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Balkon: beleuchtet, beschallt und begrünt

Nachdem Wohlergehen meines Balkons wurde sich ja hier schon erkundigt, daher schreibe ich mal was dazu und liefere ein paar Bilder mit. Im letzten Jahr versuchte ich ja mein Glück mit Efeu in den Hängetöpfen, der nach ungefähr zwei Wochen sein Lebeen ließ und quasi von selbst mumifizierte. Dies verbuchte ich als Lernerfahrung und nahm zur Kenntnis, dass „Schatten oder Halbschatten“ nicht „Südbalkon im 4. Stock“ bedeutet. Ein längeres und freudigeres Dasein fristeten die Margeriten, die mir nach wie vor sehr gefallen. Ganz pragmatisch steckte ich diese also einfach in alle Töpfe.

Pflegeleicht genug für mich: Margeriten

Leider bekamen weder dieses noch mir die Hitze besonders gut. Während sie die Blätter hängen lassen, habe ich mir heute nach zwei Stunden in der Mittagshitze trotz Sonnenmilch Brandblasen auf den Schultern geholt.

schwächelndes Blümchen

Neues gibt’s aber auch auf Balkonien! Ich habe nicht nur begrünt, ich habe auch beleuchtet! Zu diesem Zweck erwarb ich ein Paket mit drei Solar-Lämpchen, die man aufhängen kann und die die Farbe wechseln. Bei Gefallen hätte ich gern mehr gekauft. Sie gefielen – sind aber nicht mehr lieferbar, da sich mehrere Kunden beschwerten, die Verpackung (!) entspräche nicht den Qualitätsansprüchen. Nun warte ich und hoffe, drei der Lämpchen sehen nämlich ziemlich ärmlich aus.

Ich würde die Lämpchen gern entlang des Geländers aufhängen und jeweils eines über die Hängepötte

Und dann war da noch der Wunsch nach „etwas anderem“. Ich sah neulich an einem Balkon das Modell eines Fesselballons hängen, so ein richtig schön historischer, nicht aus buntem Plastikgedöns sondern sehr klassisch. Leider fand ich nichts vergleich- und bezahlbares und klickte mich unmotiviert durch das Angebot von Amazon. Und dann sah ich diese „Schönheit“:

Eine Holzfledermaus (Flügelspannweite: 40cm) aus Bali, unter der ein Bambus-Windspiel hängt. Dass meiner Mutter beim Anblick des Produktbildes ein Stück Apfel aus dem Mund fiel, überzeugte mich völlig: nicht schön aber hat wenigstens nicht jeder. Ich bin nicht mal sicher, ob ich die Flügel nicht verkehrt rum dran gesteckt habe. Seitdem beschallt die Gute die Nachbarschaft und mich und ich denke immer beim tiefen Klimpern der Bambusrohre, ich hätte eine SMS bekommen. Schöne neue Welt.

 

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3 Gänge für Papa

Mein Vater hat im März Geburtstag. Ich fragte ihn, was er isch wünsche, und er sagte „Nichts“. Mein Vorgehen in so einem Fall habe ich bereits geschildert: derjenige bekommt etwas, wovon er nicht lange was hat. Bei meiner Oma entschied ich mich für Blumen, bei Papa für Futter.

Das letzte mal, dass ich für ihn gekocht habe, war ungefähr 20 Jahre her. Ich habe damals Frühstück gemacht. Mit Brot und Kaffee – wobei mir nicht klar war, dass man diesen nicht wie Kakao einfach einrührt… ein ähnliches Ergebnis erwartend fand mein Vater sich Freitagabend bei mir ein. Völlig uneigennützig ließ ich ihn erstmal einen Wasserhahn an meiner Spüle anbringen. Endlich wieder eine Einhebel-Armatur.

1. Gang: Salat

Den Salat hatte ich bereits vorbereitet. Es gab Romanasalat, den mag ich am Liebsten – vor allem, weil sich die kleinen Herzen wunderbar portionieren lassen. Eins pro Person passt perfekt. Dazu gab’s Radieschen, Mozarella, Croutons aus der Packung sowie Kräuter- und Joghurtdressing.

Die Vorspeise war ok, mein Vater und ich sind beide nicht die großen Salat-Fans. Es ist whl eher ein Alibi-Essen: „heute habe ich mich gesund ernährt, es gab SALAT!“

Dressing im Gläschen und Salat auf dem Teller

2. Gang: Flammkuchen mit Räucherlachs

Als Hauptgang wollte ich Flammkuchen machen. 1. gelingt mir dieser recht gut und 2. geht er schnell. Den Teig mache ich nicht selbst, das wäre in meiner Miniküche eine riesige Sauerei. Außerdem gibt’s gute Fertigteige, also warum nicht darauf zurückgreifen? Papa spannte ich in die Zubereitung ein und ließ ihn eine Zwiebel schälen und schneiden während ich die Soße – Creme Fraiche mit Peffer, Salz, Schnittlauch, etwas Essig und Senf – vorbereitete. Zusammen mit Räucherlachs und etwas Mozarella landete alles unter den skepischen Blicken meines Vaters auf dem ausgerollten Teig. Ich entschied mich für Lachs, da ich den am Liebsten mag und Papa auch auf Fisch steht – dennoch konnte er sich nicht vorstellen, dass sein Töchterchen tatsächlich etwas essbares zubereiten kann. Mit Sicherheit wären die Zwiebeln nicht durch!

