung katzengerecht und trotzdem noch ansehnlich einzurichten, werde ich mich mit einem Tierschutzverein in Verbindung setzen und mal schauen, wie es mit heimatlosen Tieren aussieht.

Mein Favorit ist übrigens eine Maine Coon. Ich mag große Katzen sehr gern – am Liebsten wäre mir eine im Tigerformat.

Zweite Wahl: Triops. Ich mein das ernst.

Triops… waren das nicht diese Dinger, die es im YPS-Heft gab, diese Urzeitkrebse? Ja. Auf dem Heft waren süße Krebse mit Stielaugen und Schleifchen abgebildet und letztendlich bekam man schleimige Mehrzeller in trüber Brühe, die man dann im Klo..? Ja. Genau die. Warum sollte irgendwer ausgerechnet sowas halten wollen? Weil Triops aussehen wie kleine Aliens, wenn sie ausgewachsen sind und nicht schon vorher den Weg ins Klo finden. Weil sie ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten haben, das zwischen „verstehen uns prächtig“ und „Kannibalismus“ schwanken kann. Weil sie extrem schnell die Stadien ihrer Entwicklung durchlaufen (und am Ende gar nicht mal so klein sind). Und weil ein Aquarium schon ein sehr hübsches Dekoobjekt ist.

Der Forschergeist. Raupen.

Als Kind hatte ich Raupen zusammen mit ihren Futterpflanzen in Faunaboxen gesteckt, beobachtet, wie sie sich dick und rund fraßen, verpuppten und ein Schmetterling draus wurde. Deshalb erkenne ich viele der regionalen Raupen, weiß was sie fressen und, was aus ihnen wird. Außerdem findet sich unter dem frisch geschlüpften Schmetterling, dessen Flügel noch völlig verklebt sind, ein großer, roter Fleck. Mein Cousin schickte mir sogar mal welche davon zu. Es sieht aus wie Blut. Ich wusste jahrelang nicht, was genau das ist, bis ich einen Schmetterlingforscher fragte- nun, es ist… Kot. Schmetterlinge kacken also Blut. That’s the most metal thing, I’ve ever heard!

Warum nicht einige der putzigen Tierchen einsammeln, sich verpuppen lassen, fotografieren und am Ende in die Natur entlassen? Leider ist dieses Vergnügen nur von kurzer Dauer, da es nur wenige Monate überhaupt Raupen gibt. Einige buddeln sich zwar ein und überwintern im Boden aber auch das wird kaum ein spektakulärer Vorgang sein.

Klar ist auf jeden Fall: ohne Tier fällt mir die Decke auf den Kopf. Andere Frauen wollen Kinder, darauf kann ich geflissentlich verzichten. Interessanter Weise ist das eine in meiner Familie weit verbreitete Ansicht: weder meine Mutter noch meine Oma väterlicherseits fanden ihr Glück in der Mutterrolle. Meine Oma, die im Zirkus und Zoo gearbeitet hatte, formulierte es mal so: „Ich hätte lieber noch mehr Tiere als Kinder haben sollen. Meine Tiere haben mir immer mehr Freude bereitet als die Kinder.“

 

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2016 – Der obligatorische Jahresrückblick

Das war’s auch schon wieder mit dem Jahr.

Geschehen

Trump wird amerikanischer Präsident • Großbritannien entscheidet sich gegen die EU • Terror in Nizza und Berlin • Domian hört auf • Amoklauf in München • Putschversuch in der Türkei • ein Flüchtling stürmt mit einer Axt in einen Zug • Hunderte Frauen werden Silvester betatscht und bedrängt • Amoklauf in einem Club für Homosexuelle in Orlando • Jan Böhmermann beleidigt Erdogan • Endlich hat DiCaprio den Oscar • Prince, Alan Rickman, Leonard Cohen und Guido Westerwelle sterben •

Gesehen

Ich habe 13 Filme im Kino gesehen, 2 weniger als 2015. Einen richtigen Lieblingsfilm habe ich dieses Jahr gar nicht. Am Besten gefallen haben mir Dr. Strange und X-Men: Apocalypse, von denen war ich am ehesten positiv überrascht. Enttäuschend fand ich Die Unfassbaren 2 und Jason Bourne, da sie mit den Vorgängern am allerwenigsten mithalten konnten. Allerdings fand ich das Kinojahr generell eher durchwachsen – für 2017 wünsche ich mir viele, viele deutlich bessere Filme  ich möchte mal wieder was anderes im Kino sehen als Marvel. 

