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Es weihnachtet sehr.

Ich fühle mich so richtig weihnachtlich. Damit meine ich nicht „besinnlich und von christlicher Nächstenliebe durchflutet“ sondern eher „dem Geschenkewahn verfallen und vollgefressen„.

Was mich im Einzelnen weihnachtlich stimmt?

1. Stress bei der Arbeit

Ich arbeite mit dem Einzelhandel zusammen, um genau zu sein reparieren wir Kassentische. Also ich nicht, ich sitze ja im Büro, aber unsere Monteure. Kassentische sind die Dinger mit dem Förderband, auf das ihr im Supermarkt an der Kasse euren Krempel legt. Weihnachten ist auch dieses Jahr völlig überraschend im Dezember, da ist bekanntlich in den Geschäften die Hölle los – und somit auch bei uns, da genau dann Kassentische repariert werden müssen – zum Beispiel die, die seit Mai kaputt sind und seitdem als Lager für Kartons dienen…

2. Weihnachtsmärkte & Terrortheater

Dem Bochumer Weihnachtsmarkt habe ich bereits einen Besuch abgestattet und ein Brötchen mit Flammlachs gegessen. Ob ich zum mittelalterlichen Lichtermarkt nach Dortmund fahre, weiß ich noch nicht. Wenn, dann eher spontan. Abgesehen von Fotomotiven und Futter interessieren mich solche Konsumentemagnete ja weniger. Spannend ist in diesem Jahr aber der Umgang mit der Terrorgefahr. In Bochum wurden die Betonklötze bspw. in Geschenkpapier (naja, es ist eher Geschenkplane, damit kein Idiot seine pyromanischen Vorlieben daran auslebt) eingepackt. Weil das freundlicher aussieht.

3. Schnee

Gestern schneite es hier das erste Mal. Abends dann auch „richtig“, mit weißen Straßen und Verkehrschaos. Und ich hatte dank Strumpfhose und hohen, offenen Schuhen auch richtig viel davon, denn wir hatten…

4. Weihnachtsfeier

Wie in vielen Firmen gibt’s auch bei uns eine Weihnachtsfeier. Letztes Jahr waren wir das erste Mal kegeln und essen – leider, wie sich herausstellte, im falschen Lokal. Denn nach nur 3 Gläsern war die Cola alle. Vom Essen ganz zu schweigen. Um dieses Fiasko nicht zu wiederholen, wählten wir dieses Jahr ein anderes Restaurant, ebenfalls mit Kegelbahn.

5. Geschenkeshopping

Ich habe Geschenke gekauft. Und Geschenkpapier. Und Geschenkband. Ohne die Wohnung zu verlassen. Nun warte ich auf den Versand des ganzen Zeugs. Der Einfachheit halber verschenke ich ein Buch sogar zweimal, weil ich es so toll fand. Auch ansonsten beschränkt es sich hauptsächlich auf Literatur – das ist in meiner Familie denkbar einfach.

6. Wichteln

Unter einigen Leuten, mit denen ich mich öfter treffe, steht Anfang Dezember wichteln an. Schrottwichteln, um genau zu sein. Das heißt: jeder packt was ein, worüber sich ein anderer vielleicht noch freut und dann wird ausgelost, wer welches Päckchen bekommt. Für mich bedeutet das: einen Karton hinstellen, das Jahr über alles da rein, was meine Oma anschleppt, zukleben, Geschenkpapier drum, fertig. So verschenkte ich dieses Jahr: ein Blechschild mit dem Spruch drauf „Diät mache ich erst wieder, wenn mir der Schal nicht mehr passt“, einen Kalender zum Ausmalen, ein Duftglas mit solchen Stäbchen drin, ein Buch „1111 unnütze Fakten über Sex“ und ein Lack-Halskorsett (so eine Art Halsband zum Schnüren). Ratet mal, welche zwei Dinge ich nicht von meiner Oma bekommen habe.

7. Streit

Bei einem Freund gibt’s zu Weihnachten Kaninchen, bei vielen Deutschen Kartoffelsalat und Würstchen, bei uns gibt es Streit. Meine Mutter und ich haben uns bereits angeschrien wegen des Essens, wie es Tradition ist. Meine Tante möchte Wildschwein machen, meine Mutter findet das zu aufwändig und möchte Salat und Würstchen, meine Tante mag keinen Salat, meine Oma will unbedingt was machen und ich soll Nachtisch machen, möchte aber nicht. Grund genug, bereits 4 Wochen vor Heiligabend anzufangen, zu diskutieren. Und natürlich ist Essen gehen am 25.12. erwünscht. Hat schonmal wer versucht, Anfang Dezember für den ersten Weihnachtsfeiertag einen Tisch zu reservieren?

8. „Ich bin hier und Bethlem ist weit“

Endlich wieder „Weihnachtsmann vom Dach“ von den Toten Hosen hören können!

Allen meinen Lesern wünsche ich eine stressfreie und schöne Adventszeit!

 

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Es weihnachtet sehr.

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  1. Salut, Mara.
    Alljährlich also die überraschende Erkenntnis, dass Weihnachten wieder am 24. abgeht; was Leute daran hindert all die Dinge dafür auch nur einige Wochen früher zu besorgen? Ein neuzeitliches Rätsel. Die ökonomische Unsitte „just in time“ scheint sich da in die Köpfe gebohrt zu haben…(*)

    Die Faszination für Weihnachtsmärkte (**) ist mir fremd; zuviele Leute auf engem Raum. Nope.

    „Fiasko, Weihnachtsfeier“ – war dann nach drei Tellern das Essen auch alle, oder eher von einer nihilistischen Qualität!?

    In personam verteile ich Geschenke lieber über das Jahr – zu fixen Terminen, wenn alle es tun, ist nicht so mein Ding.
    Wobei mir klar ist, dass ich mir besagten Luxus nur leiste, weil eben Single.

    Früher hat man/frau ungemochte Geschenke gern an ungemochte Verwandte weiterverschenkt.
    Die schnappszahligen Fakten zum Sex scheinen mir in der Tat relativ unnütz zu sein; Statistiken um der Statistik willen.

    Ah, Feiertags-Streitigkeiten- kalt oder heiß serviert!?
    Der strenge Eigengeschmack von Wild zergeht jetzt nicht jedem auf der Zunge; da zöge ich allem die Würstchen in Salat vor. Passenderweise könntest Du das Dessert dann ja Deiner Oma weiterreichen…
    Hmm…für das darauf folgende Jahr lässt sich, anfang Dezember, ganz sicher ein Tisch reservieren.

    Ich greife mal wieder einem Film voraus (Ende März) – ‚Thelma‘

    https://www.youtube.com/watch?v=moZMdemqHsg

    for your consideration.

    bonté

    (*)Geschenke lassen sich praktischerweise das ganze Jahr über besorgen
    (**)Oktoberfeste oder Balltreter-Events…

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