Nachdem 10 Minuten später der fertige Flammkuchen au dem Tisch stand verstummte die Kritik abrupt. Schmeckte scheinbar doch recht gut…

Wer braucht Liebe, wenn man Dinge mit Käse überbacken kann?

3. Gang: Eisvariationen

Seit einigen Wochen habe ich eine kleine Eismaschine! Mit dieser ist es möglich, zwei Sorten gleichzeitig zuzubereiten, da sie über zwei Behälter verfügt. Das habe ich genutzt, indem ich am Vortag zwei Sorten Schokoladeneis machte: Nuss und Kaffeesahne. Am Nachmittag vor dem Essen betrieb ich dann noch Resteverwertung, bei der Vanilleeis entstand. Et voila: Eisvariationen.

Vor meinem inneren Auge waren drei Kugeln Eis anmutig auf einem rechteckigen, weißen Teller angerichtet, garniert mit Nüssen und anderen Leckereien. Die Realität sah anders aus: Ich besitze nämlich keine rechteckigen Dessertteller und trotz Anschaffung eines Chosigt-Eislöffels von Möbelschweden war der Anblick des Schokoladeneises wenig anmutig sondern eher… fäkal (daher erspare ich euch auch die Bilder). Da Papa aber den kompletten Gefrierbehälter leer machte, scheint es zumindest geschmeckt zu haben.

Ich finde die Idee, für oder miteinander zu kochen, nett. Auch, wenn es der Kochende nicht besonders gut kann, irgendwas bekommt man schon hin. Nudeln machen ist schließlich auch kochen!

 

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Meine erste Sportverletzung!

Ich habe ein Aua und es ist auf Grund von Sport entstanden. Wie lautete nochmal der schlaue Spruch? Sport ist nur die halbe Wahrheit. Die ganze ist ‚Sportverletzung‘.

Ich war schwimmen. Das ist insofern verwunderlich, dass ich keine Wasserratte bin und „schwimmen“ bei mir bestenfalls bedeutet „nicht untergehen“. Mit „Strecke zurücklegen“ hat das Gepaddel nur rudimentär zu tun, daher zieht es mich auch nur alle paar Jahre mal in die Badeanstalt. Hinzu kommt noch: das Ruhrgebiet ist sehr strukturschwach – ergo: wir haben kaum öffentliche Bäder, in Hattingen gibt’s m. W. n. im Moment gar keins. Das geografisch nächste Bad ist eines am Kemnader See in Witten, das allerdings ein Spaßbad ist. Meine emotionale Haltung zu diesen Örtlichkeiten möchte ich von Herbert Knebel darstellen lassen:

(das von ihm erwähnte „Wananas“ ist vor einigen Jahren abgebrannt – was bei einem komplett mit Wasser gefüllten Ort schon irgendwie absurd ist).

Die Situation in meinem Blut… äh, Spaßbad stellte sich so da, dass der Badespaß etwa das 5fache von dem kostet, was es bei meinem letzten Besuch tat. Gut, da habe ich noch in D-Mark bezahlt. Dafür bekommt man aber auch deutlich weniger: ein Becken wurde wegrationalisiert und steht jetzt nur noch im Sommer zur Verfügung. Schwimmen war wegen des Platzmangels also nur in Maßen möglich.

Nun zu meinem Unfall: Ich bin ausgerutscht. Auf dem Rückweg zum Auto. Auf dem teilweise vereisten Parkplatz. Ich hatte eine Tasche dabei, durch Badetücher dick und weich gepolstert. Statt auf diese zu fallen, warf ich sie aber elegant von mir und landete auf meinem Hintern – der ist auch dick und weich gepolstert, daher hielt sich der Schaden in Grenzen. Nicht so gut weg dabei kam mein Arm. Ich knallte darauf und rutschte wohl noch etwas über das Kopfsteinpflaster, spürte, wie meine Sehnen aufschrien und wusste schon „Ui, da ist was im Arsch!“. Ein Funktionstest erbrachte jedoch das Ergebnis, dass wenigstens nicht gerissen oder gebrochen ist.

Dennoch bin ich jetzt schon seit einer Woche ziemlich eingeschränkt. Die ersten Tage war es nur möglich, den Arm zu 90° anzuwinkeln + ein paar Grad Bewegungsspielraum. Aber den Arm ausstrecken oder anwinkeln, dass es zum Beispiel zum Essen reichen würde, ging nicht. Mittlerweile geht es wieder einigermaßen, schwere Dinge heben und Drehungen sind aber noch nicht möglich und bei einigen Bewegungen fühlt es sich an, als würde eine Sehne über den Knochen schnalzen – das tut nicht weh, ist aber… unnormal.

Wenn es nicht besser wird, muss ich wohl nächte Wochen zum Arzt. Und der wird mich garantiert zum Röntgen überweisen und danach zum Orthopäden. Ach, was freu ich mich schon auf die Zeit in Wartezimmern und den Ärzte-Marathon. Vermutlich mit dem Ergebnis, dass ich Diclofenac draufschmieren und warten soll.

 

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