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Das brandneue Testament

Gott existiert. Er lebt in Brüssel.

Mit diesen Worten beginnt Éa, die 10jährige Tochter Gottes den Film. Leider ist Gott kein freundlicher, alter Herr mit Rauschebart sondern ein gewalttätiger Tyrann, der Frau und Tochter unterdrückt. Auch die Menschen müssen unter ihm leiden: mit Hilfe seines Computers verwaltet er die Welt, schafft immer neue, absurde Gesetze und hat Freude an allen möglichen Katastrophen.

Nach einem Streit mit ihrem Vater beschließt Éa, sich gegen ihn aufzulehnen: sie schickt jedem Erdenbürger eine SMS mit dessen Sterbedatum und begibt sich auf die Erde um wie einst ihr Bruder Apostel zu suchen und ein weiteres – das brandneue – Testament zu erschaffen. Gott ist natürlich nicht begeistert und folgt ihr umgehend, um sie zurück zu holen. Und auf der Erde herrschen dank des „Deathleaks“ amüsante Zustände…

Regiesseur Jaco Van Dormael hat bereits mit Mr. Nobody einen semibekannten, aber wirklich guten, Film abgeliefert. Das brandneue Testament ist spaßig und anrührend, wenn auch zeitweise langatmig. Die Charaktere sind mit viel Fantasie und Liebe zum Detail ausgearbeitet. Da das Thema Tod im Mittelpunkt steht, werden vor allem die Liebhaber von schwarzem Humor und Blasphemie ihre Freude an diesem Film haben.

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Happy Metal – All we need is love!

Es ist schwer, ein echter Black Metaller zu sein, wenn man Vater wird oder die Freundin endlich ein eigenes Restaurant eröffnet hat. Das müssen auch die vier Mitglieder der (recht erfolglosen) Metalband Dead MaKabés erfahren. Einzig Sänger Alex (Julien Doré, ein französischer Musiker), der bei seiner Oma lebt und in seiner Freizeit dem Teufel huldigt, glaubt nach wie vor fest an den Erfolg und organisiert einen Auftritt bei einem großen Metal-Festival. Da seine Freunde es nicht übers Herz bringen, ihm zu sagen, dass sie die Band an den Nagel hängen wollen, machen sich die vier in einem altersschwachen Kleinbus auf den Weg durch Frankreich. Jedoch stranden sie nach einem unglücklichen Zusammenstoß mit einem Barbesitzer in einem kleinen Dorf, in dem gerade das Erdbeer-Festival vor der Tür steht…

Happy Metal ist einer der lustigsten Filme, die ich seit langem gesehen habe. Passend zum Thema Black Metal ist der Humor so richtig schön schwarz und böse. Der gemeine Goth oder Metaller wird hier vermutlich mit einer gehörigen Portion Selbstironie am meisten Spaß haben, aber auch die lichten Teile der Gesellschaft dürfen sich an einer witzigen Irrfahrt durch Frankreich erfreuen.

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Die Behandlung

Ich finde, man sollte Filme aus anderen Ländern als den USA viel mehr Beachtung schenken. Die Behandlung war für mich nämlich ein absoluter Zufallsfund, der mir eigentlich einen ruhigen Abend zum Kopf ausschalten bescheren sollte. Aber schon nach wenigen Minuten fesselte mich die Handlung derart, dass meine Pizza vor meiner Nase erkaltete.

Die Story basiert auf dem gleichnamigen Buch des Belgiers Mo Hayder und stellt den zweiten Teil einer Reihe von Büchern um den Kriminalinspektor Nick Catmeyer (im Film) bzw. Jack Caffrey (im Buch) dar. Dessen Bruder war als Kind entführt worden und nie wieder augetaucht. Jahre später ermittelt Catmeyer in einem Fall eines ermordeten Jungen, der ihn auf Grund seiner eigenen Vergangenheit immer mehr in seinen Bann zieht. Doch die Wahrheit ist schrecklicher, als er und seine Kollegen der Londoner Polizei ahnen und eine weiteres Opfer kämpft bereits um sein Überleben…

Spannende Thriller über Serientäter und menschliche Abgründe – das können nicht nur die Amerikaner gut. Der belgische Film fesselt an den Bildschirm und steht dabei 8mm oder Verblendung in nichts nach. Es ist immer wieder toll, derart positiv überrascht zu werden.

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