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Wieviel Blogger steckt in mir?

Diese Blogparade kursiert derweil munter im Internet herum. Und weil mich das Sommerloch in seinen Fängen hält, mag ich auch mitmachen.

  1. Dein Bloglayout ist clean, mit viel Weiß.
    In der Tat ist es das, wobei ich gerade in den letzten Wochen auch drüber nachgedacht habe, a) den Blog mal in Schwarz auszuprobieren oder b) eine Darkside anzulegen, deren Inhalt ich dann meinen dunkeln Seiten widme. Leider bin ich nicht sicher, wie ich dies wenigstens etwas jugendfrei gestalten sollte.
  2. Bei Ausflügen denkst du darüber nach, wie sie sich verbloggen lassen.
    Nein, nicht bei Ausflügen. Da berichte ich nur von wenigen ausgewählten und nur, wenn ich die Kamera dabei habe. Bei „besonderen Begegnungen“ mit Mitmenschen tue ich das aber tatsächlich. Ich berachte solche Situationen mittlerweile sehr distanziert und überlege mir bereits während sie passieren, passende Formulierungen für den späteren Atikel. Gleiches gilt übrigens auch für Kinobesuche.
  3. Du besitzt einen iMac oder ein MacBook.
    Es befindet sich kein Apple-Produkt in meinem Besitz.
  4. Auch wenn du nicht im Traum daran denken würdest, mit deinen anderen Hobbys wie Laufen, Querflöte oder Kreuzworträtseln Geld verdienen zu wollen – beim Bloggen nimmst du es persönlich, wenn nichts dabei rumkommt.
    Mitnichten.
  5. Du besitzt ein iPhone.
    siehe 3.
  6. Du hast schon mindestens einmal ein Foto gepostet, in dem die Mac-Tastatur oder das iPhone ein Element der Bildgestaltung sind.
    siehe 3.
  7. Der Header deines Blogs besteht aus einem Schriftzug in handschriftlicher Anmutung.
    Der Blog hat ja gar keinen Header im üblichen Sinne mehr… und der Schriftzug oben links ist auch nicht handschriftlich.
  8. Du hast dir schon einmal ein Produkt gekauft, nur um darüber zu bloggen. Von Chia-Samen über Mizellenwasser bis hin zu How to be Parisian wherever you are.
    Ich blogge ausgesprochen selten über Produkte und wenn, dann sicher nicht über welche, die ich eigens dazu erworben habe.
  9. Gedruckte Zitate sind ein Muss. Mindestens eines hängt bei dir an der Wand.
    Ein Trend, der sich mir in keinster Weise erschließt. Ich möchte nicht jeden Tag das Gleiche lesen, vor allem keine motivierenden oder gar fröhlichen Zitate. Wenn man so einen richtigen Scheißtag hatte und dann nach Hause kommt und da steht „live, laugh, love“ an der Wand, kommt man sich da nicht von sich selbst ziemlich verarscht vor? Das ist doch purer Zynismus.
  10. Für einen ganz spontanen Instagram-Schnappschuss arrangierst du schon mal eine Viertelstunde lang alle möglichen Accessoires (iPhone!) und Blumenpötte im Hintergrund.
    Ich hab kein Instagram und seit Jahren keinen Schnappschuss mehr bei facebook o. ä. gepostet.
  11. Wenn du eine Präsentation hältst, fragst du dich unbewusst, wie hoch die Keyword Density jetzt wohl war.
    Leider komme ich nicht mehr in den Genuss, Präsentationen zu halten. Das habe ich wirklich immer sehr gern getan- mich aber immer eher gefragt, ob und was davon bei meinen Zuhörern hängern blieb und, ob sie sich gut unterhalten fühlten.
    „Are you not entertained?!“
  12. Du hast schon mal irgendwo den Spruch „Do what you love“ in einer der diversen Variationen verwendet. Etwa als gerahmten Typo-Print auf einem Foto von deinem Schreibtisch.
    Eher würde ich mir das Bukowski-Zitat „Find what you love and let it kill you“ auf die Stirn tätowieren lassen.
  13. À propos Schreibtisch: auf Fotos anderer Blogger erkennst du deine halbe Wohnungseinrichtung wieder. Hallo Ikea!
    Schuldig im Sinne der Anklage!
  14. Du kaufst Dekoartikel, um deine Blogfotos damit aufzupeppen. Beim Kauf von Accessoires, Blumentöpfen und Möbeln (Ikea!) für deine Wohnung achtest du darauf, dass sie sich gut im Fotohintergrund machen werden.
    Nein, habe ich noch nie getan.
  15. Dir ist schon mal das Essen kalt geworden, weil du unbedingt drölfzighundert Fotos davon schießen musstest.
    Das eine Mal, dass ich ewas essbares fotografiert habe, war im Restaurant als aus dem Steak eines Freundes anmutig eine Art Tannenzweig emporragte. Niemand am Tisch wusste, um was es sich dabei handelte, daher wurde es abgelichtet und später unter zuhilfenahme des Internets identifiziert.
  16. Wenn du im Bekanntenkreis etwas erzählen willst, hörst du ein „Ja, hab ich schon bei dir im Blog gelesen!“
    Das ist in der Tat bereits passiert.
  17. Du hast dir den Wecker schon mal früher gestellt oder bist viel zu spät ins Bett gekippt, nur weil du unbedingt einen Blogpost fertig bekommen wolltest.
    Letzteres ja. Die Worte „früher“ und „aufstehen“ sind für mich aber in keinen kausalen Zusammenhang zu bringen. Ich halte ohnehin jeden Weckversuch vor 7.00 Uhr für einen Verstoß gegen die Genfer Konvention.
  18. Im Footer deines Blogs zeigst du deinen Instagram-Feed in voller Breite.
    Kein Instagram, kein Instagram-Feed. Keine Arme, keine Kekse.

