We Stay – Ausflug nach Immerath

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Der beste Freund und ich waren in Immerath, einem Stadtteil von Erkelenz. Das besondere: es handelt sich um eine Geisterstadt. In der Mitte ragt die St. Lambertus-Kirche auf.

Die meisten Fenster sind mit Brettern vernagelt, andere zeugen bereits vom Verfall.

 

Warum Immerath eine Geisterstadt ist? Weil die Bagger kommen: direkt um die Ecke ist der Tagebau Garzweiler. Dort wird Braunkohle abgebaut. 2017 wird auch Immerath weichen müssen. Die Bewohner wurden längst umgesiedelt – nur einige blieben. Bis jetzt.

 

Irgendjemand hat „We stay“ an das Gebäude der Feuerwehr geschrieben. Die verrammelten Fenster sprechen eine andere Sprache.

 

Bei -3°C und eisigem Wind, der durch die Straßen pfiff, waren die Blümchen fast schon zynisch. Auch durch Kleidung und dicke Handschuhe fror man binnen weniger Minuten und wünschte sich, reale Sommerboten – keine aus Papier.

 

Leer waren die Straßen übrigens keineswegs. Nahezu im Minutentakt fuhren Autos hindurch, Spaziergänger mit Hunden und auch eine Familie mit zwei Ponys begegneten uns.
Sogar der Friedhof wurde geräumt umgesiedelt, nur einige alte Grabsteine sind geblieben.

Bald wird auch dieser letzte Rest den Baggern zum Opfer fallen.

7 Kommentare

  • Glück auf, Mara.
    Im 21.Jahrhundert erscheint mir der Braunkohle-Tagebau wie ein Fossil vergangnener Tage. Zur Vertromung in doppelter Hinsicht, weil die einschlägig bekannten 4 Riesen ihre, im Unterhalt teureren, Gas-Kraftwerke, mit der Energiewende, schwupps einmotteten.

    bonté

  • Ich finde das schon irgendwie krass. Das immer noch Menschen umgesiedelt werden, wegen den Tagbau. Plump ausgedrückt frage ich mich auch: wieso werden die Küsten mit Windrädern zugebaut, um dann immer noch Tagebau zu betreiben? Man, kann nicht das eine das andere ablösen? XD

    • Soweit ich weiß reicht die durch erneuerbare Energien gewonnene Elektrizität nicht au. Man muss also so oder so, noch anderswoher Strom besorgen. Durch Tagebau, Atomekraftwerke oder von woanders kaufen…

    • Mh, ein Haus war sichtlich noch bewohnt… einige weigern sich ja zu gehen, vielleicht wurde deshalb noch nicht mit dem Abriss begonnen? Wobei das Krankenhaus, das du fotografiert hast, nicht mehr steht – oder wir haben es nicht gefunden, was ich aber nicht glaube. Verlassen war es aber auch nicht, ständig fuhren Autos an und vorbei, Spaziergänger liefen herum und eine Familie hatte zwei Ponys dabei, auf denen ihre Kinder ritten. Aber seltsam ist es schon, diese ganzen verrammelten Fenster, rausgerissene Klingeln und Briefkästen…

  • Schlecht informiert?
    Die Fenster der Kirchtürme sind nicht mit Brettern zum Schutz vernagelt, sondern das sind Schalläden, wie sie bei Glockentürmen im Regelfall verwendet werden.
    Und das eine Schallfenster zeugt nicht von Verfall, sondern aus diesem musste Mauerwerk ausgebrochen werden, damit die 4 Glocken aus dem Turm gehoben werden konnten.

    Mit Unwissen kann man auch dramatisieren …

Was bisher geschah…