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King Arthur: Legend of the Sword

Guy Ritchie bedeutet für mich ja Pflichtprogramm. Dass es dann noch um die Artussage ging, versetzte einen Freund in derartige Verzückung, dass die Entscheidung leicht fiel.

Davor

Ich war tatsächlich skeptisch. Boxkämpfe, Gangster, Sarkasmus – funktioniert das wohl im Fantasy-Mittelalter genauso gut, wie in der Neuzeit? Kann Guy Ritchie sowas überhaupt?

Dabei

  • Charlie Hunnam hat die Hauptrolle inne. Er spiele bspw. in Pacific Rim mit und bei Sons of Anarchy
  • Katie McGrath – kennt man aus Jurassic World
  • Jude Law – der Sex-Roborter aus Spielbergs Drama A.I. – künstliche Intelligenz
  • Eric Bana – hat in dem ersten Hulk-Film die Hauptrolle übernommen
  • David Beckham – turnt in einer Nebenrolle rum

Darum geht’s

Arthur (Hunnam) landet als Waisenjunge in einem Bordell, wo er, von Huren erzogen, aufwächst. Als er älter wird verdient er Geld bei Boxkämpfen, Taschendiebstahl und zwielichtigen Geschäften. Aber seine Vergangenheit holt ihn ein, als das magische Schwert Excalibur erscheint und er der einzige ist, der es aus dem Stein, in dem es steckt, ziehen kann. Plötzlich trachtet ihm der Tyrann Vortigern (Law) nach dem Leben…

Danach

Bewertung 9/10

Guy Ritchies Regie funktioniert auch in Verbindung mit Mittelalter und Fantasy! Der Film hat wirklich Spaß gemacht, ist allerdings wohl eher was für Guy Ritchie-Kenner und -Fans. Zumindest hörte ich bei einigen der für ihn typischen Szenen (abgehackter Erzählstil, Sarkasmus, subtiler Humor) Äußerungen wie „Was ist das für ein Scheiß?“ neben mir…

Besonders bemerkenswert fand ich die Schwertkampf-Szenen. Da klirren nicht nur blank polierte Klingen gegeneinander sondern es gibt richtig Kloppe. Ein Wermutstropfen sind allerdings – wie bei nahezu allen neueren Filmen – die au 3D ausgelegten Schnitte: Ungefähr 3 verschiedene Kameraeinstellungen pro Sekunde, ständig fliegt irgendwas auf den Zuschauer zu – nein Danke! Ich wünsche mir wieder Schlachten wie in Herr der Ringe, denen man folgen kann, ohne, dass das Gehirn eine Gewerkschaft gründet.

Insgesamt: lohnt sich. Ihr mögt Ritchie? Dann auf und da rein! Wenn genügend diesem Aufruf folgen, dürfen wir uns bald über weitere Filme freuen, sagt Wikipedia…

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King Arthur: Legend of the Sword

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  1. Latha math, Mara.
    „Gewerkschaft gründende Gehirne“ – ein sehr trefflich formuliertes Bild. Chapeau, Madame!
    Ich sollte wohl anmerken, dass mich bis dato noch kein Guy Ritchie-Film ins Kino zu locken vermochte; was vermutlich mit dem Gros seiner Filmthemen zu tun hat. Ich könnte auch meinen „Mann im Ohr“ in die Verantwortung nehmen, der jedes Mal verstummt.
    Ritchies Ceuvre lässt mich vollkommen kalt.

    Nun wäre König Artus ja Gelegenheit genug gewesen den Zeh ins Kaltwasser zu stecken – allerdings zerschellte mein mögliches Interessse an den dargebotenen Trailern (besagter Mann im Ohr).

    Das Skript hat Figuren, Schauplätze & Abläufe einmal kräftig durch den Fleischwolf gedreht & stilistisch auf neuzeitlich gebürstet. Muss man/frau mögen…

    3D bleibt nach wie vor sinnfreie & teure Spielerei; ähnlich wie die Botox-Sessel, die einen durchschütteln. Will ich auf die Kirmes, gehe ich auf die Kirmes – nicht aber ins Kino… :-\

    Immerhin hat Dich Guy gut unterhalten, Zeit & Geld waren also wohl investiert. Ob es allerdings zur angedachten Arthur-Reihe reicht, wage ich zu bezweifeln. Die Einspielergebnisse liegen solide weit von den Produktionskosten (ohne die Werbung) entfernt & die Kritiken/Reviews sind mau-mau.
    Wie fiel eigentlich die Verzückung Deines Begleiters danach aus?