Serienmäßig habe ich ziemlich viel ziemlich wild durcheinander geguckt. Da wären 2 1/2 Staffeln Hannibal, eine Staffel True Detectives, 5 1/2 Staffeln Supernatural, 1/2 Staffel The Walking Dead und nun flimmert gerade Dr. House durch mein Wohnzimmer. Mal schauen, wie lange ich da durchhalte. Eine Lieblingsserie könnte ich auch gar nicht benennen. Bei Dr. House fällt mir gerade auf, wie anders man eine Serie wahrnimmt, wenn man älter wird. Lag vor einigen Jahren, mit Anfang 20, mein augenmerk noch auf dem Humor, geht’s mir jetzt eher um die medizinischen Details.

Gehört

Ein Konzert habe ich besucht: beim Bochum Total spielte die Folk-Rock-Band Threepwood ’n Strings. Meine Mutter hatte diese ein paar Wochen zuvor gesehen und wollte gern nochmal hin. Ansonsten ging ziemlich viel der Musik an mir vorbei. Ich mochte Take me to church von Hozier und aktuell höre ich gern stressed out von 21 Pilots.

Gelesen

Ich habe so wenig Musik gehört, weil in meinem Auto soviele Hörbücher liefen. Gut gefallen haben mir Zero und Blackout von Marc Elsberg sowie Extinction von Kazuaki Takano. Ich bestellte mir außerdem eine große Frank-Schätzing-Box und bereute es, während ich mich durch Limit quälte. Danach hatte ich eigentlich keine Lust mehr auf Schätzing aber auch keine Alternative. So nahm ich mir als nächstes Der Schwarm als Hörspiel vor – damit machte Schätzing einiges wieder gut.

Zu Hause lese ich lieber etwas leichtes, lustiges. Das waren dieses Jahr wieder einige Bücher. In Erinnerung geblieben ist vor allem Das wird ein bisschen weh tun von Stefan Schwarz. Derzeit lese ich Sucht von Simon Borowiak, das gefällt mir auch ausgesprochen gut.

Gespielt

Es ging deutlich weniger Zeit für Computerspiele drauf, allerdings entdeckte ich drei großartige Spiele: This War of Mine ist ein Kriegsspiel. Man spielt aber keinen schwer bewaffneten Soldaten sondern steuert eine Gruppe Zivilisten, die versuchen in einer belagerten, zerbombten Stadt zu überleben. Nahrungsmittelbeschaffung wird zu einem riesigen Problem, eine Erkältung kann den Tod bedeuten und ein Bett ist Luxus. Absolut deprimierend und sauschwer.

In Life is Strange geht es um ein Mädchen, das feststellt, dass es die Zeit zurückdrehen kann. Der Spieler trifft moralische Entscheidungen und treibt dadurch die Story voran. Diese macht auch den Reiz des Spiels aus: es ist unglaublich spannend, leicht melancholisch und läd dazu ein, immer wieder zu spielen.

Außerdem verbrachte ich einige Stunden mit Don’t Starve, einem Spiel bei dem es hauptsächlich um das Sammeln von Nahrungsmitteln und Rohstoffen geht, um daraus Werkzeuge zu entwickeln und zu überleben. Nachts krauchen nämlich Kreaturen herum. Die Grafik ist außergewöhnlich und niedlich, erinnert ein wenig an Tim Burton-Filme. Ich bin aber wohl keine besonders gute Spielerin, obwohl ich Unmengen YouTube-Tutorials gesehen habe – an der Umsetzung hapert es wohl.

Gekauft

Ich habe mir eine neue Kamera zugelegt, nachdem die alte zickig wurde. Außerdem einen Schuhschrank und jede Menge Ohrringe – die dafür benötigten Löcher habe ich mir nämlich im März stechen lassen. Mein kleines Auto brauchte neue Bremsen, Reifen und der Anlasser versagte, das war so ziemlich das teuerste dieses Jahr. 

abGebildet

Da ich ein neues Handy bekam, sind viele der Bilder irgendwie fehlerhaft. Ein paar habe ich aber retten können:

 

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Ich wünsche dir die Post an den Hals!