 

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Wieviel Blogger steckt in mir?

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  1. Interessanterweise trifft absolut nichts davon auf mich oder mein Blog zu! Was sagt das jetzt über mich aus?

    PS: Schwarz fände ich etwas hart! Für mich wurde es letztendlich ein grau, genauer gesagt ein #202020.

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    • Deinen Blog finde ich aber schon ziemlich dunkel… grau hatte ich mal kurz in einem anderen Design, aber ein erheblich helleres. Eine Holzmaserung war das glaube ich.

      Was das über dich aussagt? Tja, leider bist du kein richtiger Blogger und wirst keine kostenlosen Beautysampels und Einladungen zu Bloggerevents bekommen.

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  2. Sali, Mara.
    Tres charmant, daß Du den einschlägigen Apfelladen nicht für des Zentrum des belebten wie unbelebten Universums zu halten bereit bist!
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    Ach, Madame pflegt dunkle Seiten…
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    In der Tat inspirieren die Begegnungen mit so manchen Zeitgenossen den Scharfrichter Namens Sarcasmo. Immerhin hinterlaßen Filmeindrücke hier(bei) das bessere Feeling.
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    Redundantes brand naming! Für den Rest gilt mein Intro.
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    Wir leben ja nicht nur um Geld zu generieren; auch wenn es unvorstellbar für die die Donalds dieser Welt ist.
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    …und ich habe nicht einmal einen Blog.
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    Eher sind es erworbene Dinge/Dienstleistungen, die Dir die Falte für Mühsal oder Zorn auf die Stirn wuchteten.
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    Kann man/frau Filmtitel auch dahingehend interpretieren!? Meine Zimmer sind gespickt mit Postern; die Innenseite der Wohnungstür ziert beispielhaft Erick Zoncas ‚Liebe Das Leben‘.
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    Gesichtsbuch ist & bleibt überbewertet, denke ich.
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    Das Net sollte nicht zu einem vh-Kurs „Selbstvermarktung“ mutieren. Nope.
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    Statt auf der Stirn würde ich die Weisheit lieber auf dem T-Shirt sehen.
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    Entsprechend angepaßt könnte ich hier Deine Aussage zu Punkt 3 einfügen.
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    Fotografiere ich etwas, dann ist es entweder eine neu eingetroffene Portraitzeichnung oder die Balkonbeblühung.
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    Ein Holzfäller-Steak!?
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    Dejavu, sozusagen.
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    Hier ließe sich anmerken, daß ich unter der Woche eher automatisch gegen 5 Uhr wach werde, um bis 6 Uhr 15 Radio zu hören.
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    …keine Krümel.

    Was fun.

    bonté

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    • Huhu,

      Dinge sind ja einfach. Wenn sie mir umgehend nach dem Kauf missfallen, werden sie umgetauscht, tun sie es erst nach einiger Zeit, entsorgt. Viel schlimmer sind Menschen. Würde diese Methode dort auch gern anwenden.. aber…

      Bei den Zitaten/Filmtitel kommt’s wohl tatsächlich auf den Titel bzw. das Zitat an. Mir fallen da nur die unzähligen Bilder ein, von beschmierten Klowänden an denen steht „describe your shit with a movietitle“ und darunter Dinge wie „The Fast and The Furious“ oder „There will be blood“.

      Was das Essen war, weiß ich nicht mehr. Der Zweig war jedenfalls Rosmarin. Wobei der eine gewisse Ähnlichkeit mit Eibe hat. Vielleicht ein Mordversuch?

      Ja, das mit dem frühen Aufstehen ist das Alter. Irgendwann kommt wohl die Angst, den eigenen Tod zu verschlafen.

      Liebe Grüße

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  3. Irgendwie finde ich diesen Tag seltsam. Was hat denn beispielsweise der Besitz eines Apple-Produktes damit zu tun, wieviel Blogger in einem steckt?
    Oder das Kommerzialisieren des eigenen Blogs. Ich hätte eher Angst, dass ich das dann irgendwann als Pflichtaufgabe ansehe.

    Deine Meinung zu Zitaten kann ich nur unterschreiben.

    Dieser ganze „Do what you love and love what you do“-Kram ist ja auch sowas von ausgelutscht.

    Hahahaha oh ja, das sollte in die Genfer Konvention aufgenommen werden.

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    • „Blogger“ ist doch mittlerweile sowas wie ein Beruf geworden… da muss man zu Events und bekommt Sachen geschenkt und hat ein MediaKit…
      Hier wurde auch noch nicht kommerzialisiert. Das widerstrebt mir irgendwie massiv. Zumal ich nur über Sachen schreiben würde, die ich auch sonst gekauft/genutzt hätte. Und da Kinos scheinbar bislang keine Blogger-Kooperationen eingehen…

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