    Kein Artus („Erfinder des Eukalyptus-Bonbons am Stiel“) demnach – allerdings steht demnächst die dritte Klappe für John Wick an…

    bonté

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    • Seid gegrüßt,

      ja, Guy Ritchie ist nicht für jeden was, daher wohl auch die schlechten kritiken für den Film. Schade, schade. Ich könnte jetzt sagen, der Kapitalismus zerstöre die Kunst…
      Mein Begleiter war nach wie vor verzückt. Wir haben auch auf 3D verzichtet – ich brauch’s echt nicht bzw. finde es sogar etwas unangenehm, weil ich eine Brille trage und daran dann einen Polfilter-Clip – mehr ist eine 3D-Brille ja nicht – befestige. Dadurch wird meine ohnehin schon schwere Brille aber noch schwerer… schön ist anders. Aber immer noch deutlich besser, als die 3D-Brille vor die normale zu klemmen…

      Botox-Sessel hab ich noch nicht gesehen… stelle ich mir auch blöd vor, vor allem, wenn man Popcorn genießen möchte – oder Kaffee. Noch schlimmer wäre Geruchs-Kino, wenn John Wick eine Komposition aus Blut, Schweiß, Schmauch und nassem Hund bietet…

      Grüße!

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      • …ähnlich wie die frühen Versuche mit 3D, gab es auch schon (in den Staaten) Bestrebungen mit aromatisiertem Kino. Wahlweise über Düsen, oder via zu rubbelnder Geruchstücher (bei entsprechender Aufforderungen: „Bitte riechen sie jetzt den nassen Hund!“). War ein durchschlagender Ladenhüter…
        Neben der Schwemme an Superhelden-Streifen, war & ist 3D ein Grund, warum ich mir nicht mehr allzu viele Filme im Kino ansehe. Kann sich Egomane James Cameron mit an Revere stecken.
        Der Gute hat vor einiger Zeit ja wieder verkündet, dass jetzt ‚Avatar 2-4‘ demnächst als Lutschpastilen verfilmt werden…

        Interessiert an ‚Wonder Woman‘?

        bonté

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        • …ein post scriptum noch:
          Ich denke ‚It Comes At Night‘ (in den Staaten gestartet) könnte Deine cineastischen Nervenbahnen reizen; wobei auf die dargebotenen Trailer kein Verlaß ist, weil das Marketing, mit einer falschen Ausrichtung, sich salopp in den eigenen Fuß geschoßen hat.

          bonté

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          • Aloha,

            „Wonder Woman“ -nein Danke! Die rumhüpfende Masturbationsvorlage interessiert mich wirklich nicht. Den Avatar-Film hab ich 2x versucht zu schauen, und beide Male weggeschaltet. Finde ich optisch total überladen bei eher platter Story.
            Das Geruchs-Kino erinnert mich an Harold und Maude (die Geruchs-Maschine)… es wundert mich, dass das weniger Erfolg hatte als Wackel-Sessel. Gerüche sind ja eine sehr ureigene Empfindung und werden mit unheimlich viel verbunden – vielleicht ist aber auch gerade das das Problem?

            Ich habe mich letzte Woche mit einem Freund an „A Cure for Wellness“ versucht – und nach 2 Stunden wieder abgeschaltet. Unser Highlight war wohl, dass wir als Darsteller der gelangweilten Dorfjugend den Sänger der Band Liedfett erkannten. Und es gab einige hübsche Bilder, aber die Story war eher absurd und deutlich zu langatmig.

            Ich schaue mir den Trailer von „It Comes At Night“ jetzt mal nicht an, die Kurzbeschreibung klingt aber gut. Der letzte Horrorfilm war „The Bye Bye Man“. Zum verrückt werden dämlich – und die einzige gute Szene wurde in der deutschen Version entfernt (da stehen die Protagonisten um einen Duschvorhang herum, auf dem ein Bild eines Mannes ist, der von einem Fisch einen geblasen bekommt – das mochte die FSK wohl nicht…).

            Grüße in den Süden!

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            • …von den Lagerfeuern wichsender Comic-Nerds kommt eigentlich mehr der Vorwurf, Wonder Woman sei hier „feministisches Machwerk“. Comic-unbefleckte Meinungsmacher prangen einen Mangel an „amerikanischem Patriotismus“ an. Ein jemand stellt öffentlich die Frage, ob eine Szene nicht die Erinnerung an die Veteranen beschädigen könne.
              Bei dem Level öffentlich gemachter Dummheit scheint mir besagter Film seine Notwendigkeiten zu haben.

              ‚Avatar‘ ist, filmisch betrachtet, ein Loch in der Landschaft!

              Innovationen wie Ton & Farbe konnten sich deshalb etablieren, weil sie der Kunst, eine Geschichte zu erzählen, neue Möglichkeiten anboten. Duftdüsen, Dimensionsbrillen oder der Sitz-Vibrator bleiben dabei nicht viel mehr als teuer bezahlte Jahrmarktsatraktionen.

              Vermutbar hakte die FSK den Duschvorhang als Sodomie ab.

              bonté

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