Das ist schon irgendwie ein echt Fluch. Ich hatte wieder zwei wunderbare Erlebnisse mit „den Gelben“…

1. Päckchen aufgeben in Hattingen

In Hattingen ein Päckchen loszuwerden, sprich: es aufzugeben, hat nicht wenig gemein mit der Irrfahrt des Odysseus. Die Hauptpost war ohne Ankündigung geschlossen worden, da der Krankenstand zu hoch war. Nur ein Schildchen an der Tür informierte darüber. Natürlich ohne Ergänzung, wann denn wieder mit Öffnung der Tore zu rechnen sei. Es ist den ein, zwei Beamten, die dann hätten arbeiten können, ja auch wirklich nicht zuzumuten, sich die ganzen grantigen Kunden anzusehen. Übrigens wurden dort auch unlängst zwei der fünf Schalter ersetzt durch eine hübsche – Wand. Schalter weg, Wand hin.

Die nächste Möglichkeit ist ein Kiosk am anderen Ende der Fußgängerzone – der jedoch keine Päckchen annehmen darf. Warum? „Isso.. wissen wa auch nich… is ne Anweisung vonne Post.“ Weiße Bescheid.
Ein Kollege verriert mir, dass wohl die Sperrung einer der Zufahrtsstraßen schuld sein könnte. Kommt kein LKW mehr durch.

Die dritte Möglichkeit ist ein kleiner Lotto-Zeitschriften-Laden außerhalb der Innenstadt. Und da da ging die Post ab, und wie! Die zwei Damen, denen der Laden gehört, wussten wohl nichts von ihrem Glück oder waren diesem hilflos ausgeliefert: sie wurden über die Flut der Kunden, Päckchen und Beschwerden kaum Herr. In dem kleinen Laden hinter, vor und neben dem winzigen Schalter stapelten sich Postsendungen aller Art… wer hat auch damit gerechnet, dass sich so kurz vor Weihnachten alle für die buckelige Verwandschaft interessieren und anfangen, denen Sachen zu schicken?

2. Päckchen bekommen in Hattingen

Wie jedes Jahr bestellte ich beim Haus- und Hoflieferanten mit dem Namen eines Flusses meine Weihnachtsgeschenke. Mit dabei: ein Käsemesser. Der Lieferant verschickt bekanntermaßen in praktischen, braunen Umschlägen. In einem solchen erreichte mich auch das besagte Käsemesser – bzw. meinen Briefkasten. Dieser fällt vom Briefschlitz aus nach hinten ab, die Briefe rutschen darinnen quasi nach unten, zu einer kleinen Klappe, das ganze nennt sich wohl Mauerdruchwurfbriefkasten. Auf Grund der Neigung passte das Päckchen nicht hindurch, man hätte es knicken müssen. Und genau das versuchte der Postbote. Er drückte solange mit Gewalt dagegen, bis die Spitze des Messer gegen die Rückwand gedrückt der Griff knapp unter dem Schlitz klemmte, das ganze Päckchen auf Spannung gebogen im Breifkasten steckte. Damit war es nicht mehr seine Angelegenheit.

Ohne schweres Gerät war die Sendung nicht mehr herauszubekommen. ich dachte schon, ich müsse einen Handwerker rufen, der den Briefkasten von oben öffnet – was auch nicht gerade leicht geworden wäre, er ist mit der Tür-Konstruktion verschweist. Beim Service-Center der Post bekommt man von 3 Mitarbeitern 3 unterschiedliche Antworten, wie zu verfahren sei und wer die Kosten übernehme. (vermutlich niemand). Meine Mutter plädierte dafür, den Inhalt des Briefkasten anzuzünden… letztendlich nutzen wir Hammer und Meißel und bekamen damit das Messer heraus. Das ganze Unterfangen bewies auch gleichzeitig dessen Qualität: es hat die Prozedur unbeschadet überstanden.

Ich bin froh, erstmal nichts mehr mit der Post zu tun zu haben. Weder werde ich etwas zu Weihnachten geschickt bekommen, noch muss ich selbst hin. So ist mir das am Liebsten.

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