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Es ist soweit: Ich habe eine neue Kamera, eine Sony Alpha 57.
Das erste Opfer meiner Neuen waren die Katzen meines besten Freundes, Liones Linus* (oben) und Rambo (unten).
Einerseits ist eine Kamera für mich ein Gebrauchsgegenstand – ich habe nie gezögert, sie an Orte mitzunehmen, an denen sie kaputt gehen oder schmutzig werden könnte. Open Air-Festivals, schlammige Ruhrauen, Menschenmengen, der Wald – ich hab‘ das Ding, um es benutzen. Andererseits habe ich eine persönliche Beziehung zu ihr aufgebaut und darüber nachgedacht, wie lange ich sie schon habe. Wieviele Partys, Freundschaften, Geburtstage von Verwandten und Neugestaltungen meiner Wohnung auf ihren Sensor gebannt wurden. Und nun schicke ich sie in Rente und hoffe, ihre Nachfolgerin begleitet mich ähnlich lang.

rambo

*Mein bester Freund machte mich darauf aufmerksam, dass der Kate Linus heißt und nur „Liones“ gesprochen wird (wie bei den „Peanuts“). Ich finde ja, dass das klingt wie der Name eines verzogenen Kindes irgendeiner Öko-Mutti. „Linus-Alexander, hör sofort auf Rambo-Johann zu ärgern, sonst bekommst du keinen zuckerfreien Dinkelbrei zum Nachtisch!“…

 

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Willkommen bei den Hartmanns

Mein Vater wollte, ebenfalls anlässlich meines Geburtstages, ins Kino. Wir gingen essen und in „Willkommen bei den Hartmanns“.

Was habe ich erwartet?

Ich hatte vorher kaum etwas von dem Film gehört, obwohl sich die Berichte im Fernsehen und den Zeitungen häufen. Ein Freund gab mir mit auf den Weg, dass ich entweder begeistert oder enttäuscht sei – dazwischen könne er sich nicht viel vorstellen.

Worum geht’s?

Die gutsituierte Familie Hartmann nimmt den Flüchtling Diallo bei sich auf. Dies stößt insbesondere bei Vater Richard (Heiner Lauterbach), einem erfolgreichen Chirurgen, auf Widerwillen. Der wollte bislang nämlich eher wenig mit der Flüchtlingskrise zu tun haben. Jedoch beugt er sich dem Willen seiner resoluten Frau Angelika (Senta Berger) und wird so mit einer fremden Kultur, entsetzlichen Lebensgeschichte aber auch der Engstirnigkeit der Nachbarn konfrontiert.

Bewertung

6/10

Mich konnte „Willkommen bei den Hartmanns“ nicht wirklich überzeugen. Die erste Stunde ist zwar gezeichnet von trockenem, leicht schwarzem Humor, danach gipfelt der Film aber in einem Rührstück voller Liebe, Tränen und Familienzusammenhalt. Das ganze leider auch noch absolut vorhersehbar, als würden den Zuschauer Überraschungen nur unnötig aufregen.

Heiner Lauterbach ist der einzige, dessen Rolle genug Tiefe besitzt um von einer schauspielerischen Leistung zu reden – die sich sogar sehen lassen kann. Florian David Fitz, der den Sohn der Hartmanns spielt, und Senta Berger sind blass und oberflächlich, Pro7-Nervensäge Palina Rojinski inszeniert sich selbst und Eric Kabongo mimt einen dauergrinsenden Afrikaner. Scheinbar muss Elyas M’barek auch in jedem deutschen Film mitspielen, der derzeit gedreht wird, so bekam er auch hier ein Sendezeit schindendes Plätzchen, das es nicht gebraucht hätte.

Aus der Flüchtlingsthematik hätte man mit Sicherheit viel mehr herausholen können, mehr kontroverses, mehr lustiges, mehr dramatisches. Das oberflächliche Rumgekratze, das „Willkommen bei den Hartmanns“ abliefert, wird dem nicht gerecht.

